Handball
Suhr Aarau gegen RTV Basel: Spielwitz überfährt Lustlosigkeit

Der unterklassige HSC Suhr Aarau bezwingt im Cup 1/16-Final den RTV Basel mit 31:22. Die Basler wollen die vielen Verletzten nicht als Argument zählen lassen. Sie zeigten sie eine erschreckende Antriebslosigkeit, die die Aarauer gnadenlos ausnutzten.

Jörg Greb
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Suhrs neunfacher Torschütze Joel Kaufmann (vorne) lässt sich feiern. Alexander Wagner

Suhrs neunfacher Torschütze Joel Kaufmann (vorne) lässt sich feiern. Alexander Wagner

Auf der einen Seite jubelten die Akteure, auf der anderen zottelten sie wie begossene Pudel sprachlos von dannen. Und zu Letzteren zählte auch der Nationalspieler Marco Vukelic. Er tat dies mit einem Läckerlisack unter dem Arm, ausgezeichnet als «best player» seines Teams. Doch darüber konnte sich der Linkshänder nicht freuen: «Wir fanden auch diesmal nie richtig ins Spiel, bei uns ist der Wurm drin.» Die 31 Gegentore gegen seinen RTV Basel nannte er ein «deutliches Zeichen». Von «einer laschen Deckung» sprach er. Und dieses Manko liess sich auch gegen das unterklassige Suhr Aarau in der Offensive nicht wettmachen. «Wir befinden uns in einer gefährlichen Negativspirale», erkannte Vukelic. Und offen entkräftete er das viel gehörte Argument der langen Verletztenliste: «Das ist eine faule Ausrede, wir, jeder Einzelne, muss wieder seine Leistung bringen.»

Gegenstösse aus solider Deckung

Dass die Basler ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnten, lag einerseits an einer erschreckenden Antriebslosigkeit. Es passte wenig zusammen. Die Lustlosigkeit dominierte. Die Absprache fehlte, ebenso das Engagement. Ohne das couragierte Auftreten des jungen Heimteams hätte der Erfahrungsvorsprung aber ausreichen können. Aufbauend auf einer engagierten, couragierten und somit kompakten Deckung erkämpfte sich der HCS aber ein Plus, das immer stärker ins Gewicht zu fallen begann. Gegenstoss um Gegenstoss konnte vor allem der flinke linke Flügelspieler Joel Kaufmann laufen. Nicht weniger als neun Treffer steuerte er bei – bei nur zwei Fehlschüssen. «Ich profitierte von unserer Verteidigung und unseren starken Torhütern Wyss und Willimann. So erhielt ich diese zahlreichen Kontermöglichkeiten.»

Angedeutet hatte sich der klare Ausgang zugunsten des HSC Suhr Aarau vorerst nicht. Nachdem der RTV in den ersten fünf Minuten auf 4:1 davongezogen war, kehrte sich aber die Geschichte der Partie schnell. Innert etwas mehr als zwei Minuten war die Differenz wieder weg, und in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte erarbeitete sich das Heimteam erstmals einen Vorsprung von zwei (22. Minute), drei (26.) und vier Toren (29.). Nach dem Seitenwechsel kamen zwei weitere HSC-Treffer hinzu. Getäuscht sah sich, wer nun ein Aufbäumen des Favoriten erwartet hatte. Stattdessen spielten die jungen Spieler von Suhr Aarau – und sie spielten gut, brachten den Vorsprung souverän ins Trockene und verdienten sich den herzlichen Applaus des Publikums.