Handball
Suhr Aarau behält beim rauschendes Handballfest die Oberhand

Möhlin und Suhr lieferten sich in de Nationalliga B vor über 1100 Zuschauer einen packenden Kampf. Die Gäste hatten beim 32:26-Sieg das bessere Ende auf ihrer Seite

Alexander Wagner
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Suhr Aarau schlägt TV Möhlin 32:26
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Armin Sarac vom HSC Suhr Aarau.
Alexander Milovanovic (links, Möhlin) gegen Nicolas Suter (rechts, Suhr).
Seppi Zuber (links, Suhr) gegen Goalie Michael Vogel (rechts, Möhlin).
Armin Sarac (Mitte, Suhr) gegen Markus Hock (links) und Tobias Stalder (rechts, Möhlin)

Suhr Aarau schlägt TV Möhlin 32:26

Alexander Wagner

«So macht es einfach Spass», meinte Möhlins Trainer Wolfgang Böhme bereits lange vor dem Anpfiff, als er sich mit leuchtenden Augen in der vollen Halle umsah. Und dies obwohl Böhme in der ehemaligen DDR eine Handball-Legende war und er schon viel erlebt hat. Helfer karrten in aller Eile noch Bänke herbei und improvisierten weitere Plätze.

Umkämpfter Beginn

Beide Teams starteten nervös ins letzte Derby des Jahres: Als noch keiner Mannschaft ein Treffer gelungen war, konnte Möhlins Goalie Michael Vogel einen Penaltyversuch von Armin Sarac abwehren. Danach entwickelte sich ein verbissener Kampf auf Biegen und Brechen, bei welchen sich die Gäste aus Aarau bis zur Pause einen Treffer Vorsprung herausarbeiten konnten. Warum für den NLA-Absteiger nicht mehr drin lag, hatte mehrere Gründe: «Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit Schwankungen. Zudem haben einige zum ersten Mal vor so einer Kulisse gespielt», zeigte sich auch Suhrs Trainer Patrik Fend beeindruckt.

Entscheidung in den letzten zehn Minuten

Zehn Minuten vor der Sirene war Suhr immer noch mit dem Minimalvorsprung in Führung. Markus Hock, der sonst wieder magistral die Fäden im Angriff der Fricktaler zog und mit zehn Treffern der klar beste Werfer seines Teams war, scheiterte vom Penaltypunkt jedoch an Goalie Marco Wyss, der in der zweiten Hälfte zu grosser Form auflief. Statt des Ausgleichs für Möhlin konnte der nun HSC seinen Vorsprung kontinuierlich vergrössern.

«Da macht sich unsere Physis durch unser Mehrtraining bemerkbar», ist Fend überzeugt. «Die letzten zehn Minuten sind wir in der Defensive eingebrochen», musste Möhlins Böhme konstatieren. So wurde es am Ende ein (fast zu) deutlicher Erfolg für die Hauptstädter in einem weiteren Handballfest vor dem Weihnachtsfest. Nachdem über 1000 Zuschauer das Derby zwischen Endingen und Siggenthal verfolgten, war es ein weiteres Ausrufezeichen des Aargauer Handballs. Die Rüebliänder sind zwar nicht im Oberhaus vertreten, dafür rocken sie die NLB.

Beide Vereine zufrieden

Insgesamt sind beide Vereine mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. «Wir haben ein tolles Drehbuch geschrieben. Aber wir können uns nicht mit Aarau vergleichen, dafür haben wir zu viele Chancen ausgelassen», ist sich Böhme bewusst. Über die Saison gesehen liegt der Schwachpunkt eher in der Defensive. «Wir verlieren die Spiele in der Deckung. Das ist unser Problem und daran müssen wir arbeiten», analysiert Böhme.

Aber erst im nächsten Jahr, jetzt folgt eine längere Pause bis Anfangs Februar. Die Fricktaler wollen ihren eigenen Masstab aber nicht an Aarau oder das führende Altdorf legen. Möhlin liegt im Mittelfeld der Tabelle, mit elf Punkten mehr als der Mit-Aufsteiger Horgen und damit im Soll. Deutlich über dem Soll ist der HSC Suhr Aarau, welcher den zweiten Rang belegt und schon wieder mehr als ein Auge auf das Oberhaus geworfen hat.