Die NLA-Handballer des HSC Suhr Aarau haben dem Branchenprimus Kadetten Schaffhausen in dessen Halle alles abverlangt. Zwar reichte es knapp nicht zum Sieg, das 27:27-Unentschieden ist aber dennoch als Triumph zu werten. Suhr Aarau ist damit in der Saison 2017/18 wettbewerbsübergreifend nach fünf Spielen noch immer ungeschlagen. Was für eine Bilanz für das Aargauer Team.

Fast hätte es gestern zum erneuten Sieg in Schaffhausen gereicht. Denn in der vergangenen Saison schaffte Suhr Aarau als Aufsteiger die Sensation: Am 3. September 2016 gelang ein Sieg mit neun Toren Vorsprung über die vermeintlich übermächtigen Kadetten. Es war der Schlüsselmoment der Saison des HSC, die im Erreichen der Finalrunde gipfelte.

Die Klasse des Topscorers

Etwas mehr als ein Jahr später glaubte der Underdog erneut an seine Chance, Zählbares aus der BBC-Arena zu entführen. Die Anfangsphase gestaltete sich entsprechend ausgeglichen. Der HSC Suhr Aarau verzichtete beinahe komplett auf die erste und zweite Welle, zwang den Ligakrösus so offensiv wie defensiv in ein langes und intensives Positionsspiel.

Doch der Aussenseiter aus dem Kanton Aargau kassierte die Gegentore gemessen am betriebenen Aufwand leider dennoch etwas zu einfach. Es war vor allem Kadetten-Topscorer Gabor Csaszar, der die HSCFehler mit seiner Klasse konsequent zu bestrafen wusste und sein Team zur 10:7-Führung nach 18 gespielten Minuten führte.

Zuvor liess sich der HSC Suhr Aarau dank hartnäckiger, überlegter Spielweise nicht abschütteln und glich zum 3:3, 5:5 und 6:6 aus. Die offensiv wie defensiv sehr präsenten Milan Skvaril, Martin Slaninka und Tim Aufdenblatten waren die einzigen HSC-Torschützen im ersten Durchgang. Ihren zehn Toren standen deren 15 kassierte Gegentore gegenüber.

Traumstart in Durchgang zwei

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel war es um die komfortable Führung der Hausherren aber geschehen. Der HSC Suhr Aarau zündete ein derart leidenschaftliches, ja gar unwiderstehliches Feuerwerk, das die Kadetten sichtlich beeindruckte. Erst fiel der Ausgleich zum 15:15, dann ging der HSC gar erstmalig in Führung. Der Treffer zum 16:15 gelang Tim Aufdenblatten sogar in Unterzahl.

Der 3. September 2016 war urplötzlich wieder präsent. Die Schaffhauser blieben danach zwar weiterhin konsequenter und besser im Bestrafen der gegnerischen Fehler, konnten sich aber fortan nicht um mehr als drei Tore absetzen. Angeführt vom überragenden HSC-Trio Aufdenblatten, Slaninka und Skvaril, das inzwischen von den Teamkollegen in Angriff und Abwehr sehr gut unterstützt wurden, kämpfte sich das Team in Richtung der erneuten Sensation.

Exakt zwei Minuten vor Schluss traf Tim Aufdenblatten zur erneuten 27:26-Führung. Doch Pendic gelang der Ausgleich. Neun Sekunden blieben den Kadetten für den Siegtreffer – nach unpräzisem Zuspiel von Captain Dimitrij Küttel auf Flügel Andrija Pendic zu wenig. Der erneute Exploit des HSC Suhr Aarau, das 27:27-Unentschieden, war Tatsache.

Tim Aufdenblatten, von Cheftrainer Misha Kaufmann «mit seiner offensiven wie defensiven Präsenz und Leistung» neben Skvaril und Slaninka als «Schlüssel zum Triumph» erkoren, zeigte sich entsprechend glücklich über den Saisonstart insgesamt: «Wir haben besonders mit den beiden Unentschieden gegen Pfadi Winterthur und nun gegen die
Kadetten gezeigt, dass wir jeden Gegner schlagen können. In beiden Partien wäre der Sieg möglich gewesen. Das nehmen wir gerne mit.»

Highlights :  Kadetten Schaffhausen – HSC Suhr Aarau, 17.09.2017

Highlights : Kadetten Schaffhausen – HSC Suhr Aarau, 17.09.2017