Faustball
STV Oberentfelden hat Nerven und Grösse gezeigt

Oberentfelden bezwingt Elgg-Ettenhausen mit 4:0 und holt Bronze. Die Nerven spielten den Aargauern einen Streich. In der Defensive gewohnt solide, patzte man im Angriff ein ums andere Mal.

Christian Zbinden
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Der STV Oberentfelden war voller Zuversicht nach Jona gereist, wo die besten Faustballer des Landes ihren Meister kürten. Die Vorbereitung stimmte und die Stimmung war gut – das Team wollte das Finalspiel erreichen.

Nur die Nerven spielten den Aargauern einen Streich. In der Defensive gewohnt solide, patzte man im Angriff ein ums andere Mal. Trotz einiger Umstellungen im Team konnte die Fehlerquote nicht gesenkt werden.

Der Gastgeber aus Jona nahm die Einladung dankend an, bezwang das Aargauer Team mit 4:1 und zog verdient in das Endspiel ein. Dabei hatte es gut angefangen: Mit 7:3 legten die Suhrentaler im ersten Abschnitt los wie die Feuerwehr, um dann einzubrechen und den Satz mit 15:13 noch abzugeben. Der zweite Teilabschnitt gewann Oberentfelden zwar, doch die Nervosität war immer noch nicht abgelegt: Es wurden weiterhin Eigenfehler en masse produziert, während Jona sich immer mehr steigerte. Nach drei weiteren Satzniederlagen war der Traum Finaleinzug ausgeträumt.

«Wir wussten, dass wir gegen Jona unser Spiel machen müssen, ohne Fehler zu produzieren. Wenn das nicht gelingt, gewinnt Jona, da sie immer auf ihrem Niveau spielen und fast nie Fehler machen. Sie haben es umgesetzt, wir nicht», sagte Trainer Christian Zbinden nach der Niederlage.

Starke Reaktion der Suhrentaler

Für Oberentfelden hiess es nun möglichst schnell die Enttäuschung wegzustecken, um am Sonntag gegen das wiedererstarkte Elgg-Ettenhausen nicht auch noch die letzte Medaillenchance aus den Händen zu geben. Nach einer solch bitteren Niederlage aufzustehen, ist kein einfaches Unterfangen, doch die Mannschaft um Captain Gugerli zeigte Grösse und zwang die Thurgauer mit einer der besten Saisonleistungen in die Knie.

Felipe Binotto an der Angabe und Jens Baltin im Angriff spielten konzentriert und druckvoll auf. Da auch die Defensive um Gugerli von Beginn an voll in der Partie war, konnten die Aargauer die ersten beiden Spielabschnitte knapp aber verdient mit 11:9 für sich entscheiden. Im dritten Spielabschnitt war das Terrain vollkommen trocken, was die Thurgauer immer wieder geschickt mit kurzen Bällen ausnutzte. Um diese Bälle in den Griff zu bekommen, wechselte Trainer Zbinden beim Stande vom 3:7 aus Sicht der Aargauer Routinier Kuhn in die Partie ein. Und die Mannschaft reagierte glänzend: Nach einer 6-Punkte-Serie führte Oberentfelden plötzlich wieder mit 5:9 und gewann auch Satz Nummer 3. Nun war der Wille beim Gegner gebrochen. Mit 11:4 ging die Partie und somit die Bronzemedaille in den Aargau und gleich fünf der sieben Spieler durften sich ihre allererste NLA-Medaille umhängen.

Diepoldsau wird Schweizer Meister

In einer spannenden Finalpartie ging Gastgeber Jona mit 2:0 Sätzen in Führung. Auch im dritten Spielabschnitt sah es zuerst nach einem Teilerfolg für den Gastgeber aus, ehe es der Meisterschaftsfavorit aus Diepoldsau schaffte, die Eigenfehler abzustellen und den Satz zu wenden. Dies war dann auch der Knackpunkt der Partie. Die Rheintaler glaubten nun an den Erfolg und zogen via 2:2 auf 4:2 durch und gewannen ihren ersten Schweizer Meistertitel.

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