Das erste Badener Heimspiel der Saison 2016/2017 bescherte Publikum wie Akteuren einen jener berühmt-berüchtigten Abende in der Aue: Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der aufgeheizten Halle machten am Mittwoch jede Bewegung zu einer ausserordentlich schweisstreibenden Angelegenheit – was für fleckige Kleidung und einen feuchten Hallenboden sorgte.

Während das erste lediglich ein kosmetisches Problem darstellte, dürfte Zweiteres massgeblich dazu beigetragen haben, dass Städtli 1 am Ende nur der Frust über einen weiteren vergebenen Sieg blieb.

Fataler Fehltritt auf feuchtem Boden

Die Startminuten der Partie waren geprägt von spürbarer Nervosität: Hohes Tempo, robuster Körpereinsatz und technische Fehler hüben wie drüben. Dann in der achten Minute der Schockmoment: Yanick Schläpfer rutscht ohne Fremdeinwirkung auf dem Rückweg in die Verteidigung auf einer nicht gewischten Pfütze so unglücklich aus, dass er den Rest des Spiels von der Bank aus verfolgen muss.

Baden war erst mal von der Rolle, Schaffhausen zog von 4:4 auf 5:9 davon. Nachdem sich Städtli in der 21. Minute wieder bis auf 10:11 herangearbeitet hatte, stellte der Trainer der Gäste seine Offensivtaktik um und nahm fortan praktisch durchgehend den Goalie zugunsten eines zusätzlichen Angreifers heraus.

Eine Massnahme, die vorerst von mässigem Erfolg gekrönt war: Baden hatte trotz allem wieder Tritt gefasst, stand hinten besser und brachte das Leder vorne zuverlässiger ins Tor. In der 26. Minute stand es erstmals wieder unentschieden und kurz darauf 15:14. 

Pausenstand: 17:15. Baden schien gut gerüstet für die kommenden 30 Minuten.

Ladehemmung in der zweiten Halbzeit

Der Start in die zweite Halbzeit gelang tatsächlich nach Mass: Philipp Seitle(7 Tore aus 16 Versuchen) skorte gleich zum 18:15, und auch Pascal Bühler(7/15) trug dazu bei, sein Team in Front zu halten. Dann begann aber die grosse Show des Kaj Stokholm im Tor der Espoirs. Mal für Mal scheiterten die Badener am gross gewachsenen Keeper, der eine bärenstarke zweite Halbzeit hinlegte und sich schliesslich eine 48-Prozent-Quote (!) gutschreiben lassen konnte.

Auf der anderen Seite fehlte es den Gastgebern in der Defensive an genügend Stabilität, um die stets brandgefährlichen Albin Alili (8/14), Maximilian Gerbl(5/8) und Zoran Markovic (7/8) zu neutralisieren. Entweder kamen die drei selber zu hochkarätigen Chancen, oder sie konnten ihre Mitspieler wirksam in Szene setzen – so oder so hatten die Stadtturner meist das Nachsehen. Was unter anderem dazu führte, dass Ramon Schweizer (1/3) in der 40. Minute nach der dritten Zeitstrafe einen Platzverweis kassierte. 

Die Espoirs hatten da bereits wieder die Führung übernommen und gaben sie bis zum Schluss nicht mehr aus den Händen. Zwar kämpfte Städtli 1 bis zuletzt und kam in der 58. Minute tatsächlich noch einmal bis auf zwei Tore heran – zu mehr reichte es aber schliesslich nicht.

Vorne wie hinten noch Potenzial

Das 27:31 ist zweifellos eine ärgerliche Niederlage. Baden leistete sich über die 60 Minuten viel zu viele Ausrutscher, liess  weit mehr als vier Tore liegen und zeigte auch in der Defensive keine zwingende Leistung. Auf der anderen Seite fiel mit Schläpfer ein Leistungsträger früh aus und war der  jungen Mannschaft anzumerken, dass es ihr bei allem Willen und Teamgeist einfach noch etwas an Matchpraxis fehlt. 

Das Potenzial war erkennbar. Nun geht es darum, dieses besser zu nutzen und sich vom suboptimalen Meisterschaftsauftakt nicht übermässig herunterziehen zu lassen. Der nächste Gegner erlaubt ohnehin kein langes Lamentieren: Am Samstag wartet Möhlin. Die Fricktaler waren noch nie ein einfacher Gegner und sind diese Saison definitiv eines der Topteams der Liga.