Fussball
Studers Schuss ins Glück: Muri steht in der nächsten Cup-Runde

Die Freiämter erreichen mit einem 1:0 über Sursee die 2. Quali-Runde. Alles in allem war es ein Spiel auf Augenhöhe – ehe Muri mit der letzten Ballberührung den Siegtreffer schoss.

Andreas Fretz
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Impressionen vom Cup-Krimi
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Michael Ludäscher (rechts, Muri).
Gegner abgetrocknet: Dominik Trost (vorne, Muri).
Nikola Marjanovic (links, Muri) läuft dem Luzerner davon.
Omnipräsent: Nikola Marjanovic (links, Muri).
Sedat Clebioglu (links, Muri) gibt vollen Körpereinsatz.
Nikola Marjanovic (rechts, Muri) probierts mit Eleganz.
Captain Tobias Müller (rechts, Muri).

Impressionen vom Cup-Krimi

Foto Wagner

Das Spiel befand sich tief in der Nachspielzeit. Bisher hatten die 480 Zuschauer im Stadion Brühl viel Kampf und Krampf, aber wenig Glanz gesehen. Der Gang in die Verlängerung schien nur noch eine Frage von Sekunden.

Dann fanden sich zwei Einwechselspieler: Muris Michael Koch legte David Studer den Ball auf, und dieser zog aus 25 m volley ab. 1:0 in der 94. Minute – mit der letzten Ballberührung. «Studi, du entscheidest dieses Spiel heute», hatte Trainer Beat Hubeli dem Torschützen bei seiner Einwechslung in der 87. Minute mit auf den Weg gegeben.

«Studi» gehorchte und schoss den FC Muri ins Glück und damit in die zweite Qualifikationsrunde des Schweizer Cups. Unmittelbar nach dem Torjubel beendete Schiedsrichter Hänggi die Partie.

Studer der «Erlöser»

Studer bezeichnete sich hinterher als «Erlöser» in einem Spiel, in dem nicht gerade viel gelaufen sei. «Wir waren auf alles gefasst, auf eine Verlängerung, auf das Penaltyschiessen.» Die beiden Erstligisten begegneten sich auf Augenhöhe – auf tiefem Niveau und schwerem Terrain. «Es war ein Spiel, das auf beide Seiten hätte kippen können», bemerkte Studer zurecht. Und Trainer Hubeli war mit Blick auf die restlichen Ligaspiele froh, dass seinen Schützlingen eine kräfteraubende Verlängerung erspart blieb.

In der Liga läufts nicht rund

Diese Kräfte kann der FC Muri gut gebrauchen. In der Meisterschaft läuft es den zu Beginn der Saison hoch gehandelten Freiämtern gar nicht nach Wunsch. Rang elf und nur drei Siege nach zehn Runden. Dabei hoffte man auf eine Saison ohne Abstiegssorgen, wollte in der vorderen Tabellenhälfte mitmischen.

Und wurde doch von der Vergangenheit eingeholt. Denn wieder einmal heisst es, beim FC Muri stehe keine Einheit auf dem Platz, der Zusammenhalt fehle. Mit der Qualität, die in diesem Kader stecke, müsste man in ganz anderen Sphären schweben.

«Wir haben das Kämpfen verlernt»

«Wir haben die Meisterschaft bisher zu sehr auf die leichte Schulter genommen, haben das Kämpfen verlernt», sagte Hubeli kritisch und fügte an: «Wenn wir immer so gespielt und gekämpft hätten wie heute, wären wir auf Kurs.»

Das Cupspiel gegen Sursee sei in seinen Augen Muris beste Leistung der Saison gewesen. Motiviert hatte Hubeli seine Männer mit der Aussicht auf das grosse Los im Schweizer Cup. Gegner Sursee etwa empfing in diesem Jahr den FC Sion und forderte die Walliser während 120 Minuten.

«Cupspiele gegen die Grossen sind für uns wie Champions-League-Spiele», sagte Hubeli. Nun kann der FC Muri in der Winterpause weiter vom grossen Los träumen. In der zweiten und letzten Qualifikations-Runde wartet im März der FC Solothurn.

Vom gestrigen Cupspiel erhofft sich Hubeli ein «Aha-Erlebnis», das in der Meisterschaft nachwirkt. Damit man vor der Winterpause noch die Abstiegssorgen loswird. «Denn nicht nur ich, auch die Spieler sind mit der aktuellen Tabellenlage unzufrieden.»