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Stimmen zum Aargau-Derby: Bundesbern hat dem FC Aarau die Kreativität geklaut

Mit dem 1:1 im Aargauer Derby ist man nur auf Seiten des FC Wohlen zufrieden. Hingegen ärgern sich die Aarauer über den verpassten Sieg.

Dean Fuss
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Man darf Wohlens Trainer Martin Rueda nach dem 1:1 im Aarauer Brügglifeld durchaus als schlauen Fuchs bezeichnen. Weshalb? Weil er es war, der erkannte, welches Talent in Marijan Urtic steckt. Rueda war es, der den 24-jährigen Kroaten auf diese Saison hin vom rechten Aussenverteidiger zum rechten Flügel umfunktionierte. Und das geht auf. Urtic war in der Freiämter Offensive der einzig richtige Aktivposten.

So war es nichts als folgerichtig, dass ausgerechnet er am Schluss für Wohler Jubel im kantonalen Kräftemessen zum Saisonstart sorgte. Wenige Minuten vor Schluss der Partie bezwang er FCA-Torhüter Ulisse Pelloni aus rund acht Metern aus dem Gewühl heraus zum 1:1 Schlussresultat und sicherte seinem Team so gleich im ersten Spiel der Saison den ersten Punkt.

Zufriedener Rueda

Trainer Rueda zeigte sich entsprechend angetan von der Leistung seines Teams: «Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gezeigt. Wir waren gut organisiert und sind kompakt aufgetreten», sagte er unmittelbar nach Spielschluss. Erfreut zeigte er sich vor allem auch, weil sein Team trotz der Hitze auf den Rückstand reagieren konnte. «Dadurch haben wir uns diesen Punkt verdient.»

Hingegen war FCA-Captain Sandro Burki verständlicherweise nicht zufrieden, dass seine Mannschaft den Sieg noch aus der Hand gab. Der 29-Jährige hatte in der 52. Minute nach einem starken Zuspiel von Aussenverteidiger Bruno Martignoni mit einem präzisen Flachschuss in die linke Ecke für die 1:0-Führung des Heimteams gesorgt – am Ende reichte das aber nicht, um zum Matchwinner zu werden. Burki hatte sein Team nach harzigem Beginn mit Fortdauer der Partie im Vorteil gesehen. Tatsächlich hatten die Gäste nach dem Führungstreffer der Aarauer nur noch eine gefährliche Aktion in der Offensive, die Torhüter Ulisse Pelloni mit einer starken Parade zunichte machte.

Carlinhos wurde schmerzlichst vermisst

Umso mehr ärgerte sich Burki über die Entstehung des Ausgleichstreffers: «Nach einem Einwurf darf so etwas nicht passieren. Da hätten wir eigentlich sortiert und gut organisiert sein müssen.» Das Problem des FCA lag an diesem warmen Montagabend aber in erster Linie in der Offensive: Dort liessen die Akteure jegliche Kreativität vermissen, was sich auch in der sehr kleinen Zahl an Torchancen widerspiegelte.

Einer, der diese Kreativität hätte ins Spiel bringen können, ist der neu verpflichtete Brasilianer Carlinhos. Dieser durfte die Partie aber nur von der Tribüne aus verfolgen. Zwar lag die Qualifikation des 21-Jährigen vonseiten der Liga bereits in der vergangenen Woche vor, doch fehlt ihm noch die Arbeitsbewilligung vom Bundesamt für Migration. Dieses hatte den Klub nur wenige Stunden vor Spielbeginn informiert, dass Carlinhos bis auf weiteres nicht für den FCA auflaufen dürfe.

«Das war nicht einfach für uns. Wir haben unser Spielsystem auf ihn ausgerichtet. Dieser Spielertyp hat uns gefehlt», sagte FCA-Trainer Livio Bordoli dazu. Bleibt zu hoffen, dass in der Causa Carlinhos in Kürze ein positiver Bescheid aus Bern beim FCA eintrifft und dieser seine Rolle als Schlüsselspieler möglichst bald auf dem Platz einnehmen kann.

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