Da ist er nun. Wie aus dem Nichts. Wahrscheinlich dürfte selbst Stephan Andrist über diese Schnelllebigkeit im Fussball-Geschäft überrascht sein. Nach konkreten Gesprächen am Sonntagabend mit FC-Basel-Sportdirektor Georg Heitz zeichnete sich ab, wo er zwei Tage später unterschreiben wird.

Am Mittwoch lief der 26-Jährige dann bereits zum ersten FCA-Training in Gränichen auf. Für Andrist sind Region und Mitspieler komplettes Neuland. «Ich denke aber, dass ich mit meiner bescheidenen Art perfekt zum Verein passe», sagt er.

«Ich will einfach spielen»

Hier will Andrist seine Karriere nun neu lancieren. «Ich will einfach wieder spielen», hofft der Simmentaler. Nach einer überragenden Challenge-League-Saison beim FC Thun wechselte Andrist mit viel Vorschuss-Lorbeeren im Sommer 2011 zum FC Basel. Trainer Heiko Vogel lobte seinen Schützling stets als «schnellen, kreativen und abschlussstarken Offensiv-Spieler».

Zeigen konnte der Senkrechtstarter diese Attribute nur im Ansatz und kam am Rheinknie nie über die Reservisten-Rolle hinaus. «Wenn 18 Nationalspieler im Kader stehen, sind die Chancen auf Spielpraxis automatisch gering», weiss Andrist.

Wechsel ist kein Rückschritt

In Aarau wird sein Status wesentlich grösser sein, denn mit Davide Callà hat der FCA seinen Publikumsliebling und Topskorer verloren. «Jetzt werde ich alles dafür tun, um in diese Fussstapfen treten zu können», zeigt sich der Neuzugang kämpferisch. Für ihn ist der Wechsel vom glamourösen Ligaprimus zum bodenständigen Aufsteiger kein Rückschritt, sondern eine aussichtsreiche Chance, «die ich unbedingt nutzen will».

Beim FC Aarau gibt man Andrist alle Zeit der Welt, um sich an das System und den Klub zu gewöhnen. Man ist sich bewusst, dass die Erwartungen im Umfeld hoch angesetzt sind, aber Andrist kann – zumindest in den ersten Wochen – Callà nicht ebenbürtig ersetzen.

«Ich habe keine Erwartungen an ihn. Er soll sich erst mal ohne Druck bei uns einfügen können», stellt Trainer René Weiler klar. Andrist kommt also weder als Hoffnungsträger noch als Heilsbringer – sondern ordnet sich einer Hierarchie unter, die nach dem Callà-Wegzug wieder neu definiert wird.

Stephan Andrist über seine ersten Eindrücke beim FC Aarau

Stephan Andrist über seine ersten Eindrücke beim FC Aarau