Curling Schweizer Meisterschaft

Stein um Stein Richtung Olympia: Aargauer wollen mit WM-Qualifikation wichtiges Etappenziel erreichen

Romano Meier (l.) Marcel Käufeler (r.) wollen mit dem Team Bern Zähringer die Schweizer Meisterschaft gewinnen.

Romano Meier (l.) Marcel Käufeler (r.) wollen mit dem Team Bern Zähringer die Schweizer Meisterschaft gewinnen.

Bei der Schweizer Meisterschaft gehören die Curling-Teams Aarau und Bern Zähringer zu den heissen Anwärtern auf den Titel. Mit einem Sieg könnten sich die Teams nicht nur für die Weltmeisterschaft qualifizieren, sondern auch wichtige Punkte sammeln, die für die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2020 zählen.

Das Team Bern Zähringer mit den beiden Aargauer Curlern Marcel Käufeler und Romano Meier gehört an der am Wochenende beginnenden Schweizer Meisterschaft in Thun ebenso zu den ­Titelanwärtern wie der CC Aarau bei den Frauen.

Die Sieger ­werden nicht nur Meister, sie qualifizieren sich zugleich für die Weltmeisterschaft. Für beide Teams ist die WM ein Etappenziel auf ihrem Weg in Richtung Olympische Winterspiele 2022 in Peking. Denn die WM-Teilnahme bringt Punkte, welche für die Olympiaqualifikation zählen.

Meistertitel ist das klare Ziel

Für das Team Bern Zähringer um Skip Yannick Schwaller wäre die WM der zweite internationale Grossanlass nach der EM 2019. Dort holte das Team mit einer überragenden Leistung Silber. An diesen Erfolg wollen sie anknüpfen. Zusätzlichen Druck für die Schweizer Meisterschaft verspüren die Curler darum aber nicht. Marcel Käufeler aus Wettingen sagt: «Wir sind es langsam gewohnt, an Turnieren teilzunehmen».

Sollte sich Skip Silvana Tirinzoni mit dem CC Aarau für die WM qualifizieren, wären sie in der Rolle der Titelverteidigerin. Zusätzlichen Druck für sie gebe das aber ebenfalls nicht. «Wir verspüren mehr ein Kribbeln und eine freudige Anspannung», sagt Tirinzoni. Trotz Favoritenrolle bezeichnet die Curlerin
die kommenden Turniere als «grosse Hürden, die da auf uns zukommen».


Meister zu werden, sei das klare Ziel, sagt Käufeler. Doch einfach werde dies trotz der jüngsten ­Erfolge an der EM nicht. Als Hauptkonkurrenten sieht er das Team Genf. Aber auch andere hätten Schritte nach vorne gemacht, das dürfe man nicht unterschätzen. «Man muss Stein um Stein auf das Ziel hinar­beiten», sagt Käufeler. Egal, ob das Spiel gut oder schlecht läuft, das wichtigste sei, dass jeder einzelne Spieler im Team die Ruhe bewahrt.


Auch Silvana Tirinzoni hat alle Teams im Auge. Als grösste ­Gegnerinnen sieht sie aber ­Elena Stern und Binia Feltscher. Stern ist mir ihrem Team genau wie Tirinzoni unter den Top 10 der Welt. Und Feltscher kennt sich ebenfalls gut im Spitzen­curling aus. «Alle erhoffen sich Chancen», sagt Tirinzoni über die Ausgangslage im Rennen um den Titel.

Der Erfolg sei ein wichtiger Motivator, sagt auch Käufeler. Schliesslich habe man Ziele und nur durch deren Erreichen ­komme man weiter. Das Team Bern Zähringer hat einen klaren Fahrplan mit kurz- und lang­fristigen Zielen: von der WM-­Teilnahme bis hin zur Nummer eins der Welt. Die Curler sind auf Kurs, aber noch lange nicht am Ende ihrer Reise. «Alle Türen stehen offen und wir wollen mehr», bestätigt Käufeler.
Doch trotz Erfolg sei es nicht einfach, sich finanziell über Wasser zu halten, sagt Käufeler.

Viel Zeit, um nebenbei zu ar­beiten, bleibe nicht. Zurzeit ist er neben dem Sport als Leiter ­Finanzen in Herznach tätig. Über das ganze Jahr gesehen, liegt sein Pensum bei zirka 30 Prozent. «Man ist oft im Ausland und kann nur unregelmässig ar­beiten. Das ist dann auch für den Arbeitgeber nicht einfach», sagt Käufeler.

«Man ist frisch verliebt»

Anders als das Team Bern Zähringer hat sich der CC Aarau letztes Jahr in der Zusammenstellung verändert. Trotz Umstellungen hat das Team aber bereits in seiner ersten gemeinsamen Saison erstaunlich gut zusammengespielt.

Tirinzoni vergleicht diesen Erfolg mit einer neuen Beziehung: «Man ist frisch verliebt und macht ­alles, um den anderen glücklich zu machen.» Nun habe man ein sehr solides Fundament, das man auf einer tieferen Ebene weiter ausbauen könne «Man ist ein neues Team, das aus unterschiedlichen Menschen besteht. Da muss man die Abgaben ­einander angleichen», sagt die Curlerin.

Offen bleibt, welche Teams an der Schweizer Meisterschaft am besten harmonieren können. Die Favoritenrollen sind zwar verteilt, doch die tatsächlichen Resultate hat man erst nach dem letzten Stein. Den Schweizer Meistern kommt dann die Ehre zu Teil, die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Schottland (Männer) und Kanada (Frauen) zu vertreten.

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