Tennis
Stefanie Vögele winkt das Duell gegen Maria Scharapowa

Gegen die Russin Witalia Diatschenko spielt Stefanie Vögele in der ersten Runde des French Open in Paris am Montag. Die Nummer 89 der Welt liegt durchaus in Reichweite der Aargauerin, die Platz 96 auf der Weltrangliste belegt.

Michael Wehrle aus Paris
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Verletzung überstanden: Stefanie Voegele ist bereit für die French Open.

Verletzung überstanden: Stefanie Voegele ist bereit für die French Open.

Keystone

Nach einer Schleimbeutelentzündung in der Schulter kämpft sich Vögele zurück. Ende März lief es der 25-Jährigen in Miami ganz gut, dann stoppt sie die Verletzung. Sechs, sieben Wochen lang ging gar nichts in Sachen Tennis. Anfang Mai kehrte sie auf die Tour zurück. „Das war eigentlich zu früh, darum hatte ich auch keine grossen Erwartungen“, sagt sie. Diese Woche in Nürnberg lief es ihr schon besser, auch wenn sie in der zweiten Runde ausschied.

Fehlende Matchpraxis

Inzwischen trainiert sie ohne Schmerzmittel, vor den Matches allerdings schluckt sie eine Tablette. „Das ist auch für den Kopf“, erklärt Coach Ivo Werner. „Immerhin habe ich jetzt keine Angst mehr“, sagt Vögele. Das sei in Madrid noch der Fall gewesen, weil es doch manchesmal wie einen Stich in die Schulter gegeben habe. Mit viel Physiotherapie habe sie die Verletzung behandelt. „Noch jetzt gehe ich ein bis eineinhalb Stunden pro Tag zur Therapie“, sagt sie.

Was fehlt ist die Matchpraxis. „Sie hat nun Hoch und Tiefs, da kommt sie nur mit harten Matches raus“, sagt Werner. Die Arbeit im Training sei in Ordnung, aber nichts ersetze den Wettkampf.

Wie ein Neuanfang

Wie Roger Federer hat auch Vögele Probleme mit den Bedingungen in Paris. „Das ist wie ein Neuanfang der Sandsaison“, sagt sie. Nürnberg sei ganz anders zu spielen gewesen. „Ich kann hier keinen Topspin schlagen, darf nicht zurückweichen, sondern muss in der Linie bleiben und versuchen mit harten, geraden Schlägen Druck zu machen“, sagt Vögele. Es sei ein Spiel wie in der Halle, dazu sei der Boden extrem rutschig.

Einziges Duell gegen Diatschenko gewonnen

Gegen Witalia Diatschenko hat Vögele bisher einmal gespielt, vor sechs Jahren in Taschkent. Die Aargauerin hat damals in zwei Sätzen gewonnen. Im November 2014 erreichte die Russin aus Sotschi als Nummer 71 der Welt ihr bisher bestes Ranking. Grossartiges hat sie in diesem Jahr noch nicht geleistet. Den wertvollsten ihrer vier Siege feierte sie in St. Petersburg gegen die Ukrainerin Nadjia Kitschenok, die Nummer 209 der Welt.

„Sie macht ziemlich viel Druck“, weiss Werner. Vögele müsse aggressiv dagegen halten, den Druck zurückgeben. „Sie muss gar nicht sofort die Ecken suchen, ruhig mal durch die Mitte spielen, aber mit der Geschwindigkeit ihre Gegnerin beschäftigen“, sagt er. Und dann könne Vögele die Russin bewegen. Denn laufen, sei nicht unbedingt deren Stärke.

Sieg eminent wichtig

Vögele aber hofft, dass sie einen guten Start in die zweite Saisonhälfte hinlegt. Sie sei ja ganz gut in Fahrt gekommen, bis die Verletzung sie gestoppt habe. Dort wolle sie wieder anknüpfen.

Ein Sieg wäre für Vögele wichtig, damit sie auf der Weltrangliste nicht aus den Top 100 fällt. Sollte sie in Paris wie vor einem Jahr wieder die zweite Runde erreichen, dürfte sie wohl auf einem der ganz grossen Plätze antreten. Denn vermutlich wäre dann Maria Scharapowa, die Titelverteidigerin, ihre Gegnerin.