Tennis
Stefanie Vögele will ihren positiven Lauf fortsetzen

Die Profispielerin visiert in der bevorstehenden Saison ihre Topklassierung von vor drei Jahren an. Damals belegte die 22-jährige aus Leuggern Platz 63 in der Weltrangliste.

Fabio Baranzini
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Stefanie Vögele mit kraftvollem Auftritt an den US Open diesen Herbst.

Stefanie Vögele mit kraftvollem Auftritt an den US Open diesen Herbst.

Keystone

Temperaturen über 20 Grad und vereinzelt Sonnenschein. So präsentiert sich das Wetter in Shenzhen, wo Stefanie Vögele seit knapp einer Woche weilt. Die 22-Jährige liegt aber nicht auf der faulen Haut, sondern lanciert beim erstmals stattfindenden WTA-Turnier in der chinesischen Provinz Guangdong bereits die neue Saison.

Kurz vor ihrer Abreise besuchte die «Nordwestschweiz» Stefanie Vögele im Nationalen Leistungszentrum in Biel, wo sie sich drei Wochen lang intensiv auf das neue Tennisjahr vorbereitete. Unter der Leitung von Ivo Werner, der sie mittlerweile seit sechs Jahren betreut, feilte die beste Tennisspielerin des Kantons an ihrem Spiel. «Die Zusammenarbeit mit Ivo ist nach wie vor super. Er begleitet mich oft an die Turniere und ist eine wichtige Bezugsperson», sagt sie über seine Rolle.

Stefanie Vögele im Sommer 2005 im Fed Cup mit der Schweiz gegen Österreich.
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Im Sommer 2011 im Interclub mit den Grasshoppers.
Diesen Herbst spielte Vögele in Shrewsbury.
Die Tennisspielerin mit dem Aargauer Regierungsrat Urs Hoffmann anlässlich der Sportlerwahl 2008.
Vögele (vorn) im Doppel an der Schweizer Meisterschaft 2004 in Lenzerheide.
Mit Beckerfaust beim Aufeinandertreffen der Schweizerinnen gegen Weissrussland im Fed Cup diesen Jahres.

Stefanie Vögele im Sommer 2005 im Fed Cup mit der Schweiz gegen Österreich.

Keystone

Bereits seit neun Jahren wohnt und trainiert die aus Leuggern stammende Vögele beim Schweizerischen Tennisverband in Biel, seit eineinhalb Jahren hat sie eine eigene Wohnung in der Uhrenstadt. Sie schätzt es, dass sie nicht wie viele andere Profis im nationalen Leistungszentrum wohnt, sondern am Abend in ihre eigenen vier Wände zurückkehren kann. «Es ist mir wichtig, dass ich nach dem Training abschalten kann und Zeit für mich habe», erzählt sie.

Die 22-Jährige hat sportlich keine einfache Zeit hinter sich. Nachdem sie im Jahr 2009 mit Rang 63 ihre beste Klassierung in der Weltrangliste erreichte, fiel sie ein Jahr später aufgrund verschiedener Verletzungen und inkonstanten Leistungen aus den Top 100. Danach spielte sie fast zwei Jahre lang vorwiegend abseits der grossen Tennisbühnen auf der ITF-Tour, kämpfte vergeblich um die Rückkehr in den erlauchten Kreis der besten 100 Spielerinnen. «Es war teilweise schon hart und fürs Selbstvertrauen war es sicher nicht förderlich», blickt Vögele zurück. Sie musste lernen, die negativen Gedanken rund um ihre Ranglistenposition und die finanziellen Einbussen zu verdrängen und sich auf den Sport zu konzentrieren.

Die Wende zum Guten gelang ihr in der ersten Qualifikationsrunde der US Open im August dieses Jahres. Nach einer schwachen Interclub-Saison mit den Grasshoppers stand Stefanie Vögele auch in Flushing Meadows kurz vor dem Aus. «Ich spielte nicht gut und machte viele Fehler. Dann sagte ich mir, jetzt musst du einfach Spass haben und alles andere vergessen», schildert sie. Es funktionierte. Vögele gewann die Begegnung in drei Sätzen und qualifizierte sich fürs Hauptfeld. Danach spielte sie konstant gut bis Ende Saison und gewann zwei ITF-Turniere. Der Lohn: die Rückkehr in die Top 100. Als aktuelle Nummer 93 der Weltrangliste blickt sie nach vorn, wo sie ihre Spitzenklassierung von einst langsam wieder näherrücken sieht.

Dank ihres Weltranglistenplatzes kann Stefanie Vögele nun bei sämtlichen WTA-Turnieren mindestens in der Qualifikation antreten, an den Grand-Slam-Turnieren steht sie gar direkt im Hauptfeld. «Das erleichtert mir die Planung enorm. Zudem bin ich in der ersten Runde noch frisch, weil ich nicht drei Qualirunden in den Beinen habe», beschreibt die 22-Jährige die Vorteile des besseren Rankings.

Damit es in der kommenden Saison weiter nach oben geht, will sie ihr Spiel verbessern und konstanter werden. «Gerade beim Aufschlag und im Kraftbereich habe ich noch viel Potenzial. Ich bin ja nicht gerade die Kräftigste», sagt sie schmunzelnd. Im Aufbau legte sie daher das Hauptaugenmerk auf das Krafttraining und absolvierte teilweise zwei Einheiten à zwei Stunden pro Tag. In der Folge steigerte sie auch ihr Tennispensum kontinuierlich, damit die Frühform stimmt. Denn nach dem Auftakt in China folgen mit den Australian Open Mitte Januar und dem Fed Cup im Februar bereits die ersten Highlights des neuen Jahrs.

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