Leuggern
Stefanie Vögele: Schritt für Schritt zurück zu alter Stärke

Trotz einer Verletzungspause und einer kurzen Vorbereitung erzielt Stefanie Vögele in Istanbul ihr bestes Saisonresultat. Auf ihre erste Finalteilnahme in einem WTA-Turnier muss sie allerdings weiter warten.

Fabio Baranzini
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Stefanie Vögele ist trotz Verletzung wieder in Topform.

Stefanie Vögele ist trotz Verletzung wieder in Topform.

Aargauer Zeitung

Die Zahl acht hat Stefanie Vögele kein Glück gebracht. Auch bei ihrem achten Halbfinal auf WTA-Stufe letzte Woche in Istanbul musste sie den Platz als Verliererin verlassen. Die 26-Jährige aus Leuggern wartet weiterhin auf ihre Finalpremiere. Dabei wäre die Tür zum Final – zumindest auf dem Papier – noch nie so weit offen gestanden wie in der türkischen Metropole: Ihre Gegnerin, die einheimische Cagla Buyukakcay, war im Ranking als Nummer 118 der Welt noch hinter Vögele klassiert. «Natürlich war ich enttäuscht, dass ich den Final wieder nicht erreicht habe. Vor allem aber war ich mit meinem Spiel nicht zufrieden.
Mir fehlte die nötige Frische und ich war noch etwas müde von den vorangegangenen Matches», sagt Vögele. Dass die Gedanken an den ersten Final oder an die sieben bereits verlorenen Halbfinals ihr Spiel gehemmt hätten, glaubt Vögele indes nicht. «Natürlich weiss ich, dass ich noch nie ein Halbfinal auf WTA-Stufe gewonnen habe. Aber es wäre verschwendete Energie, im Match daran zu denken. Es ist sicher nicht einfach, dies einfach auszublenden, aber beim Halbfinal in Istanbul war das definitiv nicht das Problem. Zudem muss ich sagen, dass meine Gegnerin wirklich gut gespielt hat.»
Dass Stefanie Vögele in der Stadt am Bosporus überhaupt bis in die Runde der letzten vier vorgestossen war, konnte so nicht erwartet werden. Noch in der Woche vor Turnierbeginn plagte sie eine Adduktorenverletzung, die sie sich bei ihrem Erstrundenspiel im polnischen Katowice zugezogen hatte. «Ich hatte starke Schmerzen und konnte erst am Donnerstag vor dem Turnier in Istanbul wieder mit dem Training beginnen», so Vögele. Diese Verletzung war denn auch der Grund, weshalb die 26-Jährige ihre Teilnahme am Fed-Cup-Halbfinal gegen Tschechien anstelle der ebenfalls verletzten Belinda Bencic absagen musste. «Die Gesundheit ging vor. Es hätte keinen Sinn gemacht, mit dieser Verletzung zum Team zu stossen», ist Vögele überzeugt.

Ein Entscheid, der sich ausbezahlt hat. Trotz der rund einwöchigen Verletzungspause und der dadurch sehr kurz gewordenen Vorbereitungszeit auf das erste Sandturnier der Saison in Istanbul konnte Stefanie Vögele mit dem Halbfinalvorstoss ihr bestes Resultat in diesem Jahr verbuchen. Ein Zeichen dafür, dass sie nach der äusserst schwierigen letzten Saison endgültig auf dem Weg zurück ist. «Ich fühle mich spielerisch besser, aber vor allem geht es mir persönlich viel, viel besser», sagt Vögele. «Ich brauche noch immer Zeit, um den sehr harten Lebensabschnitt nach dem Tod meines Vaters endgültig zu verarbeiten, aber ich habe jetzt wieder genügend Energie, um mich voll auf den Tennissport zu konzentrieren.»

Top 100 wieder in Reichweite

Für die Rückkehr in die Top 100 fehlt nicht mehr viel. Daran ändert auch die gestrige 1.-Runden-Niederlage beim WTA-Turnier in Prag nichts. Die Aargauerin unterlag der als Nummer 3 gesetzten Tschechin Karolina Pliskova (WTA 18) 1:6, 3:6. In der aktuellen Weltrangliste wird Stefanie Vögele bereits wieder an Position 105 geführt. Eine Platzierung, die für die direkte Qualifikation für das Hauptfeld der French Open gereicht hätte, doch unglücklicherweise war der Anmeldeschluss bereits eine Woche davor. Vögele wird daher am Bois de Boulogne den Umweg über die Qualifikation gehen müssen. Aber nach den vielen Hindernissen und Rückschlägen in den vergangenen Monaten wird dieser kleine Umweg Stefanie Vögele nicht davon abhalten, sich weiter Schritt für Schritt zurückzu- kämpfen.

Stfanie Vögele, ihr acht WTA-Halbfinals

Juli 2009. Portoroz (Slo): 1:6, 2:6 gegen Sara Errani (WTA 38).


Februar 2013. Memphis (USA): 2:6, 4:6 gegen Marina Erakovic (WTA 71).


April 2013. Charleston (USA): 4:6, 7:6, 2:6 gegen Jelena Jankovic (WTA 18).


Oktober 2013. Linz (Ö): 4:6, 4:6 gegen Ana Ivanovic (WTA 16).


Oktober 2013. Luxemburg: 5:7, 0:1 w.o. gegen Annika Beck (WTA 57).


Juli 2014. Baku (Aser): 2:6, 6:2, 4:6 gegen Bojana Jovanovski (WTA 40).


Oktober 2015. Luxemburg: 2:6, 3:6 gegen Mona Barthel (WTA 55).


April 2016. Istanbul (Tür): 0:6, 5:7 gegen Cagla Buyukakcay (WTA 118).

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