Schwingen

Staufener Schwinger ist jetzt die Nummer 6 der Schweiz: «Ich will Nick Alpiger bleiben»

Auch am Olma-Schwinget erreichte Nick Alpiger (oben) den Schlussgang.

Auch am Olma-Schwinget erreichte Nick Alpiger (oben) den Schlussgang.

Der Nordwestschweizerische Schwingerverband hat einen abrupten Wechsel an der Spitze erfahren. Bruno Gisler ist zurückgetreten, das sportliche Ende von Mario Thürig und Christoph Bieri ist nah. Nick Alpiger hat unangefochten die Leaderposition übernommen. Auf nationaler Ebene ist der 22-jährige Staufener die Nummer 6.

Seit seinem ersten Kranzgewinn vor fünf Jahren hat sich das neue Aushängeschild des Schwingklubs Lenzburg stetig verbessert. Mit zwei Kranzfestsiegen sorgte er in der abgelaufenen Saison für Aufsehen. Am Brünig-Schwinget kämpfte er um die Schlussgangteilnahme. Alpiger gehört zu den jungen Wilden der neuen Sägemehlgeneration: im Wettkampf attraktiv offensiv, vor- und nachher demütig bescheiden.

Nick Alpiger nützt jede Gelegenheit zum Schwingen. Im September schaltete er zwar zwei Wochen Badeferien ein. Doch am Olma-Schwinget stand er bereits wieder im Schlussgang, tauchte aber schnell gegen Daniel Bösch. «Da habe ich falsch studiert und schlecht reagiert. So verliere ich sonst nicht», ärgert er sich über den Abschluss der Freiluftsaison. Ansonsten überwiegen 2018 die positiven Momente.

«Der Sieg in Aarau Rohr war ein Höhepunkt», erinnert er sich ans Aargauer Kantonalfest zurück. Im Vorjahr war er in Brugg kranzlos geblieben. Umso grösser die Genugtuung über seinen zweiten Kranzfestsieg. Auch mit dem Basellandschaftlichen Sieg war eine Revanche verknüpft: 2015 hatte er in Ormalingen den Schlussgang gegen Patrick Räbmatter verloren. Drei Jahre später wendete Alpiger das Blatt in Schönenbuch.

Weitere Enttäuschungen

Nebst dem Olma-Schlussgang erlebte der gelernte Maurer, der zurzeit 80 Prozent in seinem erlernten Beruf arbeitet, weitere Enttäuschungen. So blieb er im Kampf um den Schlussgang auf dem Brünig gegen Christian Schuler chancenlos, nachdem er zuvor Kilian Wenger besiegt hatte. Noch schlimmer erging es ihm am Schwarzsee-Schwinget. Da hatte er sich zu sehr auf den Gewinn des noch fehlenden Bergkranzes versteift und blieb weit hinter seinem Leistungsvermögen.

So angriffig wie der beste Aargauer Schwinger im Sägemehl auftritt, so zurückhaltend gibt er sich in der Öffentlichkeit. Über sein Umfeld mit Trainern und Betreuern mag er nicht sprechen. «Ich habe wertvolle Bezugspersonen, die das Schwingen kennen.», sagt er nur. «Die Aussensicht ist mir wichtig. Ich will immer aus Niederlagen und Fehlern lernen.»
In dieser Woche gönnt sich Alpiger nochmals eine Pause, dann setzt er den Aufbau für die neue Saison fort. Dazu gehört das Training bei der Ringerstaffel Freiamt. «Von September bis November habe ich nicht genügend Schwingertrainings. Da kommt mir das intensivere Mattentraining gelegen. Das gibt mir Härte», erklärt er. Ab Dezember absolviert Alpiger bis vier Einheiten pro Woche im Sägemehl. Nebst den Klubtrainings und einer Spezialgruppe, die auch in Möriken trainiert, fährt er im Winter regelmässig zu Innerschweizer Klubs.

Freude am Sport als Basis

Bei der Frage nach den Lehren aus der Saison 2018 besinnt sich Nick Alpiger auf den enttäuschenden Schwarzsee: «Das Wichtigste für mich ist, die Freude am Schwingen zu behalten und mich nicht zu verkrampfen.» Ein Beispiel gab er am Fricktaler Abendschwinget in Effingen ab. «Da war ich sehr locker», erinnert er sich an diese Galavorstellung. Im Schlussgang musste auch Verteidigungsspezialist David Schmid kapitulieren. Eine Woche später wirkte er auf dem Weissenstein wieder blockiert und blieb ohne Eichenlaub.

«Die Leidenschaft und Freude ist der Schlüssel zum Erfolg», hat Alpiger erkannt. Er arbeite mit seinen Betreuern auch mental, um im nächsten Jahr konstanter zu werden. Mit der Saisonplanung 2019 hat er sich noch nicht befasst. «Zuerst will ich 2018 setzen lassen und auswerten.» Weiterhin ein Tabu ist für ihn die Werbung. «Bis zum Eidgenössischen in Zug ist das kein Thema. Ich will Nick Alpiger bleiben, mir ist wohl so.»

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