Was war das für ein verrückter Saisonabschluss. Ein Spiel, in dem es eigentlich um wenig ging, wurde es noch ein letztes Mal richtig ernst. Der Start in die Partie war allerdings ziemlich ruhig. Beide Mannschaften spielten befreit auf, konnten sich ihre Chancen erarbeiten. In der ersten Spielhälfte waren die Aarauerinnen aber klar die bessere Mannschaft. Schon früh holten sie sich ihre Chancen, konnten die ersten drei glasklaren Chancen aber nicht verwerten. Wenige Minuten vor der Pause kam die Wende der Partie. Zengaffinen setzte sich im Zweikampf gegen Zürcher Captain von Känel durch, diese fällt auf den Boden. Der Unparteiische gibt einen Freistoss, von Känel steht aber nicht auf, Tränen kullern aus ihren Augen. Das Trainergespann eilt auf den Platz und behandelt die Innenverteidigerin. Sie kann aber auf keinen Fall mehr mittun.

Das ganze Team transportiert sie vom Platz, anschliessend wird sie ins Spital gefahren. Die Anzeichen stehen alle auf Kreuzbandriss, bestätigt wurde die Diagnose aber nicht. Es scheint, als wäre diese Spielpaarung kein gutes Omen für diese Mannschaften. Bereits in der Hinrunde verletzte sich die Aarauer Innenverteidigerin Martina Schwaller ebenfall mit einem Kreuzbandriss und ist aufgrund dessen die komplette Rückrunde ausgefallen.

Traumtor und Kampf

Wenige Minuten, nachdem von Känel den Platz verlassen hat, kam die Szene des Spiels. Gloor wird auf der rechten Seite angespielt und setzt sich gegen ihre Konkurrentin durch. Aus rund 25 Metern fasst sie sich ein Herz und zieht ab. Kaspar im Zürcher Tor kommt zwar mit den Fingerspitzen noch dran, bleibt aber chancenlos. Diese Führung muss Aarau nun über die restlichen 50 Spielminuten verteidigen.

Und diese Aufgabe sollte keine einfache werden. Kaum aus der Kabine, drückten die Zürcher auf das Aarauer Tor. Sie wollten sich mit dieser Niederlage nicht zufriedengeben. Und kamen zu einer Grosszahl an Chancen. Die Aarauer Defensivabteilung machte ihre Arbeit aber sehr gut und liess keinen Gegentreffer zu. Torhüterin Vogt, die in der 79. Minute durch Schneider ersetzt wurde, meinte nach der Partie: „Natürlich war es hart, aber ich finde es gut, wenn ich was zu tun bekomme.“

Torhüterin Laura Vogt nach dem 1:0-Sieg gegen Zürich

Torhüterin Laura Vogt nach dem 1:0-Sieg gegen Zürich

Schlussendlich sicherten sich die Aarauer, dank enormem Siegeswillen, die drei Punkte im Schachen verdient. Somit können sie die Saison auf dem fünften Tabellenplatz abschliessen und befreit in die Sommerpause gehen. Danach werden sie von Rino Luongo, in dieser Saison Assistenztrainer vom FC Baden, trainiert werden. Eine neue Ära bricht an. Zuerst wird aber der gelungene Saisonabschluss gefeiert.

Bemerkenswert: Die FCA-Frauen sind seit dem 8. Dezember 2018 im heimischen Schachen ungeschlagen. "Ich glaube, ich habe hier ein solides Team aufgebaut. Vor allem auch gegen die besseren Teams haben wir unser Können bewiesen", sagt Trainer Charles Grütter nach der Partie. 

Fan verfolgt

Der Aarauer Kultfan V.N., normalerweise mit dem Schlagzeug neben dem Platz, machte heute kaum Lärm. Er wurde von der SBB abgewiesen, sein Schlagzeug konnte er nirgends deponieren und musste es in Baden stehen lassen. Ausserdem wird er regelmässig von Jugendlichen verfolgt und angepöbelt. „Sie wissen, dass ich Frauenfussballfan bin und akzeptieren das nicht. Manchmal werde ich von diesen Leuten richtiggehend bedroht“, sagt V.N. Ein Zeichen, dass Frauenfussball vielleicht doch noch nicht ganz akzeptiert wurde.