Sechs Minuten vor der Sirene gelang Endingens Captain Christian Riechsteiner der Ausgleich zum 29:29. Zuvor hatte der STV Baden während der gesamten Spielzeit im Derby geführt. Die Stadtturner kämpfen nicht nur beherzt, sondern auch clever und lagen gegen den TV Endingen stets in Führung.

«Endlich sind wir mal gut ins Spiel gekommen», freut sich Badens Goalie Marco Wyss. Das war in dieser Saison bei weitem nicht immer so. «Das war über 50 Minuten unsere beste Saisonleistung», brachte es Trainer Björn Navarin auf den Punkt.

Der Atem ging aus

Doch ein Handballspiel dauert eben zehn Minuten länger. Danach ging den Gastgebern langsam die Puste aus. Zum einen im wahrsten Sinne des Wortes, denn der eine oder andere Stadtturner pumpte schon ganz schön heftig. Aber Navarin konnte kaum wechseln, ihm fehlen die gleichwertigen Alternativen. Zum anderen auch im übertragenen Sinne, denn die Konzentration schwand und damit stieg die Fehlerquote bei Baden. «Wir können dieses Niveau nicht aufrechterhalten», weiss der deutsche Trainer.

Baden konnte nach dem Ausgleich von Riechsteiner zwar nochmals reagieren. Doch gleich noch zweimal fand der Captain und das gesamte Team von Endingen jeweils die richtige Antwort und entschied das Derby am Ende eben mit 33:32 doch für sich.

Weisse Weste

Damit gehen die Surbtaler ungeschlagen in die Winterpause. Sie sind souveräner Tabellenführer, mit dem Punktemaximum auf dem Konto. «Das ist wirklich eine bittere Niederlage», musste Badens Goalie Wyss zugeben. Der Tenor bei den Stadtturner war jedoch, dass man zugeben muss, dass die Konstanz fehlt. Aber dass sie stärker aus der Pause zurückkommen wollen. Kräftig durchpusten musste auch Endingens Trainer Zoltan Majeri.

Er turnte während des gesamten Derbys an der Seitenlinie und machte fast so viele Kilometer wie seine Spieler. Entscheidend war vielleicht auch, dass er in der Pause von der 5-1-Abwehr auf eine 6-0-Verteidung umstellte. Obwohl er mit den 19 kassierten Treffern im ersten Durchgang sichtlich unzufrieden war, wurde er nicht laut in der Kabine. «Laut kann ich während der Woche sein. Aber jetzt mussten wir Lösungen finden», betonte er und ergänzte bestimmt: «Zusammen, als Team.». Dies gelang den Endingern zwar spät, aber nicht zu spät um das Derby doch noch zu gewinnen und die weisse Weste zu bewahren.

Starke Mannschaftsleistung

Die Endinger können mit der bisherigen Saison sicherlich zufrieden sein. Klingt vielleicht im ersten Moment komisch, weil sie ja alle Partien gewonnen haben und erscheint logisch. Aber vor allem auch, weil sie sehr gut eingespielt sind und die beste Verteidigung der Liga stellen. Was alles andere als logisch ist, haben sie doch vor der Saison den bewährten und eingespielten Innenblock in der Abwehr sowie beide Torhüter verloren.

«Das war heute eine Mannschaftsleistung», betonte denn auch Endingens Trainer Majeri. Und das ist eine weitere Stärke der Surbaler. Im Derby trugen sich nicht weniger als neun verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein. So sind sie für die Gegner kaum ausrechenbar. Die Spielerdecke der Badener ist jedoch dünner. Zwar trafen auch acht Stadtturner ins Netz, doch am Ende ist die Verantwortung doch auf deutlich weniger Schultern verteilt. Und das wirkte sich im Derby genauso aus wie am Ende des Jahres in der Tabelle.