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Städtli siegt im Hochgeschwindigkeits-Duell

Badens Coach Björn Navarin

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Badens Coach Björn Navarin

In einer hochklassigen, an Tempo und Härte kaum zu überbietenden Partie setzt sich Baden nach Anfangsschwierigkeiten gegen ein starkes Zofingen durch und «überwintert» auf Platz 4.

Wie gewinnt man gegen Städtli? Mit dieser Frage müssen sich die Gegner des neu formierten und massiv verjüngten Badener Fanionteams von Trainer Björn Navarin mittlerweile deutlich ernsthafter befassen als noch zu Saisonbeginn erwartet. Zofingens Trainer Fabio Madias Ansatz war: Bekämpfe Feuer mit Feuer!

Für das Anspiel war der Badener Vizestadtammann und Ex-Städtli-Handballer Markus Schneider besorgt. Dann übernahm Zofingen das Zepter in der Aue und schaffte es tatsächlich, Städtli erst mal regelrecht zu überrollen. Mit einer ultraaufsässigen Verteidigung wurden die Wege der Badener Aufbauer wirksam gestört, im Angriff düpierten Samuel Schärer und Sandro Sieber die gewohnt offensiv verteidigenden Badener wieder und wieder mit Tempovorstössen und Trickwürfen. Nach zehn Minuten stand es 2:7 für die Gäste. Städtli schien auf bestem Weg, mit den eigenen Waffen geschlagen zu werden.

Siebenmeter als Wendepunkt

Nach einer Viertelstunde hatte Baden zwar noch nicht viel mehr Zählbares zustande gebracht, doch auch der Zofinger Offensive war langsam das Pulver ausgegangen. Städtli hartnäckig weiter dagegen und kämpfte sich mit dem Heimpublikum im Rücken vom 5:9 zum 9:10 und schliesslich in der 27. Minute erstmals auf ein Unentschieden heran.

Das 13:13, durch Florian Legoll per Siebenmeter erzielt, war rückblickend der Wendepunkt der Partie – von nun an sollte Städtli nie mehr hinten liegen. Das lag zum einen an der Defensive der Hausherren, die von einem ohnehin offensiven 3-2-1 praktisch auf eine offene Manndeckung umgestellt hatten und in der ganzen eigenen Platzhälfte den direkten Zweikampf suchten. Zum anderen hatten die Thutstädter im Angriff eine wichtige Option verloren: Mit einer Handverletzung musste der massige Robert Nieberg, ihr einziger nomineller Kreisläufer, den Rest des Spiels auf der Bank verfolgen.

16:14 zur Halbzeit. Das Publikum, unter den gut 300 Zuschauern auch SHL-Präsident Beat Wernli, hatte in den ersten 30 Minuten eine begeisternde Partie erlebt. Und Zofingen gab das Spiel noch lange nicht verloren! Wieder gehörten die Startminuten den Gästen: Samuel Schärer brachte sein Team mit einem Doppelschlag zum 16:16 auf Augenhöhe.

Verdientes Punktepaar

Und auch wenn Zofingen dem Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen musste und in der Verteidigung auf ein etwas defensiveres System umstellte – abschütteln liessen sich die Gäste bis zuletzt nicht und lieferten sich mit den jungen Wilden von Björn Navarin einen begeisternden Kampf, der bei aller Härte und Emotionalität fair und frei von Gehässigkeiten war. Ein würdiges Aargauer Derby!

31:28. Städtli holte sich letztlich verdient das Punktepaar. Das lag nicht nur daran, dass Zofingen nach dem ebenfalls unglücklichen Ausfall von Samuel Schärer ein zentraler Spielmacher und Skorer (bis zum Ausfall 9 Tore aus 15 Versuchen!) fehlte. Es war auch darauf zurückzuführen, dass auf Badener Seite zwei Spieler aus dem starken Kollektiv noch herausstachen: Thomas Stalder (7/12) und besonders Pascal Bühler (9/12) sorgten in der zweiten Halbzeit mit «Big Points» dafür, dass der Städtli-Express am Laufen und der Hexenkessel Aue bis zuletzt unter Hochdruck blieb.

17 Punkte nach 14 Spielen: Städtli 1 hat eine grossartige Vorrunde hingelegt, ist zu Hause eine Macht und überwintert auf dem sensationellen 4. Rang – nur einen Punkt hinter dem Tabellendritten Altdorf, allerdings auch bloss zwei Punkte vor dem Tabellenachten Steffisburg. Auch wenn die Rückrunde mit diesem Sieg optimal eingeläutet wurde, ist das Saisonziel «Platzierung in der ersten Saisonhälfte» also noch lange nicht erreicht. Aber die Marschrichtung stimmt, und Städtli 1 hat gezeigt, was alles in dieser jungen Mannschaft steckt!

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