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Städtli - Horgen 33:33 – Ein Unentschieden mit drei Gewinnern

Thomas Stalder traf für Baden acht Mal. (Archivbild)

Thomas Stalder traf für Baden acht Mal. (Archivbild)

Im letzten Spiel der Saison trennen sich Städtli 1 und die SG Horgen in einer ebenso torreichen wie unterhaltsamen Partie 33:33 unentschieden. Ein würdiger Abschluss im Zeichen der Badener Heimstärke.

Vor der letzten Partie der Saison war schon alles klar: Horgen hatte den Ligaerhalt im Spiel zuvor gesichert, Baden hatte das Saisonziel (Platzierung in der ersten Tabellenhälfte) bereits klar erreicht. Optimale Voraussetzungen für unbeschwertes Zelebrieren des Handballsports – oder für ein lahmes Kehrausspiel, bei dem man sich möglichst nicht auf die Zehen steht.

Wohin die Reise in der gut gefüllten Badener Aue gehen sollte, war schnell klar: Von wegen Kehrausspiel! Von Beginn weg war Pfeffer in die Partie, wobei es wie gewohnt die offensive Badener Defensive war, die das Spiel zunächst bestimmte. Und im Angriff stachen die Badener Trümpfe auch endlich wieder wie zu den besten Zeiten: Thomas Stalder (8/12), Yanick Schläpfer (7/10), Pascal Bühler (4/6) und Jonathan Hauller (4/5) gingen angeführt von Lukas Maag (4/5) dorthin, wo’s weh tut und skorten auch aus der zweiten Reihe.

Dass die Horgener dennoch nicht vom Heimteam überrollt wurden, lag vornehmlich an ihrer Nummer 23: Thierry Fongué (9/10) sorgte mit seinen Vorstössen und Anspielen immer wieder dafür, dass sei Team dran blieb.

Lange Saison fordert ihren Tribut

Und dann machte sich die physische und mentale Erschöpfung am Ende einer langen Saison bei den Badenern eben doch bemerkbar: In der 34. Minute hatte sich Städtli 1 einen Vier-Tore-Vorsprung erarbeitet – und gab ihn ohne Not gleich wieder aus der Hand. Nach vergebenen Chancen dauerte es viel zu lange, bis man sich hinten wieder organisierte, was die Gäste für einfache Tempodurchbrüche nutzten.

Innerhalb von zwei Minuten waren die Gäste so wieder auf ein Tor heran. Nun häuften sich die Unaufmerksamkeiten und Fehlwürfe, und in der 44. Minute war es um die Badener Führung geschehen: Mulele Kipili (5/7) erzielte das 22:23 – die erste Führung für Horgen seit dem 0:1 in der ersten Minute.

2014/2015 war es nur Altdorf und Endingen gelungen, Städtli 1 zu Hause zu schlagen. Sollte sich die SG Horgen tatsächlich in diese exklusiven Kreis einreihen können.

Mitreissende Schlussphase

Die jungen Wilden von Björn Navarin konnten dieser Vorstellung definitiv nichts abgewinnen und hielten nach Leibeskräften dagegen. Unterstützt vom immer engagierter mitgehende Heimpublikum spielten sich so im Hexenkessel Aue zehn Schlussminuten ab, die aus sportlicher Sicht nichts zu wünschen übrig liessen. Beim Stand von 24:28 für Horgen lief Badens Nummer 2 Yanick Schläpfer zu grosser Form auf, brachte sein Team mit einem Doppelschlag wieder heran und sorgte wenig später mit einem weiteren Doppelschlag für den 29:29-Ausgleich. Im folgenden Hin und Her sorgte ein weiterer spektakulärer Schläpfer-Treffer dafür, dass auch der letzte Zuschauer auf den Beinen war: Standing Ovations – Adrenalin pur im Hexenkessel Aue!

59. Minute: Michael Schoch im Badener Tor verhindert das vorentscheidende 32:34 für Horgen. Pascal Bühler erzielt im Gegenzug das 33:33.

60. Minute: Timeout Horgen bei 59:27. Angriff der Zürcher, Abwehr der Aargauer, Gerangel um den Ball – Zeitstrafe für Horgen und Freistoss nahe der Mittellinie. Zu spielen nur noch drei Sekunden. Ein letzter Abschlussversuch. Daneben. Schlusspfiff. Unentschieden.

Natürlich hätte Städtli 1 das letzte Heimspiel noch lieber gewonnen, aber das 33:33 belohnte beide Mannschaften für ihren grossartigen Kampfgeist und das Publikum für die lautstarke Unterstützung. Ein Unentschieden mit drei Gewinnern.

Saisonziel erreicht

Wie eingangs erwähnt: Das Saisonziel hatte Städtli 1 schon vor dieser Partie erreicht. Mit Rang 5 schliesst man die Meisterschaft sogar einen Platz besser ab als 2013/2014. Zwar erneut direkt hinter dem Lokalrivalen Siggenthal, aber auch hier mit einer zählbaren Verbessung: Der Rückstand beträgt diesmal nur noch einen statt drei Punkte.

Die Leistung ist umso respektabler, als Baden mit neuem Trainer und einer markant verjüngten Mannschaft an den Start gegangen war und im zweiten Teil der Saison mit zahlreichen Verletzten und einer fragwürdigen Rotsperre zu kämpfen hatte. Nicht auszudenken, was mit einem Städtli 1 im Vollbesitz seiner Kräfte möglich gewesen wäre.

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