Dramatik pur boten Baden und Endingen in der Schlussphase des NLB-Derbys: Drei Minuten vor der Sirene brachte Thomas Stalder die Gastgeber mit 27:26 in Führung. Doch Christian Riechsteiner antwortete mit einem souverän verwandelten Penalty. Danach hatte Manuel Reichlin erneut die Chance zur Führung, ebenfalls vom Siebenmeterpunkt aus. Doch der Routinier knallte das Leder mit aller Wucht an den Pfosten.

Im Gegenzug erzielte der junge Christian Riechsteiner die erneute Führung für die Surbtaler. Doch der Höhepunkt folgte erst: Sekunden vor dem Ende zog Marco Weber los und wurde von Nemanja Sudzum klar gefoult. Die Zeitstrafe war logisch, doch die Schiedsrichter gaben keinen Penalty, sondern nur einen Freiwurf. Nach hektischen Diskussionen und viel Aufregung konnte dieser jedoch aus spitzem Winkel nicht verwandelt werden.

Grossartige Aufholjagd ...

Während Endingen den hauchdünnen Derbysieg feierte, verstanden die Badener die Welt nicht mehr. Im Verlauf der ersten Halbzeit waren die Gäste kontinuierlich davongezogen und hatten sich bis zur Pause bereits einen Vorsprung von fünf Treffern erarbeitet. «Es dürfte schon etwas spannender sein», meinte gar der eine oder andere Zuschauer in der Pause.

Diesem Wunsch entsprachen die Teams denn auch. Doch gleich nach dem Seitenwechsel ging Endingen mit 18:12 in Führung und die Sache schien gelaufen. «Da haben wohl einige schon gedacht, dies wird ein Selbstläufer», erklärte Endingens Trainer Zoltan Cordas. «Jeder versuchte es alleine. Das ist nicht typisch für Endingen, sonst läuft bei uns der Ball», analysierte er.

... nicht belohnt

Der leidenschaftliche Kampf der Stadtturner war bemerkenswert. Mit dem Punch von Yanick Schläpfer, der sieben Treffer erzielte, sowie unter der Führung von Björn Navarin und Reichlin kamen die Gastgeber noch einmal zurück. Dies auch, weil Baden in der Abwehr auf ein flaches 6-0-System umstellte und damit den Schlüssel fand, die Angriffe der Endinger zu bremsen.

«Uns fehlt einfach der Killerinstinkt», meinte Reichlin achselzuckend. «Wir haben den Sack nicht zugemacht», ergänzte der Routinier, natürlich auch auf sich selbst bezogen. Doch die Niederlage nur an seinem verschossenen Penalty aufzuhängen, wäre zu einfach. Zu viele Fehler machten seine Mitspieler in der ersten Hälfte und die Aufholjagd kostete enorm Kraft.

Keine Zeit zur Erholung

Viel Zeit, um sich von der unglücklichen Niederlage zu erholen, hat Baden nicht. Bereits am Mittwoch muss der Aufsteiger in Aarau gegen den HSC Suhr antreten. Den kennen Trainer Andreas Steiner, der trotzdem stolz auf sein Team war, und zahlreiche Spieler ja nun wirklich nur zu gut. Es ist alles angerichtet für ein nächstes packendes Derby.