Handball
«Städtli» sichert sich in Extremis einen Punkt gegen Möhlin

Baden verabschiedet im letzten Heimspiel der NLB-Saison fünf Angehörige des Fanionteams und liefert sich mit den Gästen aus Möhlin eine Partie voller Höhen und Tiefen, die schliesslich auf Augenhöhe endet.

Franco Bassani
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Thomas Stalder traf in letzter Sekunde für den STV Baden.

Thomas Stalder traf in letzter Sekunde für den STV Baden.

Foto Wagner

Das letzte Heimspiel der ersten NLB-Saison seit 24 Jahren begann mit einem grossen Abschiednehmen: Aus dem Spielerkader wurden Mani Lehner, Timo Wassmer, Manuel Reichlin und Björn Navarin offiziell verabschiedet. Als Trainer für seine Verdienste geehrt wurde Andreas Steiner, der die Badener in den drei Jahren seiner Tätigkeit aus der 1. Liga in die Nati B führte. Hier hat sich sein Team drei Runden vor Schluss als dritte Kraft hinter den übermächtigen Endingen und Suhr Aarau behauptet - eine tolle Vorlage für Navarin, der das Traineramt per Ende Saison übernimmt. Erfreulich: Steiner wird dem Verein als Leistungssport-Koordinator ebenfalls erhalten bleiben.

Herzschlagfinale

Trotz frühlingshaftem Prachtwetter fanden über 300 Fans und Handballfreunde in die Sporthalle Aue. Die stellten nicht nur einen würdigen Rahmen für die emotionale Verabschiedungszeremonie dar, sondern bekamen auch eine packende Partie voller Höhen und Tiefen geboten - Herzschlagfinale inklusive.

Möhlin erwischte den besseren Start und legte bis zum 4:1 vor, ehe auch die «Städtli»-Aktionen von Erfolg gekrönt waren. Keeper Wenger im Möhlin-Tor vereitelte zahlreiche Badener Abschlüsse, konnte aber doch nicht verhindern, dass der Gastgeber beim Halbzeitpfiff ein Tor vorn lag.

Gehörte Möhlin der Start in die erste Hälfte, legte nun Baden vor, und zwar beeindruckend: Mal für Mal wurden hinten Bälle herausgelesen und damit erfolgreiche Gegenstösse gelaufen - 5 Minuten nach Wiederanpfiff lag Baden 7 Tore in Front und schien in den Rhythmus seiner besten Spiele gefunden zu haben.

Das logische Team-Timeout von Möhlin beendete den Höhenflug aber abrupt. Plötzlich wars um das entscheidende Quäntchen Ballsicherheit geschehen, und auch in der Defensive passte nicht mehr alles zusammen. Stefan Hock (11 Tore) sorgte in dieser Phase mit seinen Abschlüssen und Zuspielen fast im Alleingang für die Rückkehr seines Teams. Dieses schaffte wenige Minuten vor Schluss nicht nur den Ausgleich, sondern startete sogar mit einem Tor Vorsprung und dem riesigen Vorteil des Angriffsrechts in die letzte Minute.

Viel Kampf und Herz

Dass Möhlin diesen Vorsprung nicht einfach herunterspielte, sondern vehement den Abschluss suchte, spiegelt den Charakter der Partie wider, die von viel Kampf und Herz und nicht von Taktik und Kalkül lebte. Der Schuss landete 15 Sekunden vor Schluss jedenfalls nicht im Badener Tor, sondern ermöglichte den Gastgebern vielmehr einen letzten Angriff - den Thomas Stalder Momente vor der Schlusssirene verwandelte. Zur unbändigen Freude der Badener Fans natürlich, die sich innerlich bereits mit einer ärgerlichen Niederlage abgefunden hatten. Stalder war notabene schon für das letzten Tor der ersten Halbzeit verantwortlich und trug sich mit 9 Treffern auch gleich als erfolgreichster Badener Torschütze ins Gesamtskore ein.

Mit der Punkteteilung können beide Teams gut leben. Baden hat nun noch zwei «echte» Auswärtsspiele in Chênois und Winterthur auf dem Programm, bevor es am 30.4. in der heimischen Aue «auswärts daheim» zum Grande Finale gegen den TV Endingen kommt.

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