Handball NLB
Städtli 1 gewinnt das Auswärtsspiel gegen den TV Birsfelden klar

Höhere Mächte sorgten am Samstag für eine Begegnung unter denkwürdigen Bedingungen: Da die Unwetterschäden an der Heimhalle des TV Birsfelden noch nicht behoben waren, wurde das Spiel in die Turnhalle des freien Gymnasiums Basel verlegt.

Christoph Blöchlinger
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Der STV Baden setzt sich gegen den TV Birsfelden klar durch

Der STV Baden setzt sich gegen den TV Birsfelden klar durch

Alexander Wagner

Die mag für den Turnunterricht durchaus tauglich sein, stösst bei einem Handballspiel der zweithöchsten Liga aber deutlich an Grenzen: Kein Sturzraum hinter den Toren, unzählige «handballfremde» Linien und Markierungen auf dem Spielfeld sowie schwierige Sichtverhältnisse für das – spärlich erschienene – Publikum, das mindestens zur Hälfte aus Supportern des Gästeteams bestand. Den 80 Zuschauern wurde es immerhin nicht langweilig.

Badener Defensive mit Startschwierigkeiten

Städtli 1 ging zwar rasch 2:0 in Führung, fand dann aber nicht zum gewohnten Spiel. In der Defensive bekam man wenig bis keinen Zugriff auf den gegnerischen Rückraum, der immer wieder zu einfachen Abschlüssen kam, ohne dass ein Badener Block zur Stelle gewesen wäre.
Im Angriff tat man sich nicht minder schwer: Alleine in der Startviertelstunde gingen fünf Badener Fehlwürfe derart weit am Ziel vorbei, dass der Birsfelder Keeper ihnen bloss nachzuschauen brauchte.

Ausgeglichen bis zur Halbzeit

In der 10. Minute, beim Stand von 6:2 für das Heimteam, sah sich Gästecoach Björn Navarin bereits ein erstes Mal veranlasst, die grüne Timeout-Karte zu ziehen. Die Badener besannen sich daraufhin tatsächlich eines Besseren und zwangen die Gäste in der 15. Spielminute (7:7) ihrerseits zum ersten Timeout.
In der Folge gestaltete sich das Spielgeschehen mehrheitlich ausgeglichen. Eine deutliche und spielentscheidende Steigerung gelang dabei der Badener Defensive. Ab der 20. Spielminute wurden die gegnerischen Rückraumschützen immer wieder effizient gestört, und innerhalb der 9-Meter-Zone griffen die Badener Verteidiger konsequent zu, was einfache Torabschlüsse der Gegner verhinderte. Zudem resultierten aus gelungenen Abwehraktionen mehrere schöne «Steals», die mit einfachen Gegenstosstoren belohnt wurden.
Dennoch blieb es knapp. Zur Pause reichte es noch nicht zu mehr als einer Badener Miniführung zum 15:16.

Badener Startfurioso nach der Pause

Städtli 1 machte in der zweiten Hälfte defensiv dort weiter, wo man vor dem Pausentee aufgehört hatte: Angeführt von einem bärenstarken Pascal Bühler (7/11) waren die Badener meist den entscheidenden Schritt schneller als das Heimteam.
Und was trotzdem noch den Weg aufs Badener Tor fand, wurde je länger, je mehr zur sicheren Beute von Keeper Marco Wyss (10/26 Würfe gehalten; Quote 39%). Dieser steigerte sich – wie seine Vorderleute – nun deutlich und trug mit einigen «Big Saves» wesentlich dazu bei, dass sich Städtli nun kontinuierlich absetzen konnte.
Im Angriff zeigte sich Marcus Hock (5/11) als umsichtiger Spielgestalter, der bei Bedarf jederzeit die nötige Ruhe und Abgeklärtheit ins Badener Spiel bringen konnte. Schlicht überragend war die Angriffsleistung von Seppi Zuber (12/14), der den Birsfelder Torwart Mal für Mal düpierte.

Frühe Entscheidung

So war das Spiel bereits in der 45. Minute beim Stand von 19:28 zugunsten der Gäste entschieden. Bei den Badenern machte sich der grippebedingte Ausfall von Philipp Seitle insofern bemerkbar, als die Kondition mit fortschreitender Spieldauer doch etwas nachliess. Das läuferisch anspruchsvolle Badener Defensivkonzept trugt das Seine dazu bei, dass die Kräfte zusehends schwanden.
Auch in dieser Spielphase war es allen voran Captain Pascal Bühler, der mit unermüdlichem Einsatz die Badener Defensive stärkte und verhinderte, dass das Heimteam noch einmal neuen Mut schöpfen konnte. Mehr als ein ehrenvolles 26:31 lag für Birsfelden nicht drin.

2. Tabellenrang (vorerst) gesichert

Mit einer eindrücklichen Willensleistung hat Städtli 1 bewiesen, dass man trotz widriger äusserer Umstände im Stande ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das eigene Leistungspotenzial abzurufen.
Das Ziel, auf dem 2. Platz in die Weihnachtspause zu gehen, ist erreicht. Und auch wenn die überraschende Auswärtsniederlage des TV Möhlin beim BSV Stans einen Luftspalt Abstand zu Platz drei schafft: Hinter dem klaren Spitzenreiter RTV Basel ist die Ausgangslage nach wie vor völlig offen.