Nadine Frey, herzlichen Glückwunsch zum allerersten Interclub-Schweizermeistertitel für Sie und für den SC Fricktal. Wie fühlt sich das an?

Nadine Frey: Das fühlt sich einfach grossartig an. Direkt nach dem Sieg am Samstag war es noch etwas unwirklich, dass wir tatsächlich Schweizer Meister geworden sind. Mit etwas Abstand ist es nun schon etwas realistischer geworden. Es ist megacool und wir sind alle sehr glücklich.

Sie haben sowohl im Halbfinal gegen Winterthur als auch im Final gegen Kriens das entscheidende letzte Einzel bestritten und gewonnen. Wie konnten Sie mit diesem besonderen Druck umgehen?

Das war nicht ganz einfach. Im Halbfinal gegen Winterthur hatte Nadia Pfister leider das erste Spiel knapp verloren und die zweite Partie von Astrid Reimer-Kern war extrem ausgeglichen. Das war purer Nervenkitzel und machte mich so nervös, dass ich nicht mehr zuschauen konnte. Ich habe mich dann zurückgezogen, um mich in Ruhe auf mein Spiel vorzubereiten. Das ist mir zum Glück gelungen und ich habe wirklich ein gutes Match gezeigt.

Und im Final gegen Kriens?

Dort war der Druck für das ganze Team sehr hoch. Wir waren zum dritten Mal in Folge im Final und wollten endlich unseren ersten Titel holen. Zudem trafen wir nicht auf die grossen Favoritinnen aus Uster, gegen die wir im Final zwei Mal verloren hatten, sondern auf das junge Team aus Kriens, das wir Anfang März in der Qualifikation noch 3:0 geschlagen hatten. Uns war daher klar, dass wir sehr gute Chancen auf den Titel haben und wollten diese Gelegenheit unbedingt nutzen. Daher waren die Freude und die Erleichterung nach dem verwandelten Matchball umso grösser. Das war ein sehr schöner Moment, von dem wir noch vor ein paar Monaten nicht zu träumen gewagt hätten.

In der Tat. Nach der Hälfte der Qualifikation hatte der SC Fricktal noch kein Spiel gewonnen, sondern alle vier Partie verloren. Was war da falsch gelaufen?

Nathalie Plain fiel aufgrund ihrer Knieverletzung leider für die gesamte Saison aus. Wir haben daher Astrid Reimer-Kern neu ins Team geholt, doch leider fehlte auch sie aufgrund einer Verletzung drei Mal. Wir konnten daher nie in Bestbesetzung auflaufen. Das hat schon gereicht, dass wir in der in diesem Jahr sehr ausgeglichenen Meisterschaft vier Mal in Folge verloren haben.

Dank vier Siegen in der Rückrunde konnte sich Ihr Team doch noch für die Playoffs qualifizieren und am Ende den Titel holen. Was hat den SC Fricktal so stark gemacht in der entscheidenden Phase?

Wir konnten in der gesamten Rückrunde immer in Bestbesetzung auflaufen. Das hat uns enorm geholfen. Wir sind aber auch ein tolles Team, das sich auf und neben dem Platz sehr gut versteht. Nathalie Plain und Cindy Merlo, die einmal für uns spielte in dieser Saison, haben uns beispielsweise als Zuschauerinnen unterstützt und auch Astrid, die neu dazugestossen ist, hat sich bestens integriert. Dieser Zusammenhalt hat uns definitiv geholfen. Zudem hat uns auch der Club toll unterstützt und organisiert sogar eine Meisterfeier.