Das Verbandsportgericht des Handball-Verbands hat den Rekurs des HSC Suhr Aarau gegen den Entscheid der Nationalen Disziplinarkommission, das NLB-Spiel vom 30. April gegen den TV Endingen zu wiederholen, am Donnerstag abgewiesen. Das gab das Verbandsportgericht am Donnerstagnachmittag bekannt.

Aufstiegsdrama Endingen – Suhr Aarau: Die umstrittene Szene

Aufstiegsdrama Endingen – Suhr Aarau: die umstrittene Szene

Noch 6 Sekunden sind zu spielen (29:29): Endingen will einen Freiwurf ausführen, als Martin Prachar von Suhr Aarau die Rote Karte erhält. Als es weitergeht (2. Szene), sind noch 2 Sekunden zu spielen. Umstritten ist, ob die 4 Sekunden Differenz korrekt sind.

Damit wird die Begegnung am kommenden Samstag, 21. Mai, um 19 Uhr in der GoEasy-Arena in Siggenthal wiederholt! Die Barrage zwischen dem Zweiten der NLB und dem Zweitletzten der NLA (TSV Fortitudo Gossau) findet in der darauffolgenden Woche statt: das Hinspiel am Dienstag, 24. Mai, beim NLB-Vertreter – das Rückspiel am Donnerstag, 26. Mai, in Gossau. 

Der TV Endingen hatte am 30. April Protest gegen die Wertung des NLB-Spiels gegen den HSC Suhr Aarau (29:29) eingelegt, weil die Zeitmessung in der Schlussphase nicht korrekt erfolgt sei. Nachdem die Komission aus formellen Gründen zunächst nicht auf den Protest eingetreten war, entschied das Verbandsportgericht nach dem Rekurs des TV Endingen in zweiter Instanz, dass die Kommission auf den Protest einzutreten und diesen inhaltlich zu behandeln habe.

Die Kommission kam in der Folge zum Schluss, dass der Protest des TV Endingen gutzuheissen und das Spiel zu wiederholen sei. Diesen Entscheid hat der HSC Suhr Aarau beim Verbandsportgericht angefochten – dieses bestätigte mit dem heutigen Entscheid jedoch das Urteil der ersten Instanz.

HSC Suhr Aarau: «Der Handball-Sport hat verloren»

Beim HSC Suhr Aarau zeigt man sich enttäuscht, wie HSC-Präsident Thomas Kähr in einer Stellungnahme schreibt: «Heute haben der Sport und die sportliche Entscheidung am grünen Tisch verloren. Wir bedauern dies sehr und hoffen, dass dieses Urteil nicht in eine falsche Zukunft weist. Das Urteil schwächt die Stellung der Schiedsrichter als Garanten eines geordneten Spielablaufs. Es öffnet Tür und Tor für Nachahmungsproteste jedwelcher Art und fördert damit die Rechtsunsicherheit. Wir bedauern auch, dass der TV Endingen die sportliche Entscheidung nicht akzeptiert hat. Wir hätten dem Handballsport, den wir alle lieben, Besseres gewünscht. Wir beugen uns dem Urteil und werden nun im uns auferlegten Wiederholungsspiel den sportlichen Wettkampf aufnehmen, wie immer im Bestreben, unser Bestes zu einem fairen Spiel beizutragen.»

Handballkrimi im Sekundentakt

Christian Villiger, Geschäftsführer des TV Endingen, sagt auf Anfrage: «Wir begrüssen den Entscheid des Verbandssportgerichts, der aus unserer Sicht korrekt ausgefallen ist.» Endingen freue sich auf die Chance, das entscheidende Spiel um den Aufstieg nochmals auszutragen. «Ich denke, die Ausgangslage ist für beide Mannschaften gleich - bei Suhr Aarau waren wohl einige Spieler schon in den Ferien, doch auch bei uns gab es viel Unsicherheit, ob das Spiel stattfindet, oder ob wir doch direkt in die Barrage müssen», erklärt Villiger.

Für das Wiederholungsspiel am Samstag rechnet der Endingen-Geschäftsführer erneut mit einer vollen Halle. Villiger empfiehlt eine frühzeitige Anreise: «Es hat zwar genügend Parkplätze, dennoch würde ich den Fans empfehlen, den öffentlichen Verkehr zu benutzen.» Wegen der kurzfristigen Ansetzung gibt es keinen Vorverkauf, dafür sind bei der Halle zwei Eingänge und drei Kassen geplant. 

Marco Ellenberger, der Medienchef des Handballverbandes, sagt auf Anfrage: "Es werden am Samstag ganz sicher Top-Schiedsrichter zum Einsatz kommen." Zudem würden – wie zum Beispiel beim Final4, also den entscheidenden Cupspielen – zwei Delegierte am Zeitnehmertisch sitzen, und der Handballverband werde die Zeitnehmer selbst stellen. "Überdies ist auch ein Schiedsgericht im Einsatz, das im Fall der Fälle direkt über einen allfälligen Protest befinden könnte", sagt Ellenberger. Damit wird das Wiederholungsspiel vom Verband gleich behandelt wie ein Playoff-Finalspiel um die Schweizer Meisterschaft.