Aargauer Sportler des Jahres
Sport-Gala: Die Aargauer Regierung auf Segeltörn in fremden Gewässern

«Sports meets politics» - 420 geladene Gäste genossen den festlichen Abend an der 19. Aargauer Sport-Gala im Trafo Baden. Die Mountainbikerin Esther Süss wurde Aargauer Sportlerin des Jahres 2010.

Rainer Sommerhalder
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Theo Vögtli und Rollstuhlsportlerin Patricia Keller Alle Bilder: Alex Wagner
25 Bilder
Bobfahrer Daniel Schmid (links) und Maximillian Reimann
Esther Süss fotografiert selbst fürs Erinnerungsalbum
Aargauer Sport-Gala im Trafo Baden
Moderator Matthias Aebischer interviews Rollstuhlsportlerin Patricia Keller
OL-Läufer Matthias Merz mit Freundin Ines Brodmann
Schiedsrichterobmann Luigi Ponteund Regierungsraetin Susanne Hochuli
Aargauer Sportler im Scheinwerferlicht
Regierungsrat Urs Hofmann und die Leichtathletin Monika Vogel
Schwinger Bieri legt Snowboarder Caduff aufs Kreuz
Eishockeyspieler Claudia Riechsteiner (links) und Renate Gautschy
Alex Hürzeler (rechts) gratuliert Preisträger Ernst Lämmli
Der Aargauer Sportminister Alex Huerzeler lueftet das Geheimnis
Schwinger Christoph Bieri (links) und Pascale Bruderer bei der Gala zum aargauer des Jahres 2010
Schwinger Christian Studinger(links) und Roland Brogli
Organisator Christian Koch mit Kunstturnerin Jennifer Senn
Badens Stadtammann Stephan Attiger (links) und Christian Menzi
Christoph Baur (links), CEO der AZ Medien-Gruppe und Ernst Laemmli
Alex Hürzeler mit Wolfgang Rytz Alex Hürzeler mit Wolfgang Rytz
Eliane Burki mit Alphorn Alex Hürzeler mit Wolfgang Rytz
Esther Süss, Sportlerin des Jahres 2010 Esther Süss, Sportlerin des Jahres 2010
Ernst Lämmli im Interview Ernst Lämmli im Interview
Alex Hürzeler spricht an der Sport-Gala Alex Hürzeler spricht an der Sport-Gala
Sportlerehrung an der Sport-Gala Sportlerehrung an der Sport-Gala
Ehrung der erfolgreichen Sportler Ehrung der erfolgreichen Sportler

Theo Vögtli und Rollstuhlsportlerin Patricia Keller Alle Bilder: Alex Wagner

Normalerweise sind Sportler schneller als Politiker. Ausser es ist Wahljahr. Bei den letzten Austragungen der Aargauer Sport-Gala unterhielten sich die Athleten jeweils bereits gemütlich beim Apéro, während die Politiker erst nach und nach eintrudelten. Am Freitagabend hingegen war es umgekehrt. Wahlwerbung in eigener Sache stand im Vordergrund. Die Aargauer Ständeratskandidaten suchten die Offensive und versuchten das eine oder andere Tor zu schiessen.

Bereits gewonnen hat ihre Wahl Esther Süss, die frisch gekürte Aargauer Sportlerin des Jahres 2010. Sie genoss den Abend in vollen Zügen, griff beim Auftritt der Alphorn-Virtuosin Eliana Burki gleich selbst zum Fotoapparat, um sich eine bildliche Erinnerung an die Sport-Gala zu sichern. Als Sportminister Alex Hürzeler am Ende der Gala die Mountainbikerin aus Küttigen zur Preisübergabe auf die Bühne bat, war es so etwas wie ein firmeninterner Anlass und ein Treffen von Verwaltungsratspräsident mit einer Angestellten. Schliesslich leitet Hürzeler das Bildungsdepartement und ist Süss in Teilzeit Handarbeitslehrerin.

«Ich wäre ein exzellenter Schwinger geworden»

Welchen Stellenwert des jährliche Klassentreffen der Sportstars inzwischen hat, bewies die Anwesenheit der kompletten Aargauer Regierung. Damit beim Quintett nicht etwa das Bedürfnis geweckt werde, an diesem Abend zu regieren, platzierte sie Gastgeber Ruedi Suter an verschiedenen Tischen, wie der IASV-Präsident bei seiner Eröffnungsrede betonte. Als Sportminister Alex Hürzeler später von Moderator Matthias Aebischer auf allfällige gemeinsame sportliche Aktivitäten der Regierungsräte angesprochen wurde, versprach Hürzeler, dieses Thema an der Klausurtagung von nächster Woche aufzunehmen. Und zu Peter C. Beyeler gewandt, meinte Hürzeler, dass der Landammann wohl schon von einem gemeinsamen Segeltörn träume. Die Aargauer Regierung als Alinghi-Besatzung in stürmischer See - wieso auch nicht? Da kann man auch mal baden gehen oder sogar abtauchen, ohne dass es jemanden stört.

Die Gespräche mit den Sportlerinnen und Sportlern auf der Bühne erwiesen sich mehrmals als wahre Highlights und provozierten immer wieder herzhafte Lacher im Saal. Da störte es auch nicht, dass der Bereich Comedy diesmal aus dem Rahmenprogramm verbannt blieb. Niemand vermisste angesichts des komödiantischen Talents des ungleichen Duos Fabio Caduff und Christoph Bieri die Profis. Der Snowboarder und der Schwinger wissen jetzt, welchen Weg sie nach dem Ende ihrer Sportkarrieren einschlagen können. Oder um es in den Worten des 167 cm grossen Caduffs zu sagen: «Ich wäre ein exzellenter Schwinger geworden».