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Spielmann und Lugo: Badens Torgaranten für die Sensation gegen St. Gallen

Der Erstligist FC Baden empfängt am Samstag (15 Uhr) im Schweizer Cup den FC St. Gallen. Für die Beschäftigung der Ostschweizer Verteidigung werden allen voran Stürmer Luiyi Lugo und der 18-jährige Mittelfeldspieler Marvin Spielmann bemüht sein.

Cedric Heer
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Badens Torgaranten: Mittelfeldspieler Marvin Spielmann (rechts) und Stürmer Luiyi Lugo erzielten fünf von sechs Saisontreffern.

Badens Torgaranten: Mittelfeldspieler Marvin Spielmann (rechts) und Stürmer Luiyi Lugo erzielten fünf von sechs Saisontreffern.

Otto Lüscher

Vor fast zehn Jahren war der FC St. Gallen zum letzten Mal im Schweizer Cup zu Gast in Baden. Die Ostschweizer trafen auf den damaligen Challenge-Ligisten, der dem Vertreter aus der Super League einiges abverlangte. Damals mussten sich die Aargauer in einer hitzigen Partie erst in der Verlängerung nach einem Doppelpack von Pavlovic geschlagen geben. «Es freut uns, dass wir derart tolle Cup-Partien im Esp spielen dürfen. Damals wie heute ist das eine grossartige Sache», schwärmt Thomi Bräm, Präsident des FC Baden. «Im Cup gibt es immer eine latente Chance, dass der David dem Goliath ein Bein zu stellen vermag.»

Badener Geheimrezept

Dass die Badener auch in dieser Saison für eine Überraschung gut sind, davon ist auch der neue Trainer Gabor Gerstenmaier überzeugt: «Ich erhoffe mir eine gut organisierte und konzentrierte Leistung. Unsere Chance liegt darin, dass wir kompakt stehen und schnell nach vorne umschalten können.» Auf die Frage nach dem Badener Geheimrezept und den St. Galler Schwächen, entgegnet Gerstenmaier nach kurzem überlegen überzeugt: «Auch wenn es sich beim Gegner um einen gestandenen A-Ligisten handelt, passieren in der Verteidigung immer wieder Fehler. Deshalb müssen wir die gegnerische Abwehr beschäftigen und unsere Chancen durch schnelle Konter und 1-gegen-1-Situationen suchen. Dann ist jeder Gegner verwundbar.»

Den Gegner beschäftigen

Für diese Beschäftigung der gegnerischen Verteidigung werden allen voran Stürmer Luiyi Lugo und der erst 18-jährige Mittelfeldspieler Marvin Spielmann bemüht sein. Der dominikanisch-schweizerischer Doppelbürger Lugo befindet sich in einer bemerkenswerten Frühform. Im ersten Saisonspiel gegen Balzers war Lugo verantwortlich für die ersten beiden Tore. Beim Unentschieden gegen Gossau traf der 20-jährige zum 2:2-Endstand. Für die beiden anderen Treffer im Auftaktspiel war Flügelflitzer Marvin Spielmann zuständig. Zudem konnten sich die beiden die jeweiligen Assists gutschreiben lassen. Ein starkes Duo also, das den St. Gallern ordentlich einheizen soll.

Die Ostschweizer haben ihrerseits in der noch jungen Saison bereits einige Höhen und Tiefen erlebt. Einerseits entführte der FCSG sensationelle drei Punkte aus Basel, andererseits folgte in Thun die Ernüchterung, als man mit 1:3 verlor. Die Espen scheinen also durchaus verwundbar, auch wenn sie vor allem durch ihre Offensivabteilung um Bunjaku und Cavusevic äusserst gefährlich und effizient auftreten können.

An die kleine Chance glauben

Dem ist sich auch Trainer Gerstenmaier bewusst: «Wir sind gut in die neue Saison gestartet. Trotzdem müssen wir uns noch steigern. Gelingt diese Steigerung und können die Badener mit einer kompakten Defensive und schnellen Angriffen Paroli bieten, dann könnte sich im Stadion Esp eine faustdicke Überraschung ereignen. «Jeder muss über sich hinauswachsen und gänzlich in diese kleine Chance vertrauen, die wir haben», erklärt Gerstenmaier, der postwendend anfügt: «Ich denke, dass wir das Publikum begeistern können.»

Doch nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch stellt eine derartige Cup-Begegnung einen Amateurverein vor grosse Hürden. Präsident Bräm erklärt diesen Umstand folgendermassen: «Wir sind allesamt ehrenamtliche Vorstandsmitglieder und deshalb fordert uns die Organisation und Koordination der rund 100 im Hintergrund eingesetzten Personen bis in die Fingerspitzen. Wir sind deshalb froh, dass wir die nötigen Erfahrungen bereits vor einem halben Jahr im Cup gegen den FC Zürich machen konnten.»

Erhöhtes Sicherheitsdispositiv

Zu den angesprochenen Erfahrungen gehört unter anderem das erhöhte Sicherheitsdispositiv, das vom Verband und der Polizei vorgegeben wird. Rudi De Fina, der bei den FCB-Heimspielen verantwortlich für die Sicherheit ist, weiss, dass der sicherheitstechnische Aspekt eines der grössten Themen rund um eine solche Partie ist. «Durch die verstärkten Eingangskontrollen, der Kanalisation der Leute im Stadion und der Abtrennung der Sektoren durch Absperrgitter kommt auf uns ein nicht unwesentlicher (finanzieller) Mehraufwand zu. Zudem kommt die grösste Rechnung nach dem Spiel von der Polizei.»

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