Morgen Freitag endet für Kilian Braun die erste Woche als «Sportler des Jahres». Letzten Freitag wurde der Rothrister im Rahmen des «Sportstars 2013 Region Zofingen»-Gala ausgezeichnet. Dass ausgerechnet er aus einer Randsportart die meisten Stimmen erhalten habe, überraschte ihn. «Ice-Cross-Downhill kennt ja noch fast keiner», meint er.

Mit Schlittschuhen rasen die Cracks einen Eiskanal hinunter. «Mich fasziniert die Kombination aus Speed, Eis, Sprüngen und die Show ringsherum, die dich zu Höchstleistungen pusht», sagt Kilian Braun, «das ist für mich der perfekte Sport.» Ursprünglich kommt der 26-Jährige aus dem Eishockey. «Da war ich immer schnell wie eine Rakete», erzählt er und lacht, «mit Pässen und Schüssen hatte ich aber stets meine liebe Mühe.» Deshalb ist er froh, dass es beim Ice-Cross-Downhill statt um Stock- um Fahrtechnik geht.

Mannschafts-Weltmeistertitel im «Swatch Pro Team»

Die Wahl zum Sportler des Jahres hatte sich «Kilu» verdient, weil er die Saison 2012/13 mit dem Mannschafts-Weltmeistertitel im «Swatch Pro Team», der Nationalmannschaft, abschloss und auch als Einzelathlet mehrmals glänzte.

Mittlerweile ist für Braun bereits die nächste Saison vorbei. Ende März fand das letzte Rennen der Red-Bull-Crashed-Ice-Serie in Québec statt. Heuer umfasste die Serie nur vier statt fünf Rennen. Kilian Braun wurde in Helsinki Zehnter, in St. Paul Zwölfter, in Moskau 35. und in Kanada Achter. In der Gesamtwertung reichte dies für Platz 10. «Damit bin ich zufrieden», sagt Braun, der sich als bester Schweizer im Vergleich zum Vorjahr um einen Rang verbesserte.

Als Equipe rutschte das Swatch Pro Team auf Platz 5 ab. «Das Niveau ist gestiegen, die Konkurrenz stärker geworden», begründet dies der Teamleader. Er müsse nun an seinem Start arbeiten, bei dem die Athleten wie beim Ski- und Bordercross aus Gates herauspreschen.

Wie Kilian Braun einen Eiskanal hinunterrast

Selbstgemachtes Trainingsgelände

Im Sommer will Kilian Braun intensiv trainieren, unter anderem auf Pumptracks, die er gleich selber baut. Seit kurzem ist er für eine Firma im bündnerischen Jenaz tätig, nachdem er sein Studium zum Schreiner/Techniker HF abgeschlossen hat.

«Ich brauche Bewegung, kann nicht im Büro sitzen und planen», sagt Kilian Braun. Mit einem Team realisiert er die Parcours, die er als eine Art «Sportlerspielplätze» betitelt und die vorwiegend für Biker gedacht sind. Kilian Braun nutzt sie – wie Schlittschuhe und Eiskanäle – irgendwie anders. Er fährt sie mit Inlineskates, als Vorbereitung aufs Ice-Cross-Downhill.

Und der Bewegungsmensch frönt noch einer neuen Disziplin: Er versuchte sich etwa in Japan im «Red Bull Freeze», im Slopestyle auf Eis mit Schlittschuhen. Auf der pickelharten Unterlage zeigen die Athleten im Rahmen von Showcontests Sprünge und Tricks. «Dieser Sport steckt in den Kinderschuhen, ich bin gespannt, wie er sich entwickelt», sagt Kilian Braun.