Die kantonalen Titelkämpfe in Wohlen waren ein Heimspiel für Sophie Lüscher. Auf der Anlage des TC Wohlen hat die 15-Jährige aus Seengen das Tennisspielen erlernt. Vor vier Jahren wechselte sie an eine Sportschule in Kreuzlingen, um noch intensiver trainieren zu können. Jetzt gelang ihr eine überzeugende Rückkehr.

Als Turniernummer zwei spielte sie sich souverän ins Finale und gab dabei keinen einzigen Satz ab. Die grösste Hürde wartete im Endspiel mit Lisa Küng. Die beiden kennen sich gut, denn sie gehören in der Altersklasse U16 zu den stärksten Spielerinnen der Schweiz. Das bislang einzige Duell konnte Lüscher in einem Final in zwei Sätzen gewinnen. Ein gutes Omen.

Den Rhythmus gebrochen

Doch es war Küng, die den besseren Start erwischte. Sie agierte druckvoller und konnte Lüscher so daran hindern, ihr variables Spiel aufzuziehen. Der erste Satz ging mit 6:4 an Küng. «Ich fand zu Beginn nicht wie gewünscht ins Spiel. Lisa machte viel Druck und ich fühlte mich vor allem beim Service etwas unsicher», so Lüscher. In der Folge aber konnte sich die Lokalmatadorin steigern und den Lauf von Küng brechen.

Immer wieder spielte sie Slicebälle, streute hin und wieder Stopps ein und spielte mit mehr Spin. Eine Taktik, die sich bezahlt machte: Mit 6:1, 6:1 gingen die Sätze zwei und drei an Sophie Lüscher, die sich damit ihren ersten Aargauer Meistertitel bei den Aktiven sichern konnte. «Dieser Titel ist für mich etwas Besonderes, denn ich habe sechs Jahre in Wohlen trainiert. Die Atmosphäre war toll und die Organisation super», freute sich Lüscher nach ihrem Turniersieg.

Bei den Männern ist Ignasi Villacampa-Rosés Stammgast im Endspiel der kantonalen Meisterschaften. Der gebürtige Spanier, der seit mehreren Jahren im Aargau wohnt, hat in den letzten beiden Jahren das Turnier gewonnen. Und so überraschte es denn auch nicht, dass die Nummer 24 der Schweiz sich erneut fürs Endspiel qualifizierte. Dort traf er auf Jonas Schär, der im Halbfinal gegen den stärker klassierten Oliver Mrose in drei Sätzen gewonnen hatte.

Schär und Villacampa-Rosés haben erst vor einer Woche bei einem Turnier in Thun im Final gegeneinander gespielt. Damals siegte Villacampa-Rosés in zwei Sätzen. Auch diesmal erwischte der Favorit den besseren Start und entscheid den ersten Durchgang souverän mit 6:1 für sich. Im zweiten Satz konnte sich der 18-jährige Schär dann aber steigern und das Geschehen offen halten.

Die beiden boten dem Publikum beste Unterhaltung mit vielen attraktiven Ballwechseln. Am Ende war es Ignasi Villacampa-Rosés, der das bessere Ende für sich behielt und dank einem 6:1, 6:4-Sieg seinen dritten Titel in Folge gewinnen konnte. «Es ist unglaublich, dass ich das Turnier jetzt Mal hintereinander gewinnen konnte. Es war ein hartes Finale, insbesondere im zweiten Satz», so der glückliche Sieger, der wenig später an der Seite von Jonas Schär auch noch den Titel im Doppel gewann.