FC Aarau

«Sonst ist die Übung sinnlos»: Unter dieser Bedingung befürwortet der FC Aarau das Geisterspiel-Konzept

Vorgeschmack auf das, was kommen könnte: FCA-Spieler Thiesson (rechts) im Geisterstestspiel gegen Dornach, im Hintergrund die leere Brügglifeld-Tribüne

Vorgeschmack auf das, was kommen könnte: FCA-Spieler Thiesson (rechts) im Geisterstestspiel gegen Dornach, im Hintergrund die leere Brügglifeld-Tribüne

Organisatorisch, infrastrukturell und nicht zuletzt finanziell: Der Mehraufwand für die Klubs, die das Geisterspielkonzept der Swiss Football League mit sich bringt, sind immens. Rechnet sich das? Unter einer Bedingung, sagt FCA-Vizepräsident Philipp Bonorand.

32 Seiten umfasst das Konzept, das die Swiss Football League für die Fortsetzung der Saison 2019/20 mit Geisterspielen verfasst hat. Ein allfälliger Start der Umsetzung steht in den Sternen - der früheste Zeitpunkt dürfte Anfang Mai sein.

Training in Kleingruppen, Training im Gesamtverbund, Spielbetrieb - alles ist bis ins kleinste Detail geregelt. So müssen vor jeder Trainingseinheit die Garderoben desinfiziert werden, an jeder Ecke muss dauernd Desinfektionsmittel bereitstehen, die Spieler sollen zu Hause duschen und dürfen die Stadionanlage nur mit frisch gewaschenen Kleidern betreten. Trainings- und Spielfeld ausgenommen, herrscht auf dem Vereinsgelände Maskenpflicht. Mannschaften, Schiedsrichter und Betreuerstab müssen vor jeder Partie auf das Coronavirus getestet werden, dabei dürfen zwischen Test und Spielbeginn maximal 24 Stunden liegen. Kurzum: Der Aufwand, um die verbleibenden 15 Runden in der Super und Challenge League (inklusive Barrage) durchzuführen, ist immens. Organisatorisch, infrastrukturell und finanziell, wobei gilt: Ein Preisschild hat das Konzept bis jetzt nicht. Und wer was bezahlt (SFL? Klubs?), ist ebenfalls offen.

Es stellt sich die Frage: Steht der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag?

«Ja», sagt Philipp Bonorand, Vizepräsident des FC Aarau: «Das Ganze ist sehr komplex, verbunden mit viel Aufwand. Es entstehen Mehrkosten, die noch nicht konkret abschätzbar sind. Trotzdem: Sollten die Behörden das Okay geben, ist das Konzept aus unserer Sicht umsetzbar.» Heisst: Die TV-Gelder, die im Fall der Fortsetzung der Saison fliessen, sind höher als die Mehrkosten und die fehlenden Matcheinnahmen (Ticketing, Catering).

Bonorand stellt jedoch eine Bedingung: «Alle Geisterspiele müssten für die Zuschauer entweder im TV oder im Internet frei zugänglich sein, ansonsten ist die Übung in unseren Augen sinnlos. Ohne öffentliche Präsenz hätten unsere Sponsoren keinen Nutzen an den Geisterspielen und es drohen wie im Fall eines Saison-Abbruchs Regressforderungen.»

Normalerweise wird pro Spieltag eine Partie der Challenge League live übertragen, von den restlichen vier Spielen werden lediglich die wichtigsten Szenen gezeigt. Eine allfällige breitere öffentliche Live-Präsenz der Geisterspiele wird im Konzept der Swiss Football League nicht thematisiert. Klar ist: Nicht nur der FC Aarau, sondern alle 20 Schweizer Profiklubs dürften ein Interesse an Präsenz ihrer Sponsoren im Free-TV haben. Wer weiss, vielleicht laufen die FCA-Geisterspiele dereinst auf TeleM1 oder auf dem Onlineportal der Aargauer Zeitung.

Im Brügglifeld laufen seit Mittwoch die Vorbereitungen: Trainingspläne erstellen, Infrastruktur herrichten, Schutzmasken und Desinfektionsmittel anschaffen. Der FC Aarau will bereit sein, falls der Profifussball bald einmal grünes Licht erhält.

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