Challenge League
«So steigen sie auf» – was die Konkurrenz und Ehemalige dem FC Aarau in der Rückrunde zutrauen

Bald beginnt in der Challenge League die Rückrunde. Die Aargauer Zeitung hat sich deshalb umgehört bei der Konkurrenz und Ehemaligen des FC Aarau. Das trauen Sie dem FC Aarau in dieser Saison noch zu.

Sebastian Wendel, Ruedi Kuhn
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Ex-Aarau-Trainer René Weiler verrät, was er dem FCA in der Rückrunde zutraut.

Ex-Aarau-Trainer René Weiler verrät, was er dem FCA in der Rückrunde zutraut.

Martin Meienberger/freshfocus

Nach jahrelangem Schattendasein endlich wieder im Gespräch: An der Award Night am Montag im KKL Luzern ist der FC Aarau eines der meistgehörten Tuschelthemen. Genauer gesagt: Die Aufholjagd der Aarauer vor der Winterpause. «19 Punkte aus 7 Spielen machen Eindruck», sagt «Teleclub»-Experte Pascal Zuberbühler. Der frühere FCA-Goalie (2001) prognostizierte Anfang Saison Rang 1 oder 2 für das Team von Trainer Patrick Rahmen. «Für die ersten zwei Plätze wird es in der Rückrunde nicht mehr reichen», sagt «Zubi», aber Aarau werde in der Tabelle weiter nach oben klettern (derzeit Rang 6).

Andere trauen dem FCA da weitaus mehr zu. Ausgerechnet Giorgio Contini,Trainer des grössten FCA-Konkurrenten Lausanne, sagt: «Wenn die Aarauer weitermachen wie vor Weihnachten, steigen sie auf.» Nicht den Aufstieg, aber eine andere Bestmarke prognostiziert Aufstiegstrainer René Weiler seinem Ex-Klub.

René Weiler, Trainer FC Luzern

Alexander Wagner
Die Mannschaft des FC Aarau ist für Challenge-League-Verhältnisse sehr stark aufgestellt. Der Saisonstart war schlecht, doch nach dem Schlussspurt in der Vorrunde mit sechs Siegen und einem Unentschieden ist das Selbstvertrauen zurück. Ich traue den Aarauern zu, dass sie in den 18 Rückrundenspielen die meisten Punkte aller Teams holen werden. Trotzdem wird es wohl nicht mehr für den Barrage-Platz reichen, der Abstand nach vorne ist nach dem verpatzten Start einfach zu gross.

Igor Nganga, FC Lausanne-Sport

Keystone
Wir stehen in der Tabelle vor Aarau. Aber ich weiss: Es wird verdammt schwer für uns, den Platz vor dem FC Aarau zu verteidigen. Der FC Aarau hat wohl die stärkste Mannschaft seit Jahren. Ich kann mich nicht erinnern, in Aarau mal so viele so gute Mitspieler gehabt zu haben. Ich wünsche dem FC Aarau alles Gute. Am schönsten wäre, wenn Ende Saison Lausanne direkt aufsteigt und Aarau via Barrage.

Alain Geiger, Trainer Servette

KEYSTONE/PATRICK HUERLIMANN
Der FC Aarau ist zweifellos eine der stärksten Mannschaften der Challenge League. Zu Beginn lief es nicht wunschgemäss, weil von Rahmen die Mannschaft neu zusammengestellt wurde. Die Automatismen funktionierten nicht. In der Challenge League reichen Technik und Spielkunst nicht, um ganz vorne mit dabei zu sein. Ohne Einsatzwillen, Zweikampfstärke und einen guten Teamspirit läuft nichts.

Pascal Zuberbühler, Experte Teleclub

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Ich muss dem Präsidium des FC Aarau ein grosses Lob aussprechen: Trotz dem miserablen Saisonstart haben sie Ruhe bewahrt und an Trainer Patrick Rahmen festgehalten. Früher habe ich den FCA oft kritisiert, aber das war ganz stark. Ich wusste, dass Patrick mehr aus dieser Mannschaft holen wird. Aarau wird in der Tabelle weiter nach oben klettern, aber für die Barrage wird es in dieser Saison nicht mehr reichen.

(Quelle: )

Davide Callà, FC Winterthur

 Portrait des ehemaligen FC Aarau und FC Basel Spielers Davide Calla, welcher nun im nächsten Spiel mit dem FC Winterthur am 27.7 auf seinen Ex-Club treffen wird. (24. Juli 2018)

Portrait des ehemaligen FC Aarau und FC Basel Spielers Davide Calla, welcher nun im nächsten Spiel mit dem FC Winterthur am 27.7 auf seinen Ex-Club treffen wird. (24. Juli 2018)

Claudio Thoma
Die Niederlagenserie des FCA zu Beginn hat mich sehr überrascht. Trotzdem war klar, dass Aarau sich erholen wird. Ich gehe davon aus, dass Servette direkt aufsteigt. Der Kampf um den Platz in der Barrage ist offen. Lausanne, Wil und wir Winterthurer haben gute Karten. Wenn Aarau so weitermacht, werden sie auch an der Barrage schnuppern. Ich freue mich auf das Direktduell im März auf der Schützenwiese.

Giorgio Contini, Trainer Lausanne-Sport

KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD
Aarau war für mich vor der Saison ein Aufstiegskandidat und ist es auch jetzt noch. Ich habe die Aarauer noch nicht abgeschrieben. Machen sie weiter wie zuletzt, steigen sie auf. Der Barrage-Platz muss für sie das Mindestziel sein. Innerhalb des Teams steckt viel Substanz. Das Offensivpotenzial ist gross. Die Auswahl im Sturm mit Schneuwly, Maierhofer, Karanovic, Rossini, Almeida und Tasar ist ein Traum für jeden Trainer.

Urs Meier, Trainer Rapperswil-Jona

KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die Challenge League ist in dieser Saison ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Servette lässt sich den Aufstieg wohl nicht mehr nehmen. Hinter den Genfernist allerdings alles offen. Startet der FC Aarau erfolgreich in die Rückrunde, liegt der Barrage-Platz noch drin. Was das Stärkeverhältnis zwischen den zehn Mannschaften betrifft, sind die Aarauer ganz vorne mit dabei.