Smolball
Smolball – Wenn Roger Federer der nächste Torschützenkönig sein könnte

Eine neue Sportart erobert die Schulen – und bleibt wohl auch dort. Baden stellt dabei eines von nur sechs Teams in der Liga, die es erst seit 2009 gibt. Die Sportart kann auf unterschiedliche Art und Weise gespielt werden.

Fabian Sanginés
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Smolball
5 Bilder
Hoch umkäpfter Ball (rot Baden)
Männer springen höher
Simon Benninger (l.) erkämpft sich den Ball
Badens Vizepräsidentin Maya Becker (l.) und Präsidentin Sabine Haerden

Smolball

fotojaus.ch

Man stelle sich vor, Roger Federer und Stanislas Wawrinka kombinieren sich durch die gegnerische Defensive, worauf der Schweizer Rekord-Grand-Slam-Sieger Yann Sommer im Tor mit einer krachenden Vorhand keine Abwehrchance lässt. Undenkbar für Jeden, der Smolball nicht kennt (zugegeben wohl mindestens eine knappe Mehrheit der Nation).

Unzählige Varianten

Die Worte «schnell» und «dynamisch» fallen in jeder Beschreibung über die Randsportart, welche mit eigens entwickelten Schläger und Toren gespielt wird.

Seit 2009 kennt Smolball eine eigene Meisterschaft und seit 2012 gar einen Schweizer Verband. Der Vollständigkeit halber gilt es anzufügen, dass das nationale Championat, welches auf diese Saison hin von vier auf sechs Mannschaften aufgestockt wurde, im Hallen-Smolball ausgetragen wird.

Denn die Varianten reichen von Beach- über Schnee-, bis zu Wasser-Smolball, also über nahezu jedes Element und diverser Fortbewegungsmittel (es gibt auch Inline- oder Rollstuhl-Smolball).

Bevor nun aber alle Sportler aufschreien, welche aufgrund der Hallenknappheit sonst schon schlecht auf neue Sportarten zu sprechen sind, muss erwähnt werden, dass Smolball sinnvollerweise mit einer Einfachturnhalle bestens zurecht kommt. Hinzu kommt, dass die Meisterschaft zwar zwischen September und Juni, aber in nur sechs Turniertagen ausgetragen wird.

Baden mittendrin

Zu den sechs besten Teams der Nation gehört auch der 2008 gegründete Smolball Club Baden, präsidiert von den Lehrerinnen Sabine Haerden und Maya Becker.

«Smolball ist sehr schnell und dynamisch, dazu wird die Meisterschaft ‹mixed› ausgetragen», erklärt Becker, was für sie die Attraktivität von Smolball ausmacht, worauf Haerden ergänzt: «zudem ist der Umgang untereinander sehr fair – fairer als in den meisten anderen Sportarten. Auf die Mischung aus Unihockey und Tennis sind beide in ihrer Lehrerausbildung aufmerksam geworden. «Wir wollten unbedingt weiterspielen, weshalb wir einen eigenen Verein gründeten», so Becker, die derzeit intensiv auf der Suche nach MitspielerInnen ist.

Nomen est Omen

Erfinder und Markeninhaber von Smolball ist Janusz Smolinski, welcher der Sportart ganz unbescheiden seinen Namen aufdrückte.

«Im Sportunterricht habe ich Smolball zum Einwärmen spielen lassen. Die Jungs wollten aber nicht mehr aufhören, weshalb eine ganze Stunde daraus wurde. Da habe ich das Potenzial dieser Sportart erkannt», so der Pole.

Die Idee von Smolinski hat, besonders in der heutigen Zeit, durchaus lobenswerten Charakter: «Auch sonst nicht so sportliche Leute können auf Anhieb mitspielen. Zudem gibt es kaum eine Sportart, die alle Körperteile annähernd so fordert wie Smolball.»

Dass in den Spielen nahezu befreit von jeglichen taktischer Fesseln zu Werke gegangen wird, trägt seins dazu bei, dass zwar wohl der Spassfaktor beim Ausüben gross ist, wohl aber nur wenige «Smolballfanatiker» hervorbringen wird. So dürfte ausserhalb vom Schulsport dieser Artikel bei den meisten Lesern in die Kiste «unnützes Wissen» abgelegt werden.