Über 100 Menschen haben sich am frühen Samstagabend in der Ebnet-Turnhalle in Frick eingefunden. Vielleicht wurden sie vom Raclette-Duft angelockt, vielleicht wollten sie der Dunkelheit und dem deprimierenden Dauerregen entfliehen. Oder ganz einfach dem NLB-Spitzenkampf zwischen Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisen und dem VBC Luzern beiwohnen.

Die Stimmung in der Halle ist jedenfalls prächtig, doch der Leader aus der Zentralschweiz macht von der ersten Sekunde an klar, dass er nicht ins Fricktal gekommen ist, um Geschenke zu machen. Die Zentralschweizer zeigen eine äusserst abgeklärte Leistung, die Angriffe des Heimteams zerschellen oft am starken Luzerner Block. Smash-Spielertrainer Lucian Jachowicz und Assistent Mike Fehlmann versuchen mit zwei frühen Auszeiten (bei 3:8 und 5:14) den Lauf der Gäste zu brechen - vergeblich. Mit 25:14 gewinnen die Luzerner den ersten Durchgang.

Lichtblick für die jungen Fricktaler

In der Folge mehren sich die Lichtblicke bei den jungen Fricktalern (zeitweise beträgt das Durchschnittsalter 19,8 Jahre). Im zweiten Satz vermag das Heimteam zwischenzeitlich von 2:8 auf 17:18 zu verkürzen. Zu Beginn des dritten Abschnitts kommen die Laufenburger und Kaister gar kurzzeitig in den Genuss einer Führung (3:0 und 5:3). Am Ende setzt sich der Favorit aber zweimal mit 25:19 durch. Dass Kilian Kasper mit der letzten Aktion des Spiels im gegnerischen Block hängenbleibt, ist symptomatisch.

Dem Heimteam bleibt nach nur 70 Minuten nichts anderes übrig, als den Luzernern zum sechsten Sieg im sechsten Meisterschaftsspiel zu gratulieren. «Sie waren uns in allen Belangen überlegen. Im Angriff spielten sie cleverer, ihr Block war stabiler und in der Verteidigung agierten sie disziplinierter», analysierte Lucian Jachowicz und fand darüber hinaus äusserst selbstkritische Worte zu seiner eigenen Leistung: «Ich habe heute schlecht gespielt und es nicht geschafft, die Jungen zu führen.»

Aufstieg in zwei, drei Jahren als Ziel

Der Deutsche, der zu Beginn dieser Spielzeit aus Schönenwerd zum NLA-Absteiger gestossen ist, hat in dieser Übergangssaison das erreichen der Playoffs zum Ziel erklärt. Der Aufstieg soll erst in zwei, drei Jahren wieder ein Thema werden, schliesslich kommt eine Handvoll seiner Spieler zum ersten Mal regelmässig auf NLB-Niveau zum Einsatz.

Jachowicz, der sich bei bei Volley Smash 05 «sehr wohl» fühlt, ist vom Potenzial seiner Equipe überzeugt: «Die Jungen haben eine gute Grundtechnik, in puncto Athletik und Spielintelligenz müssen sie aber zulegen.» Primäres Ziel des ehemaligen Bundesligaspielers ist es, mehr Konstanz in die Leistungen des Teams zu bringen. «Noch sind unsere Täler zu tief», erklärt der 27-Jährige und nimmt sich diesbezüglich die Luzerner zum Vorbild: «Sie haben gegen uns eine kompakte Mannschaftsleistung mit kleinen Abweichungen gezeigt. So etwas müssen wir mittelfristig auch hinkriegen.»

Überzeugend im Cup

Am Sonntag war das NLB Team bereits wieder im Cup im Einsatz. Mit Volleyball Papiermühle aus der 1. Liga stand ein ziemlich unbekannter Gegner auf der Gegenseite. Doch die Laufenburger setzten sich relativ souverän mit 3:1 (25:16, 23:25, 25:20, 25:15) durch und stehen somit im Achtelfinal.