Curling
Skip Silvana Tirinzoni: «Die Eröffnungsfeier hätte ich gerne miterlebt»

Aaraus Frauen mit Skip Silvana Tirinzoni mussten in der Olympia-Qualifikation Davos knapp den Vortritt lassen. Die amtierende Schweizer Meisterin will nächste Woche ihren Titel verteidigen und damit die Schweiz erneut an der WM in Kanada vertreten.

Andreas Fretz
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Silvana Tirinzoni (M.) und ihr Team glänzen zum Schluss.keystone

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Silvana Tirinzoni, mögen Sie die Curling-Wettbewerbe in Sotschi überhaupt verfolgen?

Ja natürlich, ich schaue sogar sehr intensiv. Oder anders gesagt: so gut es meine Arbeit zulässt. Ich arbeite neben dem Curling 50 Prozent bei der Migrosbank. In der Cafeteria hat es zum Glück eine Grossleinwand. Auch für die Morgenspiele, die bereits um 6 Uhr starten, finde ich gut Zeit. Es gibt ja heutzutage alle möglichen Kanäle, um das Geschehen in Sotschi zu verfolgen.

Sie haben mit Aarau die Olympia-Qualifikation hauchdünn verpasst. Schmerzt es nicht, nun Skip Mirjam Ott zuschauen zu müssen?

Klar, mit einem einzigen Sieg mehr hätten wir die Davoserinnen noch herausfordern können. Aber die Entscheidung ist bereits im April gefallen, wir hatten also genügend Zeit, diese Enttäuschung zu verarbeiten. Allerdings muss ich zugeben, dass es mir während der Eröffnungsfeier schon schwergefallen ist, zuzuschauen. Diesen Moment hätte ich gerne miterlebt.

Was trauen Sie den Schweizer Teams zu?

Wir haben zwei sehr gute Equipen am Start, die gut vorbereitet nach Sotschi reisten und die jeden Gegner schlagen können. Die Frauen mit Mirjam Ott haben gegenüber den Männern vom Team Adelboden den Vorteil, dass sie auf diesem Niveau sehr erfahren sind. Für die Männer wird es nach der dummen Niederlage gegen Russland natürlich schwierig. Aber grundsätzlich traue ich beiden Teams eine Medaille zu.

Am Montag beginnt in Schaffhausen die Finalrunde der Schweizer Meisterschaft. Aarau ist Titelverteidiger.

Der Titel ist erneut unser Ziel. Davos wird wegen der Olympischen Spiele fehlen, aber ein Spaziergang wird das deshalb noch lange nicht. In den Top 25 der Welt befinden sich fünf Schweizer Frauen-Teams. Mit Flims, Bern und uns werden wohl drei Mannschaften um den Titel kämpfen. Bei den momentan viertplatzierten Badenerinnen fehlt Skip Alina Pätz, die als Ersatzfrau ebenfalls in Sotschi weilt.

Als Schweizer Meister dürften Sie an die WM.

Nach dem Verpassen der Olympischen Spiele haben wir die WM-Teilnahme in Kanada im Visier. Das ist unser neues, grosses Ziel.

Was wäre im März in Kanada möglich?

Wir gehen sicher nicht dorthin, um nur Erfahrung zu sammeln. Dieses Thema haben wir letztes Jahr mit Rang fünf quasi abgeschlossen. Wenn wir uns für die WM qualifizieren, haben wir die Ambition, dort auch um die Medaillen zu spielen.