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Sind die Talente des FC Aarau ausrangiert?

Beim 0:4 gegen die Young Boys erhält der FCA eine Lektion insachen Effizienz. Doch nicht nur das war auffällig: Vom Team Aargau stand zu Beginn kein einziger Akteur auf dem Platz.

Ruedi Kuhn
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Innenverteidiger Olivier Jäckle muss auf der Bank Platz nehmen.

Innenverteidiger Olivier Jäckle muss auf der Bank Platz nehmen.

foto-net / Alexander Wagner

Was tun aus Sicht des FC Aarau nach einem diskussionslosen 0:4? Bemühen wir den Konjunktiv, mit dem man zwar keine Spiele gewinnt, der aber alles ein bisschen besser aussehen lässt. Nehmen wir Remo Staubli: Der Flügelstürmer vergab in der 42. Minute die Riesenchance zum möglichen 1:1. Sandro Burki flankte den Ball zur Mitte, Otele Mouangue liess den Ball in seiner besten Szene passieren – und plötzlich stand Staubli alleine vor YB-Torhüter Marco Wölfli.

Tor? Nein! Der 24-Jährige schoss neben das Gehäuse, blickt zurück und sagt: «Eigentlich sah ich den Ball schon im Netz zappeln. Vielleicht war ich überrascht, dass ich so alleine war. In der Regel verwerte ich eine solch grosse Möglichkeit.» Mit dem Verarbeitungsprozess hat Staubli keine Mühe. «Als Profi muss man solche Rückschläge wegstecken.

Man darf nicht zu lange darüber nachdenken und muss nach vorne schauen. Das nächste Mal mache ich es besser», sagt er. Spätestens als Joker David Marazzi nach einer Stunde eine weitere hochkarätige Möglichkeit vergab, war klar: Das wird nichts. Schliesslich gaben die mangelnde Abschlussschwäche und die fehlende Effizienz der Aarauer den Ausschlag für die Berner.

Talente sind nur auf der Bank

Eine erstaunliche Erkenntnis gab es schon vor dem Anpfiff. In der Startformation des FC Aarau figurierte kein Talent vom Team Aargau. Das gab es schon lange nicht mehr. Der bei Trainer René Weiler in Ungnade gefallene Torhüter Joël Mall und der zuletzt fehleranfällige Olivier Jäckle drückten die Ersatzbank. Daniele Romano und Christopher Teichmann waren mit der U21 unterwegs. Bleibt nach dem 0:4 das leicht zynische Fazit, dass man mit den Hoffnungsträgern vom Team Aargau wohl auch nicht höher verloren hätte. Damit sind wir allerdings schon wieder beim Konjunktiv. Und mit dem gewinnt man bekanntlich keine Spiele.

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