Fussball
Simone Materazzi bringt ein Hauch Weltmeister zum SC Zofingen

Simone Materazzi, der Halbbruder des italienischen Weltmeisters Marco, spielt seit neuem in Zofingen. Erinnerungen an den WM-Final 2006 in Berlin werden wach. Zinedine Zidane verpasste Materazzi damals den legendären Kopfstoss.

Pascal Kamber
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Der 21-jährige Simone Materazzi spielt nun beim SC Zofingen.

Der 21-jährige Simone Materazzi spielt nun beim SC Zofingen.

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Fällt der Name «Materazzi», denkt wohl jeder Fussball-Fan sofort an jene Szene im WM-Final zwischen Frankreich und Italien von 2006. In der 109. Minute streckt Zinedine Zidane den italienischen Abwehrhünen Marco Materazzi mit einem Kopfstoss nieder und wird dafür vom Platz verwiesen. Vorangegangen war eine verbale Provokation Materazzis, der später im Elfmeterschiessen trifft und schliesslich den Weltmeistertitel feiert.

Doch was hat diese Aktion mit dem SC Zofingen zu tun? Nun, nicht viel. Und dennoch besteht seit diesem Jahr eine Verbindung – zumindest im entfernten Sinn. Der Grund dafür ist Simone Materazzi, der in der Winterpause vom FC Rapperswil-Jona zu den Thutstädtern gestossen ist. Der 21-jährige Verteidiger ist Marcos Halbbruder und der Sohn aus zweiter Ehe des legendären, ehemaligen Lazio-Rom-Trainers Giuseppe Materazzi, dessen erste Frau früh verstorben war.

Der Neo-Zofinger hat losen Kontakt mit seinem weltbekannten Halbbruder, doch schon wegen des Altersunterschieds von 19 Jahren sind die Interessen der beiden Geschwister unterschiedlicher Natur. Simone Materazzi erachtet es ohnehin als wichtiger, was er macht, besonders auf dem Fussballplatz. «Ich will nicht, dass die Leute denken, ich spiele bloss wegen meines Namens hier», sagt der Italiener, der in Rapperswil wohnt und in einem Café arbeitet, selbstbewusst.

Aus der Serie B in die 1. Liga

Trotzdem hatte Simone Materazzi in Rapperswil einen schweren Stand. «Auf meiner Position waren bereits zwei gute Spieler gesetzt», erklärt er. So kam das Wechsel-Angebot von SCZ-Trainer Giovanni Montalbano, der Materazzi von seinem Engagement als Assistenztrainer beim FCRJ im Herbst 2012 kennt, zum richtigen Zeitpunkt. «Ich bin glücklich hier. Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und der Verein ist super organisiert», erzählt Simone Materazzi, der vor seinem Wechsel zu Rapperswil im Nachwuchs des italienischen Serie-B-Klubs Bari spielte, von den ersten Eindrücken in der Thutstadt.

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