Der Hottwiler - Mitglied des gastgebenden VC Leibstadt - war angetreten, um im clubeigenen Bikepark den Schweizer Meistertitel zu verteidigen und die WM-Bronze-Medaille von Leogang (Österreich) im fünften Lauf der Pro Tour World Series zu bestätigen. Nach der Qualifikation für beide Endläufe ereilte den 21-Jährigen das Malheur im Final um die Landesmeisterschaft.

Der verflixte erste «Hoger»

«Es passierte nach dem Start am ersten ‚Hoger’ mit der ersten Kurve nach rechts. Ich hatte den vierten Startplatz rechts aussen, mein grösster Konkurrent Marco Muff den dritten links von mir. Wir beide, gleich schnell, wollten innen als Erste durch diese Kurve. Auf dem Kulminationspunkt gab es einen Körperkontakt und ich konnte mich nicht mehr halten», schilderte der Pechvogel seine Schrecksekunde.

Obwohl sein Sportgerät mit verdrehtem Lenker beschädigt war, beendete Waldburger den Lauf und kam als Vierter ins Ziel. «Erst nach der Zieldurchfahrt spürte ich die Schmerzen», sagte der Aargauer. Die Kontrolle im Spital Laufenburg ergab, dass nichts gerissen, jedoch an seinem rechten Fuss - «meinem Gaspedal» - die Achillessehne überdehnt war. Das bedeutet für die UCI-Nummer 2 eine Pause von zwei bis drei Wochen. «Ich denke, für die Fortsetzung der World Series hat dieser Unfall nicht direkte Folgen und ich kann am nächsten Lauf am 24. August im bulgarischen Pamporovo starten», ist Waldburger zuversichtlich. «Ärgerlich ist nur, weil es auf meiner Heimpiste passierte und ich nach dem ersten Semester mein Wirtschaftsstudium an der Uni Basel ab Februar unterbrach, um mich voll aufs Velofahren zu konzentrieren», hält sich seine Enttäuschung in Grenzen. Diese Fokussierung ist nur möglich, «weil ich zu Hause bei meinen Eltern wohnen, Teilzeit als Velomechaniker arbeiten, auf Sponsoren zählen kann und Glück mit Preisgeldern habe».

Kissling und Oetjen mit SM-Gold

Schweizer Meister wurde erstmals Jan Kissling (Worb) vor Ex-Meister Adrian Weiss (Lindau) und Co-Favorit Marco Muff (Winterthur). Kissling profitierte in diesem spektakulären Final von den «Platten» von Weiss wie Muff. Lucia Oetjen (Zürch) holte bei den Frauen vor Rachel Friedrich (Blumenstein) und Geraldine Fink (Hombrechtikon) Gold.

Der Franzose Quentin Derbier dominierte Qualifikation und Final und holte sich den Tagessieg im Weltcup. Den zweiten Platz verdiente sich Marco Muff. Der 19-jährige Winterthurer bestätigte seine starke Saison. Bronze holte sich Charly Gaillard aus Frankreich.