Silvan Widmer, wie geht es Ihrem Finger?

Silvan Widmer: Es geht ziemlich gut. Nach der Operation am Dienstag vor einer Woche habe ich ein paar Tage Pause gebraucht, aber es geht mir von Tag zu Tag besser, ich fühle mich sicherer und die Angst verschwindet.

Am 26. Januar brachen Sie sich im Spiel gegen Parma den kleinen Finger. Wie ist das passiert?

Den Fingerbruch habe ich mir in einer Szene ungefähr in der 75. Minute zugezogen. Nach einem Zweikampf nahe der Seitenlinie wollte ich den ins Aus rollenden Ball mit einer Grätsche im Spiel halten. Als ich mich mit der linken Hand auf dem Boden aufstützen wollte, passierte es.

Sie haben turbulente und erfolgreiche Tage hinter sich: Udinese schoss mit Inter und Milan zwei Schwergewichte aus dem Cup, im Halbfinal-Hinspiel gegen Fiorentina gaben Sie die Vorlage zum 1:0. Sie standen jeweils in der Startformation. Wie haben Sie diese Spiele erlebt?

Die drei Spiele im Cup waren jeweils super Erlebnisse. Gegen Inter habe ich ja bereits in der Meisterschaft gespielt, also habe ich mich gut auf den Gegner einstellen können. Das hat man auch im Spiel gemerkt, wir konnten den Gegner sehr gut neutralisieren. Gegen Milan auswärts im San Siro war es etwas anderes. In einem atemberaubenden Stadion, gegen absolute Weltklasse-Spieler. Fantastisch, da zu gewinnen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Fiorentina besitzen wir gute Finalchancen.

Die italienische Presse gab Ihnen Bestnoten, das dürfte Auftrieb geben …

Insgesamt waren es aus persönlicher Sicht drei gute Spiele, zumal es ein gutes Zeichen ist, wenn man in so wichtigen Spielen wie im Cup eingesetzt wird. Das Vertrauen des Trainers wollte ich auf dem Platz in gute Leistungen ummünzen. Und natürlich gaben mir diese positiven Spiele auch Auftrieb, sodass mich meine Verletzung hoffentlich nicht an weiteren Einsätzen hindert.

Wie stark hindert Sie die Verletzung?

Ich trainiere und spiele momentan mit einer Karbon-Schiene, an die ich mich noch gewöhnen muss, aber die mich super schützt. Zudem bin ich mittlerweile absolut schmerzfrei.

Wie haben Sie die Zeit erlebt, als Sie vom Trainer wochenlang nicht berücksichtigt wurden?

Die Zeit, in der ich nicht zum Einsatz kam, war nicht immer einfach. Zum Glück bin ich ein Mensch, der nicht so schnell die Geduld verliert. Jeden Tag zu trainieren und mehrere Monate keine oder sehr wenige Einsätze zu kriegen, ist nicht einfach. Du säest die Samen, aber es wächst rein gar nichts. Aber wie gesagt, mit Ruhe und Geduld habe ich trainiert und immer mehr auch dem Trainer versucht zu zeigen, dass er mich spielen lassen sollte. Ich denke, das ist der Schlüssel zum Erfolg, den ich auch in Zukunft noch brauchen werde, denn ich möchte so viel wie möglich mit Udinese spielen.