Radsport
Silvan Dillier: «Ich wusste nicht, ob ich wirklich so schnell sein kann»

Der Aargauer Silvan Dillier hat an den Bahn-Europameisterschaften im portugiesischen Anadia bereits eine Gold- und eine Silbermedaille geholt. Am Sonntag nimmt der 21-jährige Schneisinger bereits die nächste EM-Medaille ins Visier.

Manuel Bühlmann
Drucken
Teilen
Silvan Dillier an den U23-Europameisterschaften in Portugal

Silvan Dillier an den U23-Europameisterschaften in Portugal

Fonseca/Swiss Cycling

Ihre EM-Bilanz liest sich beachtlich: Silber in der Team-, Gold in der Einzelverfolgung. Haben Sie erwartet, dass die Europameisterschaften so erfolgreich verlaufen würden?

In der Theorie wusste ich, dass ich schnell fahren kann. Ich hätte aber nicht erwartet, dass ich meine schnellste bisher gefahrene Zeit gleich um sieben Sekunden unterbieten würde.

Sie haben nicht nur Gold gewonnen, sondern auch den Schweizer Rekord aus dem Jahr 2001 unterboten. Was bedeutet Ihnen diese Bestmarke?

Es ist sehr schön. Trainer und Betreuer haben schon lange davon gesprochen, dass jemand aus dem Team den Rekord knacken müsste. Es war sicher mein Ziel, aber ich wusste nicht, ob ich auch wirklich so schnell fahren kann.

Hat Ihnen Ihr Vorgänger als Rekordhalter Franco Marvulli schon gratuliert?

Ja, er hat mir eine SMS geschickt. Wir kennen uns gut und sind schon am Berliner Sechstagerennen im gleichen Team gefahren.

Die Europameisterschaften dauern noch bis Sonntag. Konnten Sie die Medaillen überhaupt schon gebührend feiern?

Eher weniger. Der Wettkampf ist körperlich und mental eine Belastung. Danach geht es vor allem darum, möglichst schnell abzuschalten und den Fokus aufs nächste Rennen zu legen. Gefeiert wird am Sonntag nach dem letzten Wettkampf.

Nach zwei Ruhetagen geht es für Sie am Sonntag mit dem Madison-Rennen weiter. Rechnen Sie sich dafür Chancen aus?

Cyrille Thierry und ich sind Titelverteidiger. Wir versuchen natürlich, den Titel zu verteidigen. Dies wird aber nicht einfach sein, weil wir als Favoriten unter besonderer Beobachtung der Gegner stehen werden.

Sie sind mit knapp 22 Jahren bereits elffacher Schweizermeister und zweifacher Europameister. Was sind Ihre nächsten Karriereziele?

Mein Ziel ist es auf der Strasse einen Profivertrag zu bekommen, was aber gerade als Schweizer Fahrer bei ausländischen Teams nicht einfach ist. Die EM-Medaillen sind bei der Suche sicher kein Nachteil. Konkrete Angebote liegen allerdings noch nicht vor.

Heisst das, dass Sie in Zukunft keine Bahnrennen mehr fahren?
Solange es geht, werde ich sicher auch weiterhin auf der Bahn Wettkämpfe bestreiten. Diese Rennen machen mir Spass, nicht zuletzt weil ich in diesem Bereich ziemlich erfolgreich bin. Ausserdem gefällt mir die spezielle Stimmung an Sechstagerennen, wo das Publikum das ganze Geschehen hautnah miterleben kann.

Aktuelle Nachrichten