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Silvan Dillier: «Ich würde gerne an der Zeitfahr-WM teilnehmen»

Der Aargauer Silvan Dillier beendete das abschliessende Zeitfahren der Tour de Suisse auf Platz 12. Jetzt hat der Ehrendinger die Schweizer Meisterschaften im Visier.

Marcel Kuchta
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Silvan Dillier ist mit seiner Leistung an de Tour de Suisse zufrieden.

Silvan Dillier ist mit seiner Leistung an de Tour de Suisse zufrieden.

Keystone

Wie fällt Ihre Tour-de-Suisse-Bilanz aus?

Silvan Dillier: Es war immer ein wenig ein Auf-und-ab. Oder sagen wir es so: Ich fing ziemlich weit unten an und danach ging es stetig aufwärts. Von dem her bin ich zufrieden. Zumal sich meine Form nach dem anstrengenden Giro d’Italia recht gut gehalten hat. Ich befürchtete, dass ich Mitte Woche mit meinem Kräften am Ende sein würde. Das war zum Glück dann nicht der Fall.

Auf der Etappe nach Sölden hätte das ja leicht passieren können...

Gut, im Schlussaufstieg bin ich dort meinen eigenen Rhythmus gefahren, damit ich einigermassen gut ins Ziel komme. Ich hatte ja keine Ambitionen im Hinblick auf das Gesamtklassement und bin somit auch nicht an meine Leistungsgrenze gegangen.

Wie haben Sie den Sturz im Prolog verkraftet? War es schwierig, nach diesem Rückschlag wieder in die Gänge zu kommen?

Die knappe Niederlage in Gippingen war für mich fast schwieriger zu verkraften. Im Prolog wollte ich wirklich vorne rein fahren. Die Form war gut, umso mehr habe ich mich über meinen Sturz geärgert. Aber es bringt nichts, wenn man sich deswegen kaputt macht. Ich versuchte, mir neue Ziele zu setzen.

In der Etappe nach Düdingen scheiterten Sie mit Ihrem Fluchtversuch erst wenige Kilometer vor dem Ziel...

Aber da kann ich mir keine Vorwürfe machen. Wir als Flüchtlinge konnten das Feld nicht kontrollieren, sondern wurden von ihm kontrolliert. Wir konnten nicht mehr machen, als Vollgas zu geben und zu versuchen, die Moral der Sprinterteams zu brechen. Das ist uns fast gelungen. Ich habe jedenfalls viele Komplimente bekommen nach dieser Etappe. Das tat gut.

Nächste Woche stehen bereits die Schweizer Meisterschaften auf dem Programm. Was nehmen Sie sich vor?

Mein Hauptziel ist das Zeitfahren. Ich würde gerne wieder an der WM teilnehmen. Fabian Cancellara ist immer noch eine Klasse für sich, aber eine Medaille liegt sicher drin. Das Strassenrennen ist dagegen sehr unberechenbar. Es treffen so viele Fahrer mit unterschiedlichen Teamgrössen und unterschiedlichen Interessen aufeinander, dass es schwierig ist, sich eine Taktik zurecht zu legen. Aber das Rennen findet fast vor meiner Haustüre in Steinmaur statt, so dass ich sicher eine gute Leistung zeigen möchte.