Radsport
Silvan Dillier gewinnt zweite Etappe der Alberta-Rundfahrt

Der Trip von Silvan Dillier nach Kanada hat sich bereits ausbezahlt: In Red Deer, im Westen Kanadas, gewann der Schneisinger die zweite Etappe der erstmals ausgetragenen Alberta-Rundfahrt.

August Widmer
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Etappengewinner Silvan Dillier (Mitte) beim diesjährigen GP Gippingen. Foto: Wagner/Archiv

Etappengewinner Silvan Dillier (Mitte) beim diesjährigen GP Gippingen. Foto: Wagner/Archiv

foto-net / Alexander Wagner

Aus zwei Gründen sprach Silvan Dillier vor dem Beginn dieser im Westen von Kanada erstmals ausgetragenen Rundfahrt von einem «Abenteuer». Einmal findet die zwischen Edmonton, der am nördlichsten liegenden Millionen-Stadt der Welt, und Calgary ausgetragene Alberta-Rundfahrt zum ersten Male ausgetragen. «Zum zweiten ist diese Rundfahrt für mich deshalb speziell, weil ich mit Fahrern unterwegs bin, die ich bisher nur vom Fernseher her kannte», führt Diller aus.

Zweites Rennen als Stagiaire

An der Alberta-Rundfahrt bestreitet Silvan Dillier nach dem «Artic Race» von Norwegen das zweite Rennen als Stagiaire im BMC-Team. War in Norwegen Tor Hushovd, der Weltmeister von 2010, sein Mannschaftsgefährte, ist es in Kanada niemand Geringerer als Cadel Evans.

Vorbereitung mit Evans

Der Gewinner der Tour de France von 2011 hatte sich zur Vorbereitung für die Ende September in Florenz stattfindende Strassenweltmeisterschaft kurzfristig zur Teilnahme an der Alberta-Rundfahrt entschieden. «Es ist natürlich schon etwas Besonderes, Evans nicht am Fernsehen zu verfolgen, sondern plötzlich mit ihm zu trainieren, im Rennen sein Mannschaftshelfer zu sein und mit ihm unterwegs über Gott und die Welt zu plaudern», gibt Silvan Dillier zu.

Keine Berührungsängste mit den Grossen

Silvan Dillier scheint, wie man es sich von ihm eigentlich gewöhnt ist, gegenüber von grossen Namen keine Berührungsängste zu haben. Hatte er Prolog und die erste Etappe noch in der ersten Hälfte der 120 gestarteten Fahrer beendet, drehte er auf dem über 175 km führenden zweiten Teilstück zwischen Devon und Red Deer mächtig auf. Dillier riss mit dem Moldawier Serghei Tvetcov aus dem Felde aus und lag während 94 km an der Spitze. Die beiden Flüchtlinge retteten 16 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Unwiderstehlich im Endspurt

Im Endspurt liess Dillier seinem letzten Begleiter keine Chance und holte sich mit mehr als zwei Velolängen Vorsprung den Sieg. Trotz des klaren Ausganges der zweiten Etappe, kam der Sieg für Dillier eher überraschend: «Als Stagiaire des BMC-Teams bin ich ja in erster Linie hier, um zu lernen und den Leadern unseres Teams zu helfen. Als ich jedoch merkte, dass unser Fluchtunternehmen gelingen könnte, packte ich die Chance und liess meinem letzten Begleiter im Endspurt keine Chance.»

Hoch einzustufen

Für Dillier war es der erste Sieg in einer 2.1-Rundfahrt. Dies ist eine Klassifizierung, wie sie die Portugal-Rundfahrt hat. Der Erfolg an der Alberta-Rundfahrt ist höher einzustufen als der Sieg des Aargauer Sportlers des Jahres 2012 auf der ersten Etappe der Tour de l’Avenir vor Jahresfrist.

Noch bis am Sonntag in Kanada

Hinter dem Spitzenduo erspurtete sich an der Alberta-Tour der Slowake Peter Sagan den dritten Rang. Sagan hatte Prolog und die erste Etappe der Rundfahrt gewonnen und führt mit 26 Sekunden Vorsprung das Gesamtklassement vor Rohan Dennis (Australien), Tobias Ludvigson (Schweden), Cadel Evans und Brent Bookwalter, den beiden Mannschaftskollegen von Silvan Dillier aus dem BMC-Team, an.

Dillier neu auf Rang 14

Dank dem herausgefahrenen Vorsprung und der Zeitbonifikation für den Etappensieg hat sich Dillier in der Gesamtwertung auf den 14. Rang verbessert. In der Spezialwertung der unter 25jährigen Fahrer liegt der Schneisinger gar auf dem vierten Rang. Die Alberta-Tour dauert noch bis am Sonntag. Sie wird mit dem fünften Teilstück am Sonntag auf dem Gelände der berühmten «Stempede», dem im Juli jeweils stattfindenden weltgrössten Western-Festival, in Calgary zu Ende gehen.

Wieder im Dienste des Teams

Für Silvan Dillier geht es nun jedoch wieder darum, als Mannschaftshelfer Evans und Bookwalter in eine gute Ausgangslage für den Gesamtsieg zu bringen. Bereits in Norwegen war dieses Szenario aufgegangen: Nicht zuletzt auch dank der Arbeit als Mannschaftshelfer hatte Hushovd dort den Gesamtsieg geholt. «Wenn meine Teamleaders am Schluss vorne sind, hat sich der Einsatz für das Team gelohnt», stellt Silvan Dillier trotz seines Einzelsieges den Teamgeist in den Vordergrund.

Gilbert holt sich ersten Sieg im WM-Trikot

Für das vom Schweizer Andy Rihs finanzierte BMC-Rad-Team war der Donnerstag nicht nur wegen dem Sieg von Silvan Dillier in Kanada ein erfolgreicher Tag, sondern auch wegen dem Etappensieg des Belgiers Philippe Gilbert auf der zwölften Etappe der Spanien-Rundfahrt. Für Gilbert war es der erste Sieg im Trikot des amtierenden Weltmeisters.

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