Handball
Siggenthaler Sticheleien Richtung Suhr Aarau

Einmal mehr bekundet der NLB-Leader Suhr Aarau Probleme in der Startviertelstunde. Im Derby gegen Siggenthal gelingt ihm dennoch ein 33:27-Arbeitssieg.

Andreas Fretz
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Nach einem emotionalen und lange Zeit spannenden Derby konnte sich Peter Szilagyi, Trainer der unterlegenen Gästemannschaft, eine kleine Stichelei Richtung Suhr Aarau nicht verkneifen. «Von einem Gegner, der in der NLA spielen will, hätte ich eigentlich mehr erwartet», sagte er und lobte zugleich den Einsatz seiner Männer: «Unsere Leistung war okay.»

Problem nicht dramatisieren

In allen drei Meisterschaftsspielen des Jahres 2014 lag der HSC Suhr Aarau nach der Startviertelstunde deutlich zurück. Das Problem der Startviertelstunde bekam der HSC Suhr Aarau auch am Sonntag gegen Siggenthal/Vom Stein nicht recht in den Griff. «Wir haben nicht alles richtig gemacht», hielt Trainer Patrik Fend lapidar fest.

Dramatisieren wollte er das Problem nicht. Dazu hatte der Mann an der Seitenlinie auch keinen Grund. Am Ende setzte sich Suhr Aarau vor 635 Zuschauern in der Schachenhalle mit 33:27 durch und verteidigte die Leaderposition mehr oder weniger souverän.

Es war ein Arbeitssieg, ein Spiel, in dem Suhr Aarau vor allem zum Ende der Halbzeiten auftrumpfte. Bis der Favorit erstmals in Führung ging, dauerte es allerdings 16 Minuten. Kreisläufer Mathias Kasapidis erzielte das 9:8. Kasapidis war es auch, der von Mitspieler Misha Kaufmann das dickste Lob erhielt. Kaufmann, immerhin achtfacher Torschütze, wurde nach der Partie zum besten Spieler gewählt.

Die Lorbeeren leitete er umgehend an Kasapidis weiter: «Er hätte heute die Auszeichnung verdient. Was er in der Deckung geleistet hat, war unglaublich.» Suhr Aarau glänzte nicht, war aber das Team mit dem breiteren Kader und dem längeren Atem. Gegner Siggenthal machte zudem eine lange Verletztenliste zu schaffen. «Wir spielten quasi ohne linke Seite», sagte Trainer Peter Szilagyi.

In der Pause betrug Siggenthals Rückstand ein Tor (16:15). Im zweiten Durchgang erhöhte Suhr Aarau den Vorsprung kontinuierlich. «Uns ist am Ende die Luft ausgegangen», urteilte Siggenthal-Spieler Daniel Merz.

Endingen im Nacken

Suhr Aarau und das ebenfalls siegreiche Endingen liefern sich an der Ranglistenspitze nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zu viele Gedanken will Fend an den Gegner im Nacken allerdings nicht verschwenden. «Wir schauen nur auf uns. Endingen interessiert uns nicht», sagt er. Die Aargauer Handball-Fans dürfen sich aber auf ein spannendes Saison-Finale freuen.