Handball
Siggenthal/vom Stein stolpert beinahe ein zweites Mal in den Schlussminuten

Zur Heimspiel-Premiere empfing Siggenthal/vom Stein Yellow Winterthur. Die Zürcher reisten als Favorit an, wobei das Heimteam aber die «last Minute»-Niederlage gegen Chenois vor Wochenfrist mit einer engagierten Leistung vergessen machen wollte.

Thomas Landis
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Stephan Egloff zeichnete sich als Torschütze und gewiefter Passgeber aus. Foto: Markus Binda

Stephan Egloff zeichnete sich als Torschütze und gewiefter Passgeber aus. Foto: Markus Binda

markus binda

Die HSG zeigte von Anbeginn, dass sie gewillt war, die Niederlage vor Wochenfrist in Genf gegen Chènois vergessen zu machen. Mit einer engagierten Leistung und gesunder Härte kämpfte sie auf Augenhöhe mit Yellow. So war der Beginn durch ein ausgeglichenes Spiel gekennzeichnet und nach dem ersten Treffer durch Egloff glich Yellow postwendend aus. Die Defensivarbeit auf beiden Seiten war bis zu diesem Zeitpunkt am bescheidenen Resultat von 4:4 in der 14 Minute verantwortlich.

Fokus auf Defensive

Bereits in dieser Phase zeigte sich, dass die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden gewillt war, durch eine robuste Verteidigung dem Gegner den Schneid ab zu kaufen . In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit erhöhte das Team die Kadenz und mit der Unterstützung der «Roten Wand» bestimmte nun die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden das Geschehen. So konnte Yellow die zügig vorgetragenen Angriffe der HSG diverse Male nur durch Fouls stoppen.

Yellow nimmt Timeout

Beim Stande von 9:6 für die HSG sah sich der Yellow-Coach genötigt ein Team-Timeout zu nehmen. Unmittelbar danach erhöhte die HSG das Score auf 10:6 durch Marius Moser, welcher sich kraftvoll bis an den Kreis durchtankte. Yellow war bemüht, den Anschluss zu wahren und konnte, angeführt durch Raphael Liniger, die Partie ausgeglichen gestalten.

Traumtor vor der Pause

Kurz vor der Pause dann der wahrscheinlich schönste Angriff des Spiels. Eingeleitet durch einen schnell vorgetragenen Angriff kam der Ball zu Stefan Egloff, welcher den Verteidiger elegant mit einem Bodenpass durch die Beine ausspielte und den Ball direkt in den Lauf von Marco Schneider spielte, welcher mit einem Wurf in die entferntere Torecke dem Yellow-Goali keine Chance liess. Beim Stande von 12:9 wurden die Seiten gewechselt.

Bessere Effizienz in Hälfte zwei

War die erste Halbzeit noch durch viele technische Fehler auf beiden Seiten gekennzeichnet, so beeindruckte die HSG zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem konzentrierten Auftritt mit deutlich verbesserter Effizienz. Jetzt klappte die Abstimmung im Angriff, und in der Verteidigung wurden die Yellow-Spieler früh attackiert und was trotzdem aufs Tor kam, war beim stark spielenden Boccarelli im HSG-Tor gut aufgehoben.

18:11-Führung nach 38 Minuten

Praktisch im Minutentakt erhöhte unser Team das Resultat und beim Stande von 18:11 in der 38. Minute sah sich der Yellow-Coach genötigt ein weiteres Team-Timeout zu beziehen. Vorerst schien die Auszeit wenig Wirkung zu zeigen, erhöhte doch Marius Moser unmittelbar darauf zum 19:11. War es diese 8-Tore-Führung, welche unser Team in scheinbarer Sicherheit wähnen liess?

Zwischentief der Heimmannschaft

Auf jeden Fall liess man in der Folge die Aggressivität vermissen und den Yellow-Spielern wurde zu viel Raum für den Spielaufbau gelassen. Diese «Einladung» liess Yellow nicht ungenutzt und kam nun vermehrt zu Torchancen. Über die Aufbauer Liniger und Kipili wurden die HSG-Schwächen konsequent aufgedeckt und jetzt klappten auch die Yellow-Kreisanspiele. So schmolz der Vorsprung bis zur 53 Minute auf drei Tore zum Stande von 22:19.

Taktische Umstellung für die Schlussphase

Die Verunsicherung im HSG-Team war förmlich spürbar und so war das von Pepe Szilagyi angeordnete Team-Timeout nur logisch. Zusammen mit einer taktischen Umstellung, Aeberhard im Tor und Meier im Angriff, nahm die HSG die letzten 8 Minuten in Angriff. Renato Meier konnte sich sogleich in Szene setzen und erhöhte von ungewohnter linker Flügelposition auf 23:19, um postwendend eine 2-Minuten-Strafe zu kassieren.

Déjà-vu kurz vor Schluss

So wurde es definitiv hektisch und Yellow machte in dieser Phase den abgeklärteren Eindruck und schloss resultatmässig bis auf 1-Tor zum Stande von 23:22 in der 56 Minute auf. Erinnerungen an den Chènois-Match vor Wochenfrist wurden wach. Bedingt durch eine doppelte Überzahl – 2 Yellow-Spieler mussten eine 2-Minuten Strafe absitzen – konnte die HSG zu einem Endspurt ansetzen und Daniel Merz mit 2 Toren in kurzer Folge und ein sensationeller Aeberhard im Tor brachten die Wende, sodass mit dem Endresultat von 27:23 die zwei Punkte trotzdem im Siggenthal bleiben konnten.

Jetzt wartet Endingen

Solche Aussetzer im Spielaufbau darf sich unser Team im kommenden Match gegen den TV Endingen nicht leisten. Die Surbtaler sind makellos in die neue Saison gestartet und können bereits 3 Siege verbuchen. Unser Team ist gewarnt und natürlich hoch motiviert einem erklärten Aufstiegsaspirant ein Bein zu stellen. It’s Derby Time; am nächsten Sonntag um 17.00 Uhr in der Tägi Halle in Wettingen

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