Ganz zum Schluss erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Nachdem Steffisburg zwei Minuten vor dem Ende auf 31:28 davonzog, schien die Partie entschieden. Doch Siggenthal gab nicht auf, stellte auf Manndeckung um und kam dank den «Last-Minute-Treffern» von Lino Imobersteg und Marius Moser wieder bis auf ein Tor an Steffisburg heran.

Entscheidenden Siebenmeter vergeben

Verrückt: Die nervös gewordenen Berner leisteten sich grobe Abspielfehler, beim allerletzten Siggenthaler Angriff wurde Moser beim Abschlussversuch gefoult, sodass die Schiedsrichter fünf Sekunden vor dem Abpfiff auf die Siebenmeter-Linie zeigten. Der Siggenthaler Topskorer, der zuvor sämtliche Penaltys souverän verwandelte, schritt selbst zur Tat – und sah seinen Wurf vom Gäste-Torhüter pariert. Nichts wurde es mit dem ultraspäten Ausgleich.

Ein Sieg oder zumindest ein Punktgewinn, der bei diesem «Vier-Punkte-Spiel» so wichtig gewesen wäre. Denn durch die Heimniederlage ist Siggenthals Vorsprung auf die Abstiegszone auf einen Zähler geschrumpft. Hauptursache für die keineswegs zwingende Pleite war eine ungenügende Deckungsarbeit. Die fair geführte Partie war stets ausgeglichen, kein Team konnte sich entscheidend absetzen.

Während Marius Moser mit sieben Treffern in der ersten Hälfte für viel Stimmung beim Heimpublikum sorgte, war Steffisburgs eingewechselter Junioren-Nationalspieler Ivan Wyttenbach nach der Pause kaum noch zu stoppen und avancierte mit seinen Toren und Zuspielen zum Matchwinner.

Grosse Enttäuschung

Die Spieler und Trainer der HSG Siggenthal/Vom Stein konnten ihre Enttäuschung kaum verbergen. «Es ist mir nicht erklärlich, wieso unsere Deckung so unzulänglich war», sagte Siggenthal-Coach Fabio Madia. «Wir müssen nun wieder aufstehen, noch stehen uns drei Spiele bevor. Solange wir um den Ligaerhalt kämpfen können, werden wir dies auch tun.»

An den restlichen Spieltagen treffen die Siggenthaler nur noch auf Teams aus den «Top 4». 30 Jahre nach dem letzten Aufstieg und dem damals direkten Wiederabstieg geht es für die Aargauer um die Behauptung in der zweithöchsten Liga und um das Einläuten der sportlich erfolgreichsten Siggenthaler Ära. Oder in den Worten von Fabio Madia: «Wenn wir oben bleiben, ist das für uns wie ein Meistertitel.»