Letzte Chance
Sieg oder Abstieg – im Limmat-Derby ist für die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden ein Sieg Pflicht

Noch nie war die Ausgangslage vor einem Spiel in dieser Saison klarer als jetzt. Die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden muss am Samstag im Derby gegen den STV Baden gewinnen. Ansonsten ist der Abstieg beschlossene Sache.

Federic Härri
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Alexander Wagner HSG Siggenthal/Vom Stein Baden

Alexander Wagner HSG Siggenthal/Vom Stein Baden

Alexander Wagner

Tabellenletzter. Vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Es ist das im Sport so viel zitierte «Wunder», das die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden zwei Spieltage vor Ende der Nationalliga-B-Saison benötigt. Die Siggenthaler müssen beide Spiele gewinnen, gleichzeitig darf der HC Horgen keinen Punkt mehr holen. Nur dann ist der Ligaerhalt noch möglich. Teil eins dieser Mammutaufgabe findet am Samstag um 18 Uhr statt, wenn der STV Baden zum Derby in die Sporthalle Aue kommt.

Die Badener haben sich als Tabellenzweiter bereits für die Aufstiegsspiele qualifiziert, für sie geht es in der regulären Saison um nicht mehr viel. Lässt es «Städtli» gegen den Lokalrivalen deshalb etwas ruhiger angehen? Siggenthal-Präsident Paul Keller glaubt nicht daran: «Im Hinblick auf die Spiele gegen den RTV Basel wird das Derby für sie als Formtest dienen.» Er sei überzeugt, dass sich die Badener keine Blösse geben werden.

Ähnlich sieht es Siggenthals Trainer Sascha Schönholzer, der das Hinspiel, als die Siggenthaler schnell hoffnungslos zurücklagen, «am liebsten aus der Erinnerung verbannen» würde. «Ich habe damals schon nach drei Minuten zum Timeout gegriffen. Wir waren nicht bereit.» Am Ende stand es 19:26. Dieses Mal wolle sein Team alles geben, um «Städtli» zu fordern.

Das verflixte siebte Jahr

Trotz sechs Niederlagen in Folge spüre er bei seinen Spielern keine Verunsicherung. «Es überwiegt die Vorfreude auf die Partie in hoffentlich voller Halle.» Das Abstiegsgespenst begleite sie ohnehin schon längere Zeit. «Wir sind mit Abstiegskampf im Kopf in die Saison gestartet.» Das ist kaum verwunderlich: Seit dem Wiederaufstieg in die NLB im Jahr 2011 rang die Mannschaft jedes Mal um den Ligaerhalt. Nun könnte ihnen das verflixte siebte Jahr zum Verhängnis werden.

«Ein Abschied aus der NLB wird jedem Siggenthal-Fan das Herz brechen», bedauert Paul Keller. Den Abstieg müsse der Verein aber in Kauf nehmen: Wegen Abgängen, Verletzungen und fehlendem Glück wurde die Saison zum Kraftakt. «Ohne diese Umstände, bin ich überzeugt, hätten wir es schaffen können», sagt Sascha Schönholzer.

Fest steht: Unabhängig der Ligazugehörigkeit wird die Mannschaft im kommenden Jahr ein neues Gesicht erhalten. «Erfahrene Spieler werden kürzertreten», sagt Keller. Gleichzeitig sei man daran, eine neue Generation aufzubauen und junge Spieler an den Leistungshandball heranzuführen. Ebenso klar ist: Der Mann an der Seitenlinie wird auch in der 1. Liga in jedem Fall Sascha Schönholzer heissen. Dieser sagt, er habe dem Verein bereits im Januar zugesagt, den eingeschlagenen Weg weitergehen zu wollen. «Dazu stehe ich.»