In der ersten Runde des Helvetia Schweizer Cup traf der FC Wohlen im heimischen Stadion Niedermatten auf den FC Wettswil-Bonstetten, seines Zeichens ebenfalls Erstligist und im Kanton Zürich zu Hause.

Während Wohlen vor Wochenfrist eine Niederlage beim Aufstiegskandidaten FC Solothurn hinnehmen musste, schraubten die Zürcher ihr Punktekonto nach einem 2:1-Erfolg gegen die Zweitvertretung des FC Winterthur auf vier Zähler hoch. Die «Generalprobe» für diese Cup-Affiche fiel also zu Gunsten der Gäste aus, die auch im direkten Aufeinandertreffen zunächst den besseren Eindruck machten.

Die ersten 20 Spielminuten gehörten recht eindeutig der Mannschaft von Jerome Oswald, die die Feldüberlegenheit jedoch nicht in nennenswerte Torraumaktionen umwandeln konnte. So sahen die rund 450 Zuschauerinnen und Zuschauer eine recht zerfahrene Partie, in der sich beide Teams in Sachen Abschlüssen eher neutralisierten.

Möglichkeit zum Torerfolg genutzt

Etwa ab der 25. Minute kamen auch die Wohler besser ins Spiel und nutzten sogleich ihre erste grosse Möglichkeit zum Torerfolg. Neuzugang Vilson Doda zeigte sich vor dem Gästegehäuse und traf zum vielumjubelten Führungstreffer für die Hausherren.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nahm das Spielniveau ab, dafür stieg die Anzahl ruppiger Zweikämpfe. In den letzten fünf Spielminuten der ersten Hälfte musste Schiedsrichter Hajrim Qovanaj gleich drei Mal in die Tasche greifen, um das Spiel zu beruhigen.

Nicht nur auf dem Feld wurde der Ton ruppiger, auch daneben glänzte vor allem FCW-Assistenztrainer Alessandro Vicedomini durch ein scheinbar zu lautes Organ, sodass es erstmals im Stadion Niedermatten zur Anwendung einer seit dieser Saison neuen Regelung kam. Seit dem 01. Juli 2019 können nämlich auch Offizielle mit einer gelben, oder roten Karte bedacht werden. Vicedomini wurde in der 42. Minute erstmals Opfer dieser Regelneuerung.

Eine immer ruppiger werdende Partie

Nach dem Pausentee waren es die Gastgeber, die das Zepter versuchten zu übernehmen und Torchancen zu kreieren. Dennoch waren es, etwas entgegen dem Spielverlauf, die Gäste, die zum nächsten Erfolg in diesem Spiel kamen. Philipp Allemann schlug wuchtig im Gehäuse von FCW-Goalie Olivier Joos ein. Die Ausgangslage war also wieder ausgeglichen.

Wie im ersten Durchlauf entwickelte sich mit zunehmender Spielzeit eine immer ruppiger werdende Partie. Auch in der zweiten Hälfte musste Schiedsrichter Qovanaj mehrmals in die Tasche greifen. Am Ende standen acht Verwarnungen für Feldspieler sowie die gelbe Karte für Alessandro Vicedomini.

Als alle schon mit einer Verlängerung rechneten, fasste sich erneut Vilson Doda in der 88. Spielminute ein Herz und zog aus rund 18 Metern mit rechts ab. Der leicht abgefälschte Ball landete im unteren rechten Toreck aus Sicht des Gästetorwarts Baumgartner, der bei diesem Strahl keinerlei Abwehrmöglichkeit hatte.

Grosser Name im Stadion Niedermatten?

Wohlen rettete das Ergebnis letztlich über die Zeit und darf sich über den Einzug in die nächste Runde im Schweizer Cup freuen. Vielleicht verirrt sich dann ein grosser Name ins Stadion Niedermatten? Nicht nur die heute anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer würde es freuen.

Zunächst jedoch steht für den FC Wohlen die nächste Partie in der Meisterschaft auf dem Programm. Bereits am kommenden Mittwoch tritt die Mannschaft von Thomas Jent gegen die SR Delemont an. Erneut geht es gegen einen starken Gegner und Mitkonkurrenten um die vorderen Plätze. Angepfiffen wird die Partie im Stadion Niedermatten um 20 Uhr.