Fussball
Sieg in extremis: Wohlen gewinnt 2:1 dank Buess-Penalty in der Nachspielzeit

In einem zum Schluss hektischen Spitzenspiel gegen Lugano gewinnt der FC Wohlen mit 2:1 und beendet seine Negativserie von drei Heimniederlagen in Folge. Der Siegtreffer für Wohlen fiel in extremis. Buess trifft in der Nachspielzeit per Penalty.

Fabian Sangines
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Kevin Pezzoni (links) drängt den Angreifer Jonathan Sabbatini vom Tor weg.
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Simon Grether der das 1:0 für Wohlen schoss, im Zweikampf mit dem Luganesi Matias Malvino.
Trainer Ciriaco Sforza dirigiert sein Team zum Sieg. Links beim Einwurf Dylan Stadelmann.
Bilder vom Spiel Wohlen - Lugano
Simone Rapp springt am höchsten, trifft den Ball aber nicht optimal.

Kevin Pezzoni (links) drängt den Angreifer Jonathan Sabbatini vom Tor weg.

Gerry Frei

Am Schluss brachen in der Niedermatten alle Dämme - und das gleich doppelt. Ausgerechnet Roman Buess, der zuvor sich glücklos abgerackert und vor allem viel gehadert hat, bleibt tief in der Nachspielzeit eiskalt und verwertet den Elfmeter, den er übrigens auch noch selber herausgeholt hat eiskalt, und beendet den Heimfluch des FC Wohlen. Und weil FCW-Captain Alban Pnishi übersah, dass er direkt vor der Lugano-Bank mit den Fans den Siegtreffer feierte, artete das Geschehen nach Schlusspfiff aus. Das Gerangel konnte erst nach mehreren Minuten aufgelöst, im Anschluss musste sogar Sicherheitspersonal vor die Gästekabine, wohl um schlimmeres zu verhindern.

Die Penalty-Frage

Pnishi selber entschuldigte sich im Kabinentrakt beim gegnerischen Trainer Livio Bordoli, nach einer herzlichen Umarmung war der Vorfall dann schon wieder vergessen. Im Gegensatz zum - aus Tessiner Sicht - zweifelhaften Penalty in der Nachspielzeit. „Schade, dass der Linienrichter das Spiel entschieden hat“, sagte Luganos Teammanager Simone Bianchi. In der Tat war es Schiedsrichterassistent Bekim Zogaj, der geistesgegenwärtig seinen „Chef“ überstimmte, denn Ref Pascal Erlachner wollte weiterlaufen lassen.

Für Mergim Brahimi war es ein „glasklarer Penalty“, während Pnishi selber nicht hätte entscheiden wollen. „Wenn er aber den ersten Elfmeter gibt (das 1:1 durch Basic, d. Red.), muss er diesen auch geben“, ergänzte der 24-Jährige.

Buess war es egal. Er verwandelte sicher und war danach nicht mehr zu halten. Die gelbe Karte für das Trikotausziehen nahm er gerne in Kauf. Schlussendlich resultieren ein Tor und eine Vorlage für den Baselbieter, der diese Tatsache mit einem grinsenden „so muss es doch sein“ kommentierte.

Verunsicherung zu Beginn

Dabei hatte nichts in diesem Spiel auf einen Heimsieg hingedeutet, viel zu nervös, ja gerade zu ängstlich präsentierte sich der Wintermeister. Grethers 1:0 in der 61. Minute war die erste echte Torchance überhaupt für Wohlen, Bordoli analysierte treffend, dass er bis zu diesem Zeitpunkt nur Lugano spielen gesehen hat. Die Gäste ihrerseits hätten bereits nach 10 Minuten in Führung gehen können, aber Kiassumbua-Vertreter Flamur Tahiraj und Dylan Stadelmann retteten gemeinsam.

Während Buess unter der Woche gegenüber dem Wohler Anzeiger bereits klar gemacht hat, dass sich im Team nach den drei Niederlagen keine breit machte, gab Brahimi zu, Anfangs doch etwas nervös zu sein: „Man spürte das fehlende Selbstvertrauen.“

Dass dieser Erfolg äusserst glücklich ist, darüber diskutiert im Freiamt freilich niemand. Für Buess war es ein Zeichen von Qualität, die wenige Torchancen veredelt zu haben und Brahimi sagte: „Heute war ein Sieg wichtig, egal wie.“

Wohlen - Lugano 2:1 (0:0)
Niedermatten. - 1140 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 61. Grether 1:0. 73. Basic (Foulpen.) 1:1. 90.+3. Buess (Foulpen.) 2:1.
Wohlen: Tahiraj; Urtic, Bühler (46. Giampa), Pnishi, Stadelmann; Pezzoni; Brahimi, Schultz (63. Holenstein), Grether, Rapp (83. Geissmann); Buess 4-1-4-1
Lugano: Russo; Djuric (51. Di Gregorio), Malvino, Urbano, Markaj; Basic, Rey; Bottani (88. Cortelezzi), Sabbatini, Melazzi (67. César); Rossini 4-2-3-1
Bemerkungen: Wohlen ohne Kiassumbua (Nationalmannschaft), Lugano ohne Guarino (gesperrt) und Lika (verletzt). - Verwarnungen: 20. Urtic, 42. Malvino, 90.+3. Russo (Foul), 55. Melazzi, 71. Bühler (Reklamieren) 90.+3. Buess (Trikot ausziehen).

Die Partie zum Nachlesen im Liveticker