Leichtathletik

Sieg am Reusslauf: Fabienne Schlumpf ist zurück im Wettkampfmodus

Zum Auftakt der AZ Goldläufe im Jubiläumsjahr 2019 holen sich beim Reusslauf in Bremgarten zwei prominente Namen den Sieg: EM-Medaillengewinnerin Fabienne Schlumpf und OL-Weltcupsieger Matthias Kyburz.

War das ein Empfang. Schon vor dem Start des Reusslaufes in Bremgarten, dem ersten Lauf der AZ Goldläufe im Jubiläumsjahr 2019, fiel ihr Name immer wieder: Fabienne Schlumpf. Alle schienen stolz, die EM-Zweite vom vergangenen Sommer über 3000 m Steeple und Silbermedaillengewinnerin von der Cross-EM im Dezember bei ihrer Rückkehr auf den Wettkampfplatz beim Reusslauf zu begrüssen. Und besonders angespornt wurde sie auf der Strecke.

Nach einigen hundert Metern sah sie das bekannte Banner mit dem Schriftzug «Hopp Fabienne», umrahmt von drei Schweizer Kreuzen. Dieses kennt Schlumpf von nationalen und internationalen Einsätzen – wichtigen Einsätzen in der Regel.

Angebracht worden war es vom Vater ihres Trainers und Lebenspartners Michi Rüegg und dem Partner ihrer Mutter. Nur mobil: Unmittelbar nachdem Fabienne Schlumpf den Standort passiert hatte – etwa an 20. Stelle nach der grossen Männer-Spitzengruppe – sammelten die beiden Schlumpf-Fans das Banner ein. Es sollte kurz vor dem Ziel für einen weiteren «Kick» bei der Athletin sorgen.

Namhafte Konkurrenz

Diesen finalen Ansporn nutzte Fabienne Schlumpf zu einer weiteren Topleistung in Bremgarten. Zum dritten Mal in Folge triumphierte sie beim ersten grossen Schweizer Lauf der Saison – und das der namhaften Konkurrenz zum Trotz. So nahmen beispielsweise Chiara Scherrer, Schlumpfs Trainingskollegin in der TG Hütten und U23-Schweizer-Rekordhalterin über die 3000 m Steeple, oder Jolanda Annen, ihres Zeichens Triathlon-Sprint-Europameisterin vom vorletzten Sommer, teil. Doch auch sie konnten nur noch um den Ehrenplatz laufen.

Im Ziel freute sich Fabienne Schlumpf entsprechend: «Ich sah mich in der vergangenen Woche im Training stets von einem guten Gefühl begleitet, und dieses konnte ich nun auch in den Wettkampf mitnehmen.»

Aufgrund der Rennkonstellation orientierte sie sich unterwegs weniger an Flückiger und Schildknecht, sondern an Timon Amstutz (15.) Mit ihm lief sie etliche Kilometer und mit ihm wechselte sie verschiedentlich die Position, um dem Wind besser zu trotzen.

Dass sie 15 Sekunden länger unterwegs war als vor einem Jahr, beunruhigte sie nicht: «Der Wind war hart, und Priorität hatten für mich sowieso das Gefühl und der Saisoneinstieg.» Dem 10-km-Strassenlauf in Payerne vom kommenden Wochenende misst sie schon grösseren Stellenwert bei. Ausgerichtet ist der Aufbau auf das Marathon-Debüt von Anfang April in Rotterdam.

Nur 12 Männer schneller

Nur wenige Männer vermochten der Topläuferin Paroli zu bieten. Gerade einmal deren zwölf realisierten eine bessere Zeit. Umittelbar vor ihr waren das der aktuelle Schweizer Marathon-Meister Armin Flückiger als Elfter sowie Triathlet Ronnie Schildknecht, der neunfache Sieger des Ironman Switzerland, als Zwölfter.

Mit ihren 36:23 Minuten nahm Schlumpf der Frauen-Zweiten Scherrer 1:23 Minuten ab, der Dritten Julie Derron – auch sie eine Triathletin – 2:10 und Annen 2:39. Sie sorgte für klare Verhältnisse.

Und auch das hochkarätige Verfolgertrio fand Grund, sich über die eigenen Leistungen zu freuen: «Mir läuft es derzeit sehr gut, und das zeigt sich in meinem Rennen», sagte Scherrer. Sie profitiert derzeit von den veränderten Trainingsimpulsen von Schlumpf. «Fabienne läuft mehr Kilometer, dafür etwas langsamer, das ist perfekt für mich», sagte sie.

Und Jolanda Annen hielt fest: «Die starke Konkurrenz verleitete mich zu einem Schnellstart. Folge davon: Ich musste leiden.»

Die Premiere von Kyburz

Umstrittener als bei den Frauen war der Kampf um den Sieg bei den Männern. Auf den letzten Kilometern als Stärkster erwies sich Matthias Kyburz. «Es war wie so oft hier: Niemand wollte im Wind fürs Tempo sorgen.» Der aktuell weltbeste OL-Läufer ergriff so früh die Initiative. Der Kräfteverschleiss im Wind hätte aber rasch zu einem «Eigentor» führen können.

«Bis Kilometer 8 nahm ich zwischenzeitlich immer wieder Tempo heraus», sagte er darum. Sodann setzte er zu einem Steigerungslauf an. Vom Spitzenquartett vermochte zuerst Vorjahressieger Tefera Mekonen nicht mehr mitzuhalten, auf dem letzten Kilometer auch Bruno Albuquerque und Fabian Kuert.

«Erstmals bei meinem ‹Quasi-Heimrennen› zu siegen, ist cool», freute sich Kyburz. Bis zu seinem Höhepunkt der Saison dauert es noch länger als bei Schlumpf. Dennoch, so Kyburz, «fühle ich mich sehr gut im Vergleich zu den vergangenen Jahren». Mit dieser Basis wird er nun ins erste OL-Trainingslager in Portugal steigen und sich sodann in Richtung Norwegen, dem WM-Austragungsland, verabschieden. «Toll, ich bin richtig fit», sagte er.

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