Beachvolleyball

Sie wollen lieber miteinander als gegeneinander

Der Kraftprotz und der Techniker wollen für die Schweiz an die Olympischen Spiele.

Roman und Andy Sutter aus Kleindöttingen

Der Kraftprotz und der Techniker wollen für die Schweiz an die Olympischen Spiele.

Sie spielen zusammen, sie wohnen zusammen – und trotzdem gehen sie sich nicht auf die Nerven. Im Gegenteil: Die Beachvolleyball-Brüder Andy und Roman Sutter aus Kleindöttingen wollen ihr ganz grosses Ziel «Olympische Spiele» gemeinsam erreichen.

Was ist das Beste, wenn man mit dem Bruder zusammenspielt? «Dass wir nicht mehr gegeneinander antreten müssen», antwortet der 23-jährige Roman Sutter. Die Spiele gegen seinen älteren Bruder Andy (25) hat er als «intensiv» in Erinnerung. «Du willst zwar unbedingt gewinnen, aber gleichzeitig wünschst du deinem Bruder keine Niederlage.»

Auch Andy ist froh, dass die Sutter-Brothers, wie sie sich nennen, nun als Duo auftreten. «Roman ist mittlerweile so stark, dass ich lieber mit statt gegen ihn spiele.»

Seit November des vergangenen Jahres trainieren Sutters zusammen im Leistungszentrum von Swiss Volley in Bern. Während sich für den Blocker Roman nicht viel geändert hat, spielt Andy im Gegensatz zu früher nur noch Defense und wechselte die Seite. «Das war für mich ein Riesenwirbel», sagt er lachend. Zwar ist noch nicht alles automatisiert, doch seit dem Trainingslager Ende Februar in Teneriffa klappt das Zusammenspiel immer besser.

Ziel: Rio de Janeiro

Andy, der Techniker mit grosser Sprungkraft, und Roman, der Kraftprotz, den kaum etwas aus der Ruhe bringt - die beiden zählen zu den stärksten Schweizer Volleyballern. Früher hatten sie in der Halle geglänzt und mit Näfels mehrere Schweizer Meistertitel und Cupsiege geholt. Als Nummer 5 der Schweiz im Sand gehören sie aber noch nicht zum Quartett, das sich für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifizieren könnte.

Doch 2016 in Rio wollen die Kleindöttinger unbedingt dabei sein. Ihr Ziel für diese Saison heisst: «So oft wie möglich die vier vor uns liegenden Teams schlagen», sagt Roman. «Und eine Medaille an den Schweizer Meisterschaften.» Weil sie momentan nicht zu den Top 4 gehören, lastet weniger Druck auf ihnen als auf den andern Teams. Das wollen sie ausnutzen.

Worldtour-Turnier in Schanghai zu teuer

Viel Zeit investieren die beiden neben dem Training in die Sponsorensuche. Das Worldtour-Turnier von Anfang Mai in Schanghai mussten sie streichen, weil es zu teuer ist. Doch mit guten Resultaten hoffen die Sutter-Brothers zusätzliche Geldgeber zu finden.

Nach Martin und Paul Laciga versucht ein weiteres Brüderpaar, an die Weltspitze zu gelangen. Sutters sind beeindruckt von den Erfolgen der Lacigas. «Ihren Erfolg würden wir gerne kopieren, wir treten aber anders auf», sagt Andy. Er habe mal gelesen, dass sich die Lagicas motivierten, indem der eine immer mehr Punkte erzielen wolle als der Bruder.

Sutters machen gemeinsame Sache. Nicht nur im Beachvolleyball. In Bern teilen sie sich unter der Woche eine Wohnung. «Alles, was den Sport betrifft, besprechen wir im Training, zu Hause sprechen wir über anderes», erzählt Roman.

Obwohl die beiden oft zusammen sind, gehen sie sich nicht auf die Nerven. «Weil wir einander so gut kennen, gehen wir feinfühlig miteinander um», sagt Andy.

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