Frauenfussball

Sie geben alles für ihren Sport: Die Frauen des FC Bremgarten treffen im Cup auf den FC Basel

Nach dem Aufstieg in die 1. Liga folgt das nächste Highlight für die erste Mannschaft der FC Bremgarten Frauenabteilung. Als frischgebackene Erstligistinnen treffen die Spielerinnen im Cup auf das Nati A-Frauenteam des FC Basel.

Maradona, Beckenbauer, Ronaldo, Platini, Pelé – die Liste der Fussballegenden lässt sich beliebig verlängern, denn König Fussball hat viele seiner Spieler in den Sportolymp erhoben, und von da lächeln sie aus Millionen von Panini-Alben ihren Fans in aller Welt entgegen.

Wohlgemerkt: männlichen wie weiblichen Fans. Denn Männer wie Frauen interessieren sich für Fussball. Jungen wie Mädchen träumen davon, einmal unter Fanfarenklängen in ein Stadion einzuziehen und vor ein paar Tausend jubelnden Zuschauern die fussballerische Ehre ihres Landes an einer EM, WM oder an olympischen Spielen zu verteidigen. Nur ist der Weg dahin für Frauen ungleich härter, steiniger und mühsamer als für Männer.

«Der Gap zwischen dem Männer- und dem Frauenfussball ist bezüglich finanzieller Möglichkeiten riesig», sagt Barbara Rohrer, Frauenverantwortliche beim FC Bremgarten Frauen. «Unsere Frauen müssen einen Jahresbeitrag bezahlen, während Männer in dieser Spielklasse Lohn erhalten. Aktuell müssen wir schauen, dass wir Gelder zusammenkriegen, damit wir nicht mit PW an die Spiele in Sion und der übrigen Westschweiz fahren müssen.» Kaum zu glauben, aber wahr. Und das, obwohl die Frauenabteilung des FC Bremgarten in den 20 Jahren ihres Bestehens einen konstanten Weg nach oben beschritten hat.

«So ein Spiel ist ein riesen Ding»

Der bisherige Höhepunkt in der Geschichte des Bremgarter Frauenfussballs wurde Ende der vergangenen Saison mit dem Aufstieg von Frauen 1 in die 1. Liga gekrönt. Als frischgebackener Erstligist darf das Team am 10. August im Heimstadion Bärenmatt sein erstes Cupspiel gegen die Nati A-Frauen des FC Basel austragen.

«Super, Janine!»: Der FC Bremgarten trainiert für den Cup-Knüller gegen Basel:

«Super, Janine!»: Der FC Bremgarten trainiert für den Cup-Knüller gegen Basel

Die Frauen des FC Bremgarten empfangen am 10. August im Schweizer Cup den FC Basel. Wir haben das Team im Training besucht.

«So ein Spiel ist für uns natürlich ein riesen Ding», erklärt der Haupttrainer der Bremgarterinnen, René Knecht. «Für gut die Hälfte unserer Spielerinnen ist es das erste Mal, dass sie gegen ein Nati A-Team antreten. Wir dürfen uns da sicher keine grossen Hoffnungen machen. Es ist für uns also eher ein Freundschaftsspiel.»

Diese Meinung teilt auch Knechts Co-Trainer Philip Schaniel: «Wir müssen uns darauf konzentrieren, möglichst lange keine Tore zu kassieren.» Zusammen mit Goalie-Trainer Osi Ehrler bringt Schaniel die Spielerinnen von Frauen 1 für die Begegnung vom Samstag in Form. Knecht ist im Urlaub und kehrt erst am Tag nach dem Cupspiel zurück.

Fuss fassen auf neuem Terrain

Dann geht es aber gleich wieder in die Vollen, denn schon am 17. August treffen im Rahmen der Meisterschaftsvorrunde auf der Bärenmatt die Erstligistinnen von Bremgarten 1 auf diejenigen des FC Erlinsbach. «Dabei gilt es, erst einmal Fuss zu fassen auf diesem komplett neuen Terrain», sagt Knecht, der die Frauenabteilung des FC Bremgarten 1999 noch als Assistenztrainer mit aus der Taufe gehoben hat.

Der kontinuierliche Aufbau der Abteilung hat dazu geführt, dass dem engagierten Coach aktuell ein starkes und flexibles 25-köpfiges Kader zur Verfügung steht. «Wir sind heute in der Lage, jederzeit jede Position gut zu besetzen. Der Mannschaftszusammenhalt ist grossartig. Wenn es nötig ist, können wir immer auch austauschen mit Spielerinnen des Teams Frauen 2.»

Zweimal pro Woche treffen sich die Fussballerinnen von Frauen 1 zum Training. «Dabei sieht man schon den Unterschied zwischen Frauen und Männern im Fussball», so Cheftrainer Knecht. «Frauen sind lernwilliger und wollen wirklich trainieren. Sie wollen gefordert werden, sowohl spielerisch als auch konditionell. Nur <tschutten> reicht ihnen nicht. Die Männer sind schwerer zu animieren, wenn es um reines Training geht. Die wollen lieber mehr <tschutten>. Ich bin immer wieder fasziniert von der Gruppendynamik, die in unserem Team herrscht. Da geht jede für die andere. Das macht mich stolz.»

Erklärtes Ziel: Ligaerhalt

Die einfachste Art, den Frauenfussball zu unterstützen, ist, Spiele zu besuchen. Darauf freuen sich alle Teams der FC Bremgarten-Frauen. Aktuell sind dies drei Juniorinnenteams, einmal FF19 und zweimal FF15, sowie Frauen 2 in der 4. Liga und die Erstligistinnen von Frauen 1.

«Der Frauenfussball hat zwar in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht den Stellenwert, den er verdient hätte», sagt Barbara Rohrer, «aber was uns stark macht, ist die Begeisterung und die Freude an unserem Sport.» Mit dieser Energie steigen die Bremgarterinnen nun in die Meisterschaft ein mit dem erklärten Ziel, den Ligaerhalt zu schaffen.

Meistgesehen

Artboard 1