Turf
Shaabek widersteht dem Schlussangriff des Favoriten

Nach packenden Endkampf gewinnt der von Jo Audon gerittene Aussenseiter den mit 25000 Franken dotierten Grossen Preis des Kantons Aargau. Allerdings musste wegen einer Untersuchung der Rennleitung nach dem Rennen noch um den Sieg gezittert werden.

Willi Bär
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Pferderennen in Aarau
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Der spätere Sieger Shaabek mit Reiter Jo Audon beim Einlaufsprung.
Shaabek mit Reiter Jo Audon auf dem Weg zum Sieg.
Shaabek mit Reiter Jo Audon (Bildmitte mit Stern) hat es am Anfang schwer sich zu behaupten.

Pferderennen in Aarau

Christian Boss

9200 Zuschauer sorgten im Schachen bei besten Bedingungen für einen stimmungsvollen Rahmen. Ihr Hauptinteresse galt dem Grossen Preis des Kantons Aargau, einem mit 25'000 Franken dotierten Jagdrennnen über fünfzehn Hindernisse und die Distanz von 4200 Meter. Nach einem Fehlstart übernahm beim gültigen Versuch der Schimmel Cromat die Spitze, von der ihn nach einer Weile Vendôme verdrängte. Favorit Vicomte Alco galoppierte unterwegs hinter dem Spitzenduo an dritter Stelle, gefolgt von Oh Calin und Shaabek.

In einem Rush an die Spitze

Die entscheidende Phase wurde auf der letzten Gegenseite eingeläutet, als Oh Calin und in seinem Sog Shaabek mit einem Rush zur Spitze vorstiessen. Die beiden bogen auch noch als Erste in die Zielgerade, doch während Shaabek seinen Effort durchzog, musste Oh Calin in der Folge etwas kürzer treten.

Dagegen rappelte sich Vicomte Alco, der im Schlussbogen auf den fünften Rang zurückgefallen war und bereits geschlagen schien, noch einmal auf und trommelte ein fulminantes Finish auf die Bahn. Am Schluss schien sogar der Sieg noch möglich, doch Shaabek wehrte sich beherzt und rettete sich mit einem Hals Vorsprung in Ziel. Da der Sieger den aufrückenden Vicomte Alco (Gaëtan Masure) in der Schlussphase etwas abgedrängt hatte, eröffnete die Rennleitung eine Untersuchung, bestätigte aber schliesslich den Einlauf.

Auch der drittplatzierte Taxi Boy (Stephan Karicnik), der noch sehr stark aufkam, hatte kurz vor dem Ziel keinen einwandfreien Rennverlauf.

Reiterwechsel beim Sieger

Während Karl Klein, der Shaabek in Dielsdorf für eine Besitzergemeinschaft namens Stall Wehntal trainiert, äusserlich ungerührt, innerlich aber wohl äusserst angespannt, auf das Verdikt der Rennleitung wartete, sprach er über seinen Schützling: «Heute hatte er die von ihm bevorzugten Verhältnisse. Der Parcours auf dem Schachen liegt ihm und im Unterschied zu Dielsdorf war der Boden heute gut, das Geläuf schnell.»

Nachdem er inzwischen zum Sieger ausgerufen worden war, fuhr er fort: «Kurzfristig musste ich noch den Jockey wechseln. Weil der ursprünglich vorgesehene Cyriaque Santerne am Mittwoch in Marseille gestürzt war, rief ich Jo Audon an, der zum Glück kommen konnte.»

Aargauer Doppelsieg zum Schluss

Nach 4800 Metern und 35 Hindernissen kam es im abschliessenden Cross-Rennen zu einer hauchdünnen Entscheidung. Auf der Zielgeraden kämpften Pipina und Zirkel Kopf an Kopf um den Sieg. Von blossem Auge war nicht zu erkennen, wer die Nase vorn hatte. Erst die Auswertung des Zielfotos ergab einen winzigen Vorsprung für Zirkel. Beat Wyss trainiert den siebenjährigen Wallach für den Aargauer Stall Adonis. Geritten wurde er mit Michael Huber ebenfalls von einem Einheimischen. Die zweitplatzierte Pipina trägt die Farben der Aarauer Besitzergemeinschaft Rubli + Wolf.