Laufsport
Seriensieger und Weltrekordler im Freiämter Klosterdorf

Der 24-jährige Asylbewerber Guta Fikru aus Äthiopien gewinnt die Hauptklasse am Herbstlauf Muri – der 68-jährige Heiri Gehring absolviert seinen 425.Waffenlauf.

Ruedi Burkart
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Weit und breit weder Gegner noch Zuschauer. Guta Fikru bei seinem Sieg.

Weit und breit weder Gegner noch Zuschauer. Guta Fikru bei seinem Sieg.

Am Schluss war es eine klare Angelegenheit. Mit einem Vorsprung von 20 und mehr Sekunden auf seine ärgsten Verfolger überquerte Guta Fikru die Ziellinie und setzte seinen Siegeszug an den regionalen Laufsport-Anlässen fort. Der in Villmergen wohnhafte Asylbewerber aus Äthiopien benötigte für die 10 Kilometer lange Strecke 32 Minuten und 10 Sekunden und war damit um genau eine Minute schneller als Andreas Kempf bei seinem Triumph vor einem Jahr.

Bei den Frauen setzte sich Nicole Fichter aus Zürich überlegen mit einer Zeit von 39 Minuten und 39 Sekunden durch. Den Waffenlauf über die 14,8 Kilometer lange Strecke gewann Seriensieger Konrad von Allmen in 1 Stunde und 34 Sekunden. Insgesamt 600 Laufbegeisterte starteten bei der 14. Austragung des Herbstlaufs bei sommerlichen Temperaturen von gegen 25 Grad.

Der Schnellste mit einem Lächeln

Badener Limmat-Lauf, Wohler Pfingstlauf, Lenzburger Lauf, jetzt der Murianer Herbstlauf – die Liste von Fikrus Erfolgen liesse sich beliebig fortsetzen. «Ich freue mich über den Sieg», so der Dominator Sekunden nach seinem Zieleinlauf, «aber ich wäre gerne noch schneller gelaufen.»

Dann zeigte er gen Himmel und sagte noch: «zu warm heute, auch für mich.» Nach einem Handschlag mit dem Tageszweiten Fabian Kürt aus Langenthal und dem Dritten Reto Dietiker aus Hochdorf schritt Fikru mit einem kaum bemerkbaren Lächeln von dannen.

Da kündete der omnipräsente Speaker Marcel Willi auch schon die schnellste Frau an. «Und jetzt ein Applaus für Nicole Fichter! Bravo, Nicole!» Schade nur, dass in Muri im Zielgelände bei der 400-Meter-Bahn keine Zuschauer sind. Die weilen weiter oben bei der Turnhalle Bachmatten. Dort, wo auch die Festbeiz aufgestellt ist. Nun, die Tagesschnellste liess sich darob die gute Laune über ihren Erfolg nicht vermiesen und lächelte ihrem Lebenspartner in die Kamera. Danach gönnte sie sich ein ausgiebiges Auslaufen.

OK-Chefin ist zufrieden

Der Murianer Herbstlauf wird von der Läufervereinigung Freiamt/Muri durchgeführt. Anita Frey war dieses Jahr erstmals als Präsidentin des Organisationskomitees verantwortlich für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. «Wir haben ein paar Probleme mit der Technik gehabt», so die 32-jährige Nachfolgerin von Erich Thalmann, «aber sonst bin ich zufrieden mit dem Tag. Besonders freut mich natürlich, dass wir derart schönes Wetter haben.»

Unter den hohen Temperaturen litten die Waffenläuferinnen und Waffenläufer am meisten. In Tarnanzug und mit «Päckli» auf dem Rücken waren die 14,8 Kilometer eine spezielle Herausforderung. Am besten meisterten diese jene beiden, die schon letztes Jahr die Schnellsten waren: Therese Scheidegger (Niederbipp) und Konrad von Allmen (Olten).

Für ein Highlight sorgte Heiri Gehring aus dem zürcherischen Neerach. Er absolvierte in Muri seinen sage und schreibe 425. Lauf mit der Waffe auf dem Rücken und ist seit Samstag alleiniger Weltrekordhalter. Dies, weil Willi Lüthi aus Bünzen passen musste und bei seinen 424 Waffenläufen bleibt. «Achtung! Hier kommt der Weltrekordler», lachte Gehring bei seinem Zieleinlauf.