Behindertensport
Seriensieger mit Paralympics-Ambitionen

Das Birrhard Open feierte am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen. Das internationale Rollstuhl-Tennisturnier ging bei schönstem Wetter über die Bühne. Die Organisatoren sind zufrieden. Dies, obwohl es Jahr für Jahr schwierig ist, Sponsoren zu finden

mirco klaus
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Daniel Pellegrina war eine Klasse für sich und realisierte am Birrhard Open den dritten Sieg in Serie. JAUS

Daniel Pellegrina war eine Klasse für sich und realisierte am Birrhard Open den dritten Sieg in Serie. JAUS

bz Basellandschaftliche Zeitung

«Die drei Wettkampftage liefen einfach perfekt», sagt der glückliche Turnierdirektor Martin Erni, während des spannenden Finals der Männer. «Das schöne Wetter ermöglichte uns, auf allen Plätzen spielen zu können und so kam es nie zu längeren Wartepausen. Zudem agierten auch die Spieler im Sinne der Turnierleitung und beschränkten sich meistens auf zwei Sätze – es verlief wirklich alles reibungslos.»

Seit 20 Jahren geht das internationale Turnier nun in Birrhard über die Bühne. Und obwohl das dreizehnköpfige OK über viel Erfahrung verfügt, bleiben jedes Jahr aufs Neue viele Hindernisse zu überwinden. «Die Sponsorensuche ist immer eine sehr langwierige Angelegenheit, da es für Unternehmen sicherlich attraktivere Plattformen als ein Rollstuhl-Tennisturnier gibt. Das anspruchsvollste ist aber jedes Jahr die Unsicherheit über die Grösse des Teilnehmerfeldes. Wir hatten in unseren 20 Jahren von 25 bis hin zu 65 Spielern ein sehr unterschiedliches Teilnehmerfeld.» Das verlangt natürlich sehr grosse Flexibilität von den Helfern.

Pellegrina siegt zum dritten Mal

Weniger organisiert, dafür umso mehr gespielt, hat Daniel Pellegrina. Die Schweizer Nummer eins entschied das Turnier in beeindruckender Manier für sich. Der Final, gegen das 22-jährige Talent Mike Denayer aus Belgien, war mit 6:2 und 6:0 eine klare Sache. «Ich spielte sehr gut im Final, aber Mike hat auch einen schlechten Tag eingezogen», so der 49-Jährige. Es bedeutet ihm viel, dass er sein Heimturnier zum dritten Mal in Serie gewinnen konnte: «Seit ich 1997 mit Rollstuhl-Tennis angefangen habe, bin ich nun an diesem Turnier. Ich kenne die meisten Leute, und so macht es noch mehr Spass. Es ist schön, dass wir in Birrhard noch immer ein internationales Turnier haben», so der zweifache Paralympics-Teilnehmer.

Seit diesem Jahr trainiert er nur noch sehr reduziert, eilt aber trotzdem von Sieg zu Sieg. «Nachdem ich über mehrere Jahre jeden Monat 2200 Kilometer gefahren bin, nur um zu trainieren, habe ich beschlossen, etwas kürzerzutreten – vor allem auch meiner Frau zuliebe. Aber es läuft mir so gut, dass London 2012 mehr als nur eine Illusion ist. Ich will mich aber jetzt nicht darauf fixieren und einfach weiterhin meiner Leidenschaft nachgehen. Falls ich tatsächlich an meine dritten Olympischen Spiele könnte, wäre das einfach fantastisch», so die aktuelle Nummer 37 der Welt.

Suter-Erath setzt sich durch

Bei den Frauen gab es ebenfalls ein Schweizer Happy End. Die momentan beste Schweizerin Karin Suter-Erath setzte sich gegen die als Nummer eins gesetzte Francisca Mardones aus Chile durch. Ganz zur Freude des Turnierdirektors Martin Erni: «Dass heute zwei Schweizer die Turniersiege holten, rundet das wirklich perfekte Wochenende ausgezeichnet ab.» Und trotz ausbleibendem Zuschaueraufmarsch gibt sich Erni zuversichtlich für die nächsten Jahre: «Rollstuhl-Tennis ist eine Randsportart, aber das muss ja nichts Schlechtes bedeuten. Die Athleten schätzen unseren Einsatz sehr, und solange wir die Hauptsponsoren behalten können, wird es auch die Birrhard Open geben.»

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